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Wisdom & Warter, Sherry

Carretera N-IV, km 641,75, 11408, Jerez de la Frontera, ES

Sherry, der wahrscheinlich bekannteste Wein Andalusiens, der in seinem Charakter und seiner Herstellung seinesgleichen sucht, darf aus den drei weißen Rebsorten Palomino, Pedro Ximénez und Muscat d’Alexandrie erzeugt werden, wobei die Palomino-Traube die meistverwendete ist. Sie wächst in der Provinz Cádiz – um die Stadt Jerez de la Frontera, dem Zentrum der Sherry-Produktion - in der Nähe des Meeres, wo trotz der hohen Temperaturen immer eine kühle Brise des Atlantik herüberweht, auf den weißen Albariza-Kreideböden und erreicht ebenda ihre beste Qualität. Im Jahre 1855 gründeten Henry Wisdom und Joseph Warter die Firma Wisdom. Die Firmengründung basierte eher auf einem Schicksalsschlag: der ältere Bruder von Henry Wisdom war beim Untergang der SS Arktis ums Leben gekommen und hatte seinem kleinen Bruder eine beachtliche Weinsammlung vermachte. Wisdom & Warter ist eine der wenigen britischen Firmen, die trotz der napoleonischen Invasion in Jerez geblieben sind und heute noch als einzige seit Anbeginn unter dem gleichen Namen agiert. Das Unternehmen belieferten das britische Königshaus unter König Georg und zählten nur 6 Jahre nach der Gründung zu den zehn besten Sherryhäusern seiner Zeit. Ebenfalls gelten Sie als die Pioniere für den Handel im holländischen Markt, der heute als der weltgrößte Markt für Sherry gilt. Auf dem Wappen und den Etiketten der Firma prangt eine Adlereule. Dies geht auf die Geschichte zurück, als Millicent Warter Gandell um die Jahrhundertwende ein aus dem Nest gefallenes Jungtier fand und es auf dem Anwesen seines Vaters großzog. Die Eule mit ihrem Scharfsinn war somit die Grundlage für das jetzt so berühmte Symbol von Wisdom & Warter.

Der Fino: klassisch trocken wird er zunächst als trockener Weißwein im Fass gelagert, in dem sich die Florhefe auf der Oberfläche bildet und sich schließlich wie ein Film über die gesamte Oberfläche legt, sodass der Wein luftdicht reift - dies hinterlässt charakteristische Geschmacksnuancen. Da die Hefe auf zu viel Alkohol empfindlich reagiert, wird der Fino nur sehr vorsichtig aufgespritet und weißt selten mehr als 15% vol auf. Der Amontillado: ursprünglich durch zu viel Wärme entstanden, welche die Florhefe abgetötet hat. So gelangte Sauerstoff an den Wein, oxidierte diesen und es entwickelt sich mehr Fülle und die typische Bernsteinfarbe. Ein echter Amontillado ist also ein ohne Florhefen gealterter Fino! Heute wird der Fino auf 16% vol aufgesprittet und mit Süßreserve gesüßt, sodass er als medium dry in den Regalen steht. Der Oloroso ist ein Sherry ohne Florhefe. Der Wein wird nach der Gärung direkt auf 18 % vol angereichert, sodass sich die Hefe nicht bilden kann. Durch diesen Sauerstoffkontakt erhält er seine karamellig-dunkel Farbe und den typischen Geschmack nach Trockenfrüchten. Olorosos sind also auch von Natur aus trockene Sherrys, werden aber in der Praxis mit süßem Most verschnitten, um als Cream-Sherry in den Handel zu gelangen.

  • gegründet:
    1855