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Glengoyne Distillery

G63 9LB, Dumgoyne, Near Killearn, GB

Ganz im Süden der Whiskyregion Highlands, liegt die kleine Destille Glengoyne ziemlich genau an der Grenze zu den Lowlands. Noch weiter südlich findet man die Stadt Glasgow - Glengoyne liegt nur etwa 20 Km von Glasgow entfernt. Glengoyne ist per se etwas Besonderes, da sie als eine der wenigen Destillen immer noch familiengeführt ist. Doch zurück zum Anfang: 1820 brannte George Cornell seinen Whisky noch illegal - damals keine Seltenheit - auf seiner Farm Burnfoot, nahe dem Ort Killearn, wo auch die heutige Destille steht. Es ist anzunehmen, dass George keineswegs der Erste in seiner Familie war, der (illegal) brannte, er soll das Handwerk bereits von seinem Großvater gelernt haben. Allerdings lässt er die Destille als „Glengiun of Burnfoot“ 13 Jahre später lizensieren. Erst 1907 wurde der Name in Glengoyne geändert, was übrigens so viel wie „Glen of the wild gees“ also „Tal der wilden Gänse“ bedeutet. 1869 übernahm Cochran Cartwright die Geschäfte in der Destille. Er ertrank, mutmaßlich nach ein paar „Dram“ zu viel, 1899 im Teich der Destille. Eine launige Geschichte erzählt, dass sein Geist immer noch in Glengyone umgeht. 1966 folgte aufgrund der steigenden Nachfrage der Bau des heutigen Destillengebäudes, die Produktion wurde damit verdreifacht, auf 1,2 Millionen Liter jährlich. Die Destille unterhält bis heute drei Brennblasen mit einer einzigartigen Form. Nach einigen Besitzerwechseln kauften die Ian Mcleods Distillers das Unternehmen 2003 von der Edrington Group und machten es so zu einem familiengeführten Unternehmen. Diesem Umstand sei es zu verdanken, sagt Brennmeister Duncan, dass man auf Glengoyne noch sorgfältig und langsam arbeiten können und kein Buchhalter einem die Geschwindigkeit des Durchlaufes vorgeben würde. Tatsächlich ist es die Langsamkeit und die Zeit, die man sich auf Glengoyne für die Destillation nimmt, ein wesentliches (Marketing-)Merkmal der Destille. Man rühmt sich, den langsamsten Brennvorgang in ganz Schottland zu haben, wobei der Brand möglichst lange mit dem aromaspendenden Kupfer der Brennblasen in Kontakt bleibt. Dies, und die Tradition keine getorfte Gerste zu verwenden, würden zu den feinen, fast süßen Aromen im Whisky führen.

Ein weiteres Augenmerk ist die Beschaffung adäquater Fässer für die Lagerung des Glengoyne Whiskys. War das Fass ehedem eine kostengünstige Lagerungsmöglichkeit, ist es heute sehr kostspielig, Fässer zu beschaffen. Es beginnt damit, dass ein Team der Destille nach Nordspanien fährt, um sich Bäume auszusuchen, die dann im Auftrag geschlagen werden. Anschließend wird das Holz zwei bis drei Jahre an der Luft getrocknet, bevor es nach Jerez in eine Küferei geliefert wird. Die fertigen Fässer sind zunächst in einer Sherry Bodega in Benutzung. Nach 20 Monaten wird der Sherry aus dem Fässern entfernt, sie werden auseinandergenommen und nach Schottland in eine Küferei geliefert, die dann die Fässer neu zusammenbaut und toasted. Es dauert etwa sechs Jahre, bis die bestellten Fässer auch tatsächlich mit Whisky gefüllt werden. Der Hauptteil der in der Destille verwendeten Fässer durchlaufen diesen Weg. Die Lagerung erfolgt in einem Backsteingebäude, in dem es im Winter zwar auch kalt werden kann, das aber die Sommerhitze weitgehend draußen hält. Ein schönes Projekt rief die Destille, die zu 100% erneuerbare Energie verwendet, 2011 ins Leben. Die Überreste aus dem zweiten Destillationsvorgang, die „spent lees“ bestehend aus Wasser und etwas Kupfer, werden in der Sumpflandschaft nahe der Destille gefiltert und so wieder dem Wasserkreislauf zugeführt. Durch ihr Engagement gewann Glengoyne bereits mehrere Nachhaltigkeitsauszeichnungen. Michael Jackson Malt Whisky: *Glengoyne ist Glasgows zweite Destillerie. Sie wirbt mit ihrer stadtnahen Lage und bietet Besuchern interessante Einblicke. Hinzu kommt eine wachsende und erlesene Auswahl an Single Malts. Zwar gehört Glengoyne nicht zu den weithin bekannten Brennereien, doch dafür kann sie mit einer besonders idyllischen Lage an einem Wasserfall punkten, und sie liegt keine 20km vom Stadtzentrum entfernt. Die Brennerei wurde 1833 gegründet. Glengoyne wirbt seit Langem mit der Tatsache, dass die Gerste, die für die Whiskyproduktion verwendet wird, ungetorft ist, und erklärt dies damit, dass die delikaten Aromen des Glengoyne sonst von den schweren Rauchnoten des Torfs übertönt würden. In jüngerer Zeit wirbt die Destillerie zudem mit einer Besonderheitn: Der Brennvorgang in Glengoyne läuft länger als in jeder anderen Brennerei Schottlands, wodurch das Destillat stärker dem aromaspendenden Kupferkontakt ausgesetzt ist.*

  • gegründet:
    1833
  • Besitzer:
    Ian Macleod Distillers Ltd
  • Webseite
    www.glengoyne.com