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Weingut Knipser

Hauptstr. 49, 67229, Laumersheim, D

Nördlich von Mannheim kreuzt die A6 den Rhein in westlicher Richtung. Schlägt man diese ein, so kann man bald die Berge des Pfälzer Waldes am Horizont entdecken. Kurz davor findet man dann das Dörfchen Laumersheim. Mit etwa 2000 Sonnenstunden im Jahr ist die Region eine der sonnigsten in Deutschland. Der Pfälzerwald wirkt wie ein Bollwerk gegen Regenwolken, die meisten bleiben schon dort hängen und regnen sich ab. So kommt es, dass die Pfalz nur etwa 500 mm Regen im Jahr abbekommt, im Vergleich dazu ist das Bordelais mit bis zu 900 mm/Jahr sehr nass. Allerdings können die Sommer in der Pfalz sehr heiß und schwül sein, was manchmal eine Prüfung für Mensch und Tier ist. Laumersheim liegt am nördlichen Ende der Deutschen Weinstraße; entlang welcher viele gute und einige Spitzenweingüter des Anbaugebietes liegen. Zu den letzteren gehört mit Sicherheit auch das Weingut Knipser, dessen Rebflächen sich von der Freinsheimer Höhe im Süden bis an den Rand des nördlich gelegenen Nachbardorfes Dirmstein erstrecken. Der ehedem aus Meran stammende Knipser-Urvater, der letztendlich den Pfälzer Stamm der Knipsers gründete, war Johann Georg Knipser, der 1615 von Südtirol in die Rheinpfalz auswanderte. Seit 1876 sind die Knipsers in Laumersheim ansässig. Wie noch heute für die Region typisch, wurde der Hof zunächst als landwirtschaftlicher Gemischtbetrieb bewirtschaftet. Neben dem Obst- und Ackerbau wurde auch Weinbau betrieben, die Weine fassweise verkauft. 1948 begann Heinz Knipser, früher als viele seiner Kollegen, mit der Flaschenabfüllung und der Direktvermarktung. Aber es dauerte noch bis in die 1980er Jahre, bis Werner Knipser endgültig komplett auf Weinbau umstellte. Der Aufstieg an die Weltspitze konnte beginnen. Mitte der 80er Jahre begannen Volker und Werner Knipser, die das Weingut immer noch zusammen führen, mit dem Ausbau in Barriques, gleichzeitig wurde der Rotweinanteil im Weinberg erhöht. 1993 wurden die Knipsers in den renommierten Kreis der VdP-Weingüter aufgenommen. Die Zukunft des Weingutes steht schon auf festen Füßen, denn seit 2005 ist Werners Sohn Stephan Miteigentümer des Weingutes. Auch die jüngere Schwester Sabine engagiert sich seit 2009 im Familienbetrieb, unterbrochen nur von einem Auslandsaufenthalt.

