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Jean Luc Colombo

La Roche, 2660, Tain LHermitage, F

Das Rhône-Tal ist laut der Meinung vieler Experten, besonders derjenigen, die dem Rummel um Bordeaux-Weine gerne fernbleiben, eine der Weinregionen Frankreichs, in der ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis herrscht. Nach den Appellationen Bordeaux und Burgund ist das Rhône-Tal der drittgrößte Weinerzeuger der Nation. Aufgrund seiner großen Nord-Süd Ausdehnung sind Klima und Terroir sehr heterogen, was natürlich zu charakterlich sehr unterschiedliche Weine führt. Die Rhône entspringt in den Schweizer Alpen, und die Weinrebe ist von Anfang an ihr Begleiter. Südlich von Lyon, wenn man der Industriemetropole bei Vienne langsam den Rücken kehrt, kommt man in eine Weingegend, die das nördliche Gebiet des Rhône-Tals markiert. Der Wein wächst hier oft auf süd-östlich geneigten, zum Teil sehr steilen Hängen über dem Fluss. Auf der linken Seite der Rhône findet man den Berg „Hermitage“, nach dem auch die gleichnamige Appellation benannt ist. Etwas weiter südlich, auf der anderen Flussseite liegt die Appellation „Cornas“, deren Weinreben terrassiert auf Granitböden wachsen. Folgt man dem Fluss nun weiter, gelangt man in das Gebiet der südlichen Rhône. Die allerbekannteste Appellation ist hier sicherlich die AOC Châteauneuf-du-Pape. Das Klima ist hier anders, der Mistral schickt seine kalten Winde über das Land. Die Reben werden eher in Bodennähe als Busch erzogen. Viele Weine der südlichen Rhône werden als Cuvées angeboten, allein für einen Châteauneuf-du-Pape sind 13 verschiedene Rebsorten zugelassen, obwohl die meisten Winzer nur vier bis fünf Sorten verwenden. Die Geschichte von Jean-Luc Colombo ist untrennbar mit dem Rhône-Tal verbunden. Der studierte Pharmakologe und Önologe gründete in den 90er Jahren eine Wein-Beratungsfirma. Obwohl er in dem Ruf stand, unbequeme Wahrheiten und Meinungen kundzutun, fanden seine Kunden ihn, und die Firma wuchs. Seinen ersten Weinberg kaufte er zusammen mit seiner Frau Anne, die ebenfalls Önologin ist, in Cornas, jener schwierig zu bewirtschaftenden Appellation am westlichen Ufer der nördlichen Rhône. Viele Weinbauern haben sich über die Jahrhunderte abgemüht, um diesen heißen, steilen Hängen ihre Syrah-Trauben abzutrotzen. Einige gaben auf, nicht umsonst bedeutet das aus dem keltischen stammende Wort Cornas „verbrannte Erde“. Die Syrah-Weine von Cornas sind ungestüm und feurig, eher altmodisch zu nennende, tiefdunkle Weine. Die Ankunft von Colombo brachte frischen Wind in die Region. Durch seine Popularität gewannen die Cornas-Weine wieder an Bedeutung, und so stiegen die Preise, da die Nachfrage stieg. Mittlerweile sind die Weine von Cornas so gefragt, dass neue Rebflächen in der Appellation entstehen, nicht immer zur Freude der Winzer und Experten. Denn die Böden in der Ebene und auf dem Plateau sind ganz anders als die an den Hängen. Man fürchtet, dass der Ruf der sehr eigenen Cornas-Weine verwässert werden könnte. Colombo zumindest bewirtschaftet seine steilen Terrassen nach althergebrachter Art, zum Teil auch mit Pferdestärken; vor allem aber ist er ein überzeugter Anhänger des biologischen Anbaus. Nach und nach kaufte er weitere Weinberge unter anderem in Hermitage, Crozes-Hermitage, Saint-Joseph, Saint Péray, Tavel und Châteauneuf-du-Pape. Der nimmermüde Macher kreierte sein eigenes Provence-Label namens „Côte Bleue“, dessen Weinberge auf den Hügeln am Golf von Marseille liegen. Erst 2009 bepflanzte er sie, um 2012 den ersten Jahrgang zu vinifizieren. Außerdem handelt er mit über 35 verschiedenen Weinen von der Rhône und aus Languedoc-Roussillon und ist als Lobbyist viel unterwegs. Bei der Vinifiaktion achtet er darauf, dass seine Weine mit einer guten Küche harmonieren. Seine Tochter Laure ist seit 2010 im Familienunternehmen tätig, auch sie ist, wie könnte es anders sein, studierte Önologin und Winzerin.

  • Kellermeister/-in:
    Jean Luc Colombo
  • Besitzer:
    Jean Luc Colombo