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Weingut Rainer Schnaitmann

Unterrtürkheimer Straße 4, 70734, Fellbach, DE

Das beschauliche Städtchen Fellbach im Remstal beherbergt einige der besten Weingüter des Anbaugebietes Württemberg. Im Remstal war es auch, wo sich ab den 1960er Jahren vereinzelt Winzer von den einflussreichen Genossenschaften lossagten und ihr eigenes Süppchen zu kochen. Ab den 1980er Jahren lag Veränderung in der Luft. Beispielsweise gründeten die damaligen „jungen Wilden aus Württemberg“, die Gruppe HADES, die sich mit der Reifung in Barriquefässern befasste, die zu dieser Zeit in Württemberg noch geradezu verpönt war. In diesem Jahrzehnt stellten sich auch die Weichen der Familie Schnaitmann, die schon seit 19 (belegten) Generationen in Fellbach als Bürger und Weingärtner tätig war. Der junge Rainer Schnaitmann, damals noch Architekturstudent, entdeckte seine Liebe zum Wein. Er schloss seine Lehre und ein Studium in Geisenheim erfolgreich ab, um sich fortan den 3 Hektar Weinbergen, die er vom Vater gepachtet hatte, zu widmen. Aber nicht nur im heimischen Betrieb lernte er das Handwerk praktisch kennen. Auch während seiner Auslandsaufenthalte blickte er mehr als einmal über den Tellerrand der schwäbischen Beschaulichkeit. 1997 war es dann soweit, Rainer Schnaitmann kelterte seinen ersten eigenen Jahrgang, der zugleich erstmals unter eigenem Namen verkauft wurde. Schnaitmann, der von sich selber sagt, der halbtrockene Trollinger sei sein Schreckgespenst, hatte sich vorgenommen, seine eigene Stilistik in den Fellbacher Wein zu bringen. Zahlreiche Auszeichnungen über die Jahre bestätigen seine präzise Arbeit, die in mittlerweile zu einem der Vorreiter in Sachen modernen württembergischen Wein gemacht hat. Im Jahr 2006 wurde das Weingut Schnaitmann in den VdP aufgenommen, eine weitere Auszeichnung auf seinem steilen Weg nach oben. Seit 2008 bewirtschaftet Schnaitmann seine Reben biologisch, seit 2016 ist er dafür zertifiziert. Der biologische Anbau habe seinen Job nicht leichter, aber besser gemacht, sagt er ganz realistisch. Zwischen seinen Rebzeilen in der bekannten Lage des Fellbacher Lämmlers wachsen ganz ungeniert Gräser und Blumen, die durch die dadurch geförderte Bodenverbesserung die Schnaitmann’schen Reben schützen. Der Fellbacher Lämmler ist eine Lage mit einer großen Bodenvielfalt. Ganz unten beginnt es mit Gipskeuper, darauf legt sich Schilfsandstein, bunter Mergel, grauer Kieselsandstein und zuletzt eine dicke Schicht Stubensandstein. Diese Vielfalt bringt Weine voller Charakter hervor, wenn man diesen denn auch gewähren lässt. Schnaitmann pflegt Weinberge am Fellbacher Goldberg, dem Uhlbacher Götzenberg und dem Rotenberger Schlossberg mit seiner imposanten Grabkapelle mit Blick ins Neckartal. Außerdem bewirtschaftet er einige Parzellen im Remstal bei Beutelsbach und Schnait, da hier das Hagelrisiko nicht so groß ist wie in den Fellbacher Gewannen.