Das besondere an der Familie ist, dass sie mit einer nonchalenten Art daherkommen und es den Anschein hat, als würden sie ihre Spitzenerzeugnisse einfach so aus dem Ärmel schütteln. Rot wie Weiß, Basis wie Premium – die Weine von Knipser werden in allen Weinführern gleichermaßen gelobt. Eine der wichtigsten Rieslinglagen ist der Dirmsteiner Mandelpfad. Dessen Herzstück ist das sogenannte „Himmelrech“, welches die Knipsers seit 2001 bewirtschaften. In dieser Lage dominieren mächtiger Löß und Kalk, der Hang ist südlich exponiert, sehr geschützt und hitzig. Er bringt Rieslinge mit verschwenderischer Fruchtfülle hervor, aber auch Cabernet Sauvignon und Merlot finden hier optimale Wachstumsbedingungen. Auf 56 Hektar Anbaufläche herrscht Löß vor, mit einer mehr oder weniger dicken Auflage aus Kalkmergel, die an manchen Stellen nur 20cm, an anderen mehrere Meter dick ist. Gelesen wird von Hand, die Knipsers legen außerdem Wert auf eine konsequente Ertragsreduzierung durch eine „grüne Lese“. Die Rotweine werden nach Bordelaiser Vorbild immer in Barriquefässern gelagert, der Spätburgunder reift in 30-50% neuen Fässern, Dornfelder und Cabernet Sauvignon in bis zu 100% neuen Fässern. Der Cuvee X wird von Eichelmann als die: „perfekte Pfälzer Interpretation eines Top-Bordeaux“ bezeichnet. Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020 *Werner und Volker Knipser haben Laumersheim bekannt gemacht. Für Rotwein zunächst, aber in den letzten Jahren erzeugen sie regelmäßig auch faszinierende Chardonnay, Grauburgunder und Rieslinge, die zur Spitze in der Pfalz und in Deutschland zählen. Daneben gibt es insbesondere noch Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer und Silvaner. Als Spezialitäten bauen sie früher in der Pfalz und in Deutschland weit verbreitete Sorten wie Gelber Orleans oder Blauer Arbst an, die inzwischen ganz aus deutschen Weinbergen verschwunden sind. An roten Sorten gibt es neben Spätburgunder, Sankt Laurent und Dornfelder schon recht lange auch internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot und Syrah. Seit 2005 ist auch Werner Knipsers Sohn Stephan im Betrieb tätig. Kollektion In der Spitze so stark wie noch nie – so das knappe Fazit über die aktuelle Kollektion der Knipsers. Aber es geht auch ausführlicher: Allen voran waren wir vom Spätburgunder aus dem Kirschgarten fasziniert, der ein tiefes, vielschichtiges Bouquet zeigt, mit Aromen von Schwarzkirsche, Hagebutte, Waldboden und sehr dezenter röstiger Würze, dann am Gaumen ebenfalls viel klare Frucht besitzt, dazu feine Frische, gute Struktur und sehr nachhaltig ist, einer der großen Spätburgunder des Jahrgangs 2017 in Deutschland. Der „RdP“ steht ihm kaum nach, ist noch mehr auf die Reife angelegt und könnte dann den Kirschgarten sogar noch übertreffen, er zeigt ein sehr feines Bouquet, rote Früchte, Johannisbeere, Himbeere, Hagebutte, etwas Krokant und Waldboden, ist am Gaumen noch ganz jugendlich, sehr elegant und nachhaltig, der „Reserve“ ist ebenfalls sehr komplex, zeigt neben Waldboden und Krokantwürze auch etwas mineralische Noten, Eisen, besitzt jugendliche, aber reife Tannine, ist ausgewogen und harmonisch, der Mandelpfad zeigt Sauerkirsche, kräutrige Noten und dezente röstige Würze, ist kraftvoll und lang, der Große Garten ist zunächst sehr verhalten, braucht viel Luft, zeigt dann dunkle Frucht, Schwarzkirsche, etwas Pflaume, besitzt am Gaumen, Kraft, Struktur und Konzentration, gibt aber von allen Spätburgunder noch am wenigsten preis. Auch die 2016er Syrahs sind beide faszinierend komplex und besitzen kühle, kräutrige Würze, die normale Version zeigt dunkle Frucht, Eukalyptus, etwas Gummiabrieb und Krokant im Bouquet, besitzt eine noch jugendliche Struktur, ist kraftvoll und elegant, die „Reserve3“, die