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finch Whiskydestillerie

Am Berg, 72535, Heroldstatt, DE

Nellingen, ein typischer Ort auf der schwäbischen Alb, liegt etwa 20 Autominuten von Ulm entfernt. Große Gehöfte, teilweise noch bewirtschaftet, hübsche Vorgärten in denen man keinen asiatischen Steinfirlefanz findet sondern Blumen und Gras und Landgasthöfe - hier ist die Welt noch in Ordnung. Der Fink’sche Hof befindet sich mitten im Dorf, ist groß und verschachtelt, neben einem Restaurant gibt es auch Hotelzimmer und Tagungsräume. Die Brennerei liegt direkt auf der gegenüberliegenden Hofseite des Hotels mit seiner Terrasse. Hier wird um das Brennen kein großes Mysterium gemacht, die Tore stehen offen, jeder könnte mal ein Auge reinwerfen und der Brennerin bei der Arbeit zusehen. Diese Einstellung ist sehr wichtig für Hans-Gerhard Fink – transparent soll das Arbeiten sein. Der Hof ist seit sechs Generationen in Familienbesitz, die Brennerei kam erst 1999 vom Schwiegervater dazu. Als Hans-Gerhard Fink die Brennerei übernahm, war das zunächst keine Liebesheirat. Er kannte sich mit dem Brennen nicht so gut aus, sowieso war die Brennerei auf Obstbrände ausgelegt – Whisky stand überhaupt nicht zur Debatte. Ein alter Schulfreund, den er jahrelang nicht gesehen hatte, nahm ihn mit ins „Tal“ um auf einer Obstbaumwiese Bäume zu schneiden und ihm so die landwirtschaftliche Arbeit eines Obstbrenners näher zu bringen. Als er also mit seiner Schere durch die Reihen lief, wurde dem studierten Agrar-Ingenieur klar, dass seine Zukunft wohl eher auf einem Mähdrescher zu suchen war, als auf einer Obstbaumwiese. Also begann er, das Getreide von seinen eigenen Feldern zu darren und zu mälzen, um schließlich schwäbischen Whisky daraus herzustellen. Zunächst auf dem Hofgut Aglishardt, seit dem Neubau einer eigenen pot still zu Hause in Nellingen, wird daheim gebrannt. Bei einem Rundgang durch die Brennerei kann man die 3000 Liter Brennblase sehen. Seit 2012 steht sie da, eigens entwickelt und mit einem Brennereihersteller gebaut, wurde sie auf die ganz eigenen Bedürfnisse angepasst. Bei Finch wird der Vorlauf großzügig und konsequent abgeschnitten und an die Industrie zur Weiterverarbeitung verkauft. Ein Teil des frühen Nachlaufes, in dem noch Aromastoffe enthalten sind, wird aufgefangen und nochmals gebrannt.

Der Rest wird abgeschnitten. Dieses Verfahren lässt einen hochalkoholischen, aber bereits sehr weichen new make entstehen. Die Kupferbrennblase brennt das ganze Jahr über, außer an Weihnachten, Ostern und Pfingsten, wie sich das für eine rechte schwäbische Brennblase gehört. So füllt Herr Fink 20-30 Fässer pro Woche. Mittlerweile ist ein ansehnliches Fasslager mit etwa 3000 Fässern entstanden. Den Unternehmer plagen Platzsorgen. Deshalb ist neben den Lagern auf Aglishardt, Oppingen und Nellingen ein weiteres geplant. Die beachtlichen Investitionen sind notwendig: „Wir wachsen momentan dreistellig, der Markt will bedient werden. Außerdem investiere ich hier langfristig.“ Hans-Gerhard Fink freut sich, dass er dabei in Zukunft aus dem Vollen schöpfen kann. Seine Fässer kommen aus der ganzen Welt, er sucht sie selber aus. Neben Bourbonfässern aus den Häusern Heaven Hill, Jack Daniels und Buffalo Trace, verwendet er auch Fässer aus Griechenland, Frankreich, Schottland und Spanien. Innerhalb von 8-10 Tagen treffen die ungeschwefelten 225l Barriquefässer bei ihm ein. Die Konservierung erfolgt mit dem hauseigenen 90%igen new make. Danach sind die Neuzugänge einsatzbereit. Der Chef gibt die optimale Reifezeit seiner Brände mit 5-12 Jahre an. Längeres reifen sei schlicht nicht notwendig, meint Herr Fink und schmunzelt. Durch die konsequente Abtrennung des Herzstückes beim Brennen gerieten weniger unerwünschte Stoffe in seinen Whisky. Die müssten sich dann bei der Lagerung auch nicht so lange abbauen, bis ein weicher Geschmack erreicht sei. Fink begeistert sich für das Land, die rauhe Hochfläche der Schwäbischen Alb und die Landwirtschaft. Etwa 400 Hektar Felder bewirtschaften Fink und sein Team. Das gesamte Getreide für seine Whiskys stammt aus eigenem Anbau. Neben Weizen stehen auch Mais, Dinkel, Emmer und Einkorn zur Verfügung. Wir sind gespannt, welcher gute Tropfen in Zukunft aus den gut gefüllten Lagerhäusern von Hans-Gerhard Fink seinen Weg zu den Whiskyliebhabern finden wird. Malt Whisky Yearbook 2018 * Hans-Gerhard Fink founded the distillery in 2001 and since then it has moved twice, the last time in 2016. The distillery is one of Germany´s biggest with a yearly production of 250,000 litres and it is also equipped with one of the biggest pot stills in Germany – 3,000 litres. The range of whiskies is large and they are made from a variety of different grains. The age is between 5 and 8 years and included is a 6 year old single malt.*

  • gegründet:
    1999 unter heutiger Leitung
  • Kellermeister/-in:
    Hans-Gerhard Fink
  • Besitzer:
    Hans-Gerhard Fink
  • Webseite
    www.finch-whisky.de

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