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Distillatori Nonino

Via Aquileia 104, 33050, Percoto, IT

Das Friaul ist seit jeher vielsprachig geprägt. Neben dem Italienischen, welches hier als Amtssprache gesprochen wird, ist die Friaulische Sprache, das Furlan, weit verbreitet. Zusätzlich zu dieser verhältnismäßig großen Minderheit, wird noch Slowenisch und Deutsch gesprochen, sogar die meisten Straßenschilder sind in mehreren Sprachen verfasst. Ehemals ein von der Landwirtschaft geprägter Landstrich, spielt diese heute eine eher untergeordnete Rolle. Klein- und Kleinstunternehmen prägen das Bild, um die Stadt Triest sind auch einige große Unternehmen anzutreffen. Eine große Bedeutung für die Gegend besitzt die Herstellung des Grappa, einem aus Traubentrester hergestellten Destillat. Das Image des Arme-Leute-Schnapses hat der Grappa schon seit einigen Jahrzehnten abgelegt - einen großen Anteil daran hat die Familie Nonino aus dem Städtchen Ronchi di Perceto. Dort hatte sich der Urahn der Familie, Orazio Nonino, im Jahre 1897 niedergelassen, nachdem er jahrelang mit einem fahrbaren Destillierkolben als Lohnbrenner durch die Dörfer getingelt war. Auf ihn folgten seine Nachkommen Luigi, Antonio und zuletzt Benito, der die Brennerei bis heute leitet. 1962 heiratete Benito Gionnola: aus dieser Verbindung gingen drei Töchter hervor: Cristina, Antonella und Elisabetta, die heute ebenfalls mit steigendem Einfluss alle im Unternehmen aktiv sind. Der Leidenschaft Giannolas und dem technischen Perfektionismus Benitos ist es zu verdanken, dass der Grappa vom Bauerngetränk zur Edelspirituose aufstieg. Revolutionär war in dieser Hinsicht sicherlich die Erfindung des „Acquavite Optima“ 1967, aus dem später der legendäre „Monovitigno“ hervorging. 1973 kam der erste reinsortige Grappa aus der Picolit-Traube in den Verkauf, der erste Grappa mit einer Jahrgangsangabe, einer Flaschennummer und der Angabe der destillierten Gesamtmenge. Der Erfolg gründete auf einem rigorosen Qualitätsmanagement und einem modernen Marketing, das vor allem von Gionnala vorangetrieben wurde. Sie wollte den schlechten Ruf des Grappa nicht akzeptieren und war überzeugt, dass ein guter Grappa mühelos mit einem Whisky mithalten könne. So verschickte sie einige Flaschen des Monovitigno, für die eigens exquisite Glasflaschen designt wurden, an italienische und internationale Prominenz – und das schon in den 1970er Jahren, als Promi-Marketing noch nicht sonderlich verbreitet war. Heute wird der Grappa Monovitigno aus acht verschiedenen Traubensorten reinsortig hergestellt.

Immer wieder wurden die Noninos vor Herausforderungen gestellt. So mussten sie feststellen, dass die friaulischen Rebsorten, die sie gerne für die Grappaherstellung verwenden wollten, nämlich Ribolla Gialla, Schioppettino, Tazzelenghe und Pignolo nicht mehr angebaut wurden. Der Grund hierfür war eine Schlamperei bei den zuständigen Behörden. Als Italien in die EU kam, wurden diese Rebsorten schlicht nicht in die Listen für die zugelassenen Sorten aufgenommen und waren demnach nicht für den Anbau zugelassen. Die Noninos riefen kurzerhand den Risit d‘Aur-Preis ins Leben, einen Preis, der den Anbau und die Forschung zu den genannten einheimischen Rebsorten fördern sollte. Um sich vor Klagen zu schützen, beriefen sie kurzerhand die Personen in die Jury, die das Verbot des Anbaus eigentlich kontrollieren sollten. Die Rechnung ging auf, und Ende der 70er Jahre wurden die Rebsorten in die Listen aufgenommen und konnten somit wieder straffrei angebaut werden. Die Familie Nonino betreibt heute fünf Brennereien, die alle nach traditioneller Art brennen. Insgesamt stehen 68 Brennkolben in den Räumlichkeiten der Destillen, 12 für jedes erwachsene Familienmitglied sowie je eines für die mittlerweile acht Enkelkinder. Bis heute kaufen die Noninos ihre Trauben bzw. ihren Traubentrester selbst ein und destillieren ihn so frisch wie möglich, um einen besonders reintönigen Grappa zu erhalten. Die Trauben und der Trester vergären gleich nach der Anlieferung unter Luftabschluss in Edelstahlbottichen. In einem diskontinuierlichen Brennverfahren wird der Mittellauf aufgefangen, zum Teil werden die Destillate nach dem Brennvorgang in Holzfässern veredelt. Die Familie kann mittlerweile auf Eichenfässer aus Frankreich, gebrauchte Sherry-Fässer, sowie Fässer aus Akazien- ,Wildkirschen- und Birnenholz zurückgreifen. Neben dem Grappa in verschiedenen Ausführungen haben die Noninos sich ein neues Verfahren zur Herstellung eines Traubenbrandes schützen lassen – den Ùe – bei dem die Trauben zusammen mit ihrem Saft und den Schalen vergoren und danach gebrannt werden. Die Linie „Frut“ beinhaltet Obstbrände. Das neueste Projekt der drei Schwestern ist ein Destillat aus Zitrusfrüchte-Honig, dem „Gioiello“. Die Zulassung dieses Produktes war nicht ganz einfach, da es sich nicht um ein pflanzliches Produkt handelt, demnach gab es keine gültige Regelung. Aber auch diese Hürde haben die Schwestern überwunden und heute ist der Gioiello im Handel erhältlich. Nicht ohne Grund kann man das Unternehmen als Pionier in Sachen Grappa sehen. Zahlreiche Auszeichnungen bestätigen dies. Außerdem sind die Frauen der Familie als Botschafter des Grappas in der ganzen Welt unterwegs.

  • gegründet:
    1897
  • Besitzer:
    Familie Nonino
  • Webseite
    www.nonino.it

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