im September 2022 in den Verkauf kommen wird, ist noch etwas verhaltener im Bouquet, zeigt feine Röstnoten und etwas Waldboden, besitzt dann am Gaumen rote und dunkle Frucht, Brombeere, pfeffrige Würze, etwas Menthol, ebenfalls noch ganz jugendliche Tannine, ist kraftvoll und sehr nachhaltig. Die beiden Basis-Spätburgunder aus 2015 zeigen klare, dunkle Kirschfrucht und feine Krokantnoten, der „Kalkmergel“ besitzt kräutrige Würze, ist elegant und lang. Die beiden Großen Gewächse vom Riesling bewerten wir gleich, auch wenn sie sich deutlich unterscheiden, der Mandelpfad zeigt deutliche Frucht im Bouquet, Ananas, Aprikose, grünen Apfel, ist auch am Gaumen schon sehr offen und präsent, besitzt etwas Fülle und ein animierendes Säurespiel, der Steinbuckel ist dagegen noch leicht verschlossen, zeigt nur etwas kräutrige Würze, besitzt dann im Mund herbe Zitruswürze, Grapefruit, salzige Noten und ist sehr nachhaltig. Der Weißburgunder aus dem Kirschgarten zeigt klare Frucht, Birne, etwas Pfirsich, und sehr dezentes Holz, ist am Gaumen noch sehr jung, besitzt feine kräutrige Würze und ein frisches Säurespiel, vom Chardonnay konnten wir in diesem Jahr nur die „3-Sterne“-Version verkosten, die ein eindringliches Bouquet zeigt, mit Noten von Pfirsich, gelbem Apfel, Zitruswürze und feinem, dezentem Holz und die im Mund eine präsente, lebendige Säure und gute Länge besitzt. Die weißen Basisweine und der „Clarette“ sind sehr fruchtbetont, hier sticht der in diesem Jahr leicht zwiebelschalenfarbene Grauburgunder heraus, der klare Frucht, Birne, Melone, und florale und nussige Würze zeigt, leicht cremig, frisch und lang ist.* Vinum Weinguide Deutschland 2020 *Bei Knipsers hat sich personaltechnisch einiges geändert im vergangenen Jahr. Nachdem Sven Ohlinger und Philipp Seeger ja mit Dambach nun ihr eigenes Projekt haben und nur mehr vereinzelt bei Knipser arbeiten, sorgt die neue, junge Kellermeisterin Amrei Pelzer, von Stephan Knipser über den grünen Tee gelobt, mit großem Einsatz für viel Drive im Keller. Tom Benns, zuvor Ewiigkeiten bei Bürklin-Wolf im Verkauf tätigt, kümmert sich nun verstärkt um das bis dato nicht wirklich bearbeitete Exportgeschäft. Vor allem mit Pinot Noir sieht Stephan große Chancen, sich in der ganzen Welt zu etablieren, bedenke man doch die großartige Qualitätsexplosion der vergangenen Jahre. Wir geben ihm ausdrücklich und mit Freuden recht. Die Entwicklung der Pinots bei Knipser von tigerhafter Kraft zu vibrierenden Eleganz kann nicht geleugnet werden. Insofern geht man tollen Zeiten entgegen. Keine Probleme mit den Mengen Der Jahrgang 2018 hat sich bei Knipser nicht in übergroßen Mengen niedergeschlagen, weil hier ohnehin sehr viel vorab selektioniert wird. >>Jede einzelne Beere kam kerngesund und mit perfekter Reife auf den Hof, insofern sind wir überaus zufriedenDas ist natürlich nicht nur innerhalb dieses einen Jahres passiert, das zog sich über mehrere Jahre hinWir haben teilweise dazugekauft, anderes gepachtet. Wenn nötig, wurde neu bepflanzt.>lecker

  • gegründet:
    1876
  • bewirtschaftete Fläche:
    78 Hektar
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    VdP, Deutsches Barrique Forum
  • Kellermeister/-in:
    Stephan Knipser und Sven Ohlinger
  • Besitzer:
    Stephan, Volker und Werner Knipser
  • Webseite
    www.weingut-knipser.de
Angebote dieses Erzeugers:

2015 Weingut Knipser - Großkarlbacher Mandelpfad Spätburgunder VDP.Grosse Lage

38,20

2017 Knipser Dirmsteiner Mandelpfad Riesling Großes Gewächs

26,39

2015 Weingut Knipser - Laumersheimer Kirschgarten Spätburgunder VDP.Grosses Gewächs

38,15

2015 Weingut Knipser - Im Großen Garten Spätburgunder VDP.Grosse Lage

40,25

2013 Weingut Knipser - Spätburgunder Reserve

68,00

Knipser Pinot Rose Brut Nature

15,00