Vinum Weinguide Deutschland 2020 *Wir werden nicht müde, darauf hinzuweisen, dass man gerade auch bei einem Starwinzer wie Rainer Schnaitmann stets einen besonderen Blick auf die kleineren Weine haben sollte. So sind auch diesmal die Weine der Steinwiege-Linie absolut empfehlenswerte Abfüllungen, die noch für unter zehn Euro zu haben sind, allen voran der Grauburgunder mit ausdrucksvoller Frucht und feinsaftiger Textur. Ähnlich im Stil, aber mit zusätzlicher Holzdimension, ist die gelungene Grau-Weiß-Assemblage. Bei den großen Rieslingen setzt der Fellbacher zunehmend auf langen Ausbau, was in besonders charaktervollen Gewächsen resultiert. Der Altenberg zeigt nun reife, dichte Saftigkeit und feste Persönlichkeit, das beeindruckende Große Gewächs aus dem Götzenberg ist ein selbstbewusstes Statement mit mineralisch durchwobener Dichte, etwas offener und fruchtiger aufgefächert ist der Lämmler. Doch auch der sehr gute Grauburgunder mit seidiger Eleganz und Tiefe um einen brillanten Kern reiht sich nahtlos in die Riege der wirklich gelungenen Großen Gewächse ein. Spätburgunder wiederum Gebietsspitze Wie nicht anders zu erwarten, sind die Spätburgunder wiederum absolute Gebietsspitze. Schon der Simonroth ist ein betörend feiner und verführerischer Zweitwein (was für eine Untertreibung!), das überragende Große Gewächs ist dicht verwoben und doch auch markant belebt sowie mit beeindruckendem Finish ausgestattet: ein echter Grand Cru, auf dessen Entwicklung es sich zu warten lohnt. Nicht lange warten braucht man hingegen beim Frühburgunder mit subtil kräutrig unterlegter, ungemein charmanter Kirschfrucht. Hervorragende Tanninqualität und schöne Frische zeichnen den Simonroth Lemberger aus, in sich ruhende, aristokratische Größe mit selbstbewusster Persönlichkeit und Struktur das Große Gewächs aus dem Lämmler. Mit großem Aromavolumen, aber keinesfalls dick am Gaumen und mit subtiler Frische im Finish ist Schnaitmann aber auch mit der Gewürztraminer-Beerenauslese ein Coup gelungen.* Gault & Millau Weinguide Deutschland 2020 *Wenn man Rainer Schnaitmann in Action erlebt, versteht man schnell, dass er binnen gut 20 Jahren ein absolutes Vorzeigeweingut geschaffen hat. Er strotzt regelrecht vor positiver Energie, setzt sofort jeden Gedanken in die Tat um und hat sein Blick zumeist nach vorn gerichtet. Währenddessen kümmert sich seine Frau Petra darum, dass im Betrieb auch alles reibungslos läuft. Aus den anfänglich drei Hektar Rebanlagen, die Rainer´s Vater verpachtet hatte – das war 1997 – sind mittlerweile stolze 27 Hektar geworden. Für einigen Aufwand sorgt die Tatsache, dass sich die Reben über rund 168 Parzellen verteilen. Allerdings hat Schnaitmann dadurch wiederum die Möglichkeit, seine Ideen auch mit kleinen Gebinden umzusetzen. Besonders stolz ist er derzeit auf den Erwerb von einem Hektar Terrassenweinbau, auch wenn der einen noch viel größeren Aufwand verlangt. Den scheut der energiegeladene Weinmacher jedoch nicht. Schon 2010 fing er an, sein Weingut auf ökologischen Weinbau umzustellen; 2015 kam dann die offizielle Zertifizierung. Die Weine werden seither auch komplett spontan vergoren, um ihnen noch mehr Charakter zu verleihen. Ein Patentrezept gibt es bei Rainer Schnaitmann aber nicht. Stillstand ist Rückschritt. Schon vor zehn Jahren arbeitet er daran, den Spätburgunder mit Ganztraubenpressung und experimentellem Holzeinsatz auszubauen. Nun geht der Trend immer mehr u größeren und auch älteren Fässern. Seine Toplagen bezeichnet Schnaitmann als „Festsaal für die Reben“. Allerdings hatte er zu Beginn seiner Karriere auch andere Erfahrungen gemacht. Am 5. Juni 2000 zerstörte ein Hagelunwetter sämtliche Fellbacher Weinberge. Aus heutiger Sicht hatte die Katastrophe auch ihr Gutes: Auf der Suche nach Ersatz wurde Schnaitmann im Remstal fündig. Der Jahrgang gelang, und in der Folge versuchte er, meist mit Erfolg, die besten Lagen im Betrieb zu behalten. So entstand der zweite große Schwerpunkt seines Weinbaus: in Schnait, Beutelsbach und Strümpfelbach im Remstal. 2006 wurde Schnaitmann in den VDP aufgenommen – damals als jüngstes Weingut. Dank kühlerer Lage in seinem Portfolio findet Pinot Noir, die Diva unter den Rotweinreben, ideale Bedingungen. Der 2017er Fellbacher Lämmler Spätburgunder Großes Gewächs gehört fraglos zu den besten Pinots Noirs in Deutschland. Er funkelt in tiefem Kirschrot und benötigt viel Sauerstoff, um sich zu öffnen. Dann jedoch kommen reife Feigen, Thymian und viel Mineralität, vor allem am Gaumen – ein Wein mit riesigem Potenzial. Schon vor gut zehn Jahren hatte Rainer Schnaitmann großartige Pinots gezaubert, wie man es damals für Württemberg kaum für möglich hielt. Aber natürlich kann Rainer Schnaitmann Lemberger so richtig gut. Der Wein aus seiner Toplage, der 2017er Fellbacher Lämmler, leuchtet in tiefdunklem Rot und duftet verführerisch nach Himbeerbonbons, Pralinen, Kokos und Veilchen. Am Gaumen wird er noch floraler, wie ein Strauß Rosen, und bleibt lange im Nachhall. Auch der 2018er Trollinger Alte Reben trocken macht sozusagen Appetit aufs Trinken. Diesen Trollinger gibt es seit 2007, und seit jeher wird er ohne Schwefel ausgebaut. Man glaubt es nicht, dass dieser Wein ohne Schwefel keinerlei Oxidation aufweist. Der in Kirschrot leuchtende Rotwein animiert mit seiner enormen Fruchtigkeit, die an rote Früchte und Marzipan denken lässt. Tolle Säure verleiht ihm Saftigkeit. Ideale Bedingungen für die Rotweine bietet der wirklich sehr sehenswerte Barriquekeller. Dort kann Schnaitmann mit Gravitation arbeiten. Immer wieder kommen Kollegen vorbei, um den Keller in Augenschien zu nehmen.* Falstaff Wein Guide Deutschland 2020 *Rainer Schnaitmann scheint sich jedes Jahr neu zu erfinden, Routine und Wiederholungen will der umtriebige Winzer wohl nicht einreißen lassen. Sein Großes Gewächs vom Riesling aus dem Uhlbacher Götzenberg kann jedenfalls exemplarisch für Schnaitmanns Experimentierdrang stehen: Sein phenolischer Eintrag tastet sich an die Grenze des noch Möglichen ran, es ist ein eigenwilliger und auch beeindruckender Charakterwein. Auch das kantige und trotzdem charmante Grauburgunder-GG trotzt mutig den Klischees, die dieser Rebsorte anhängen. Die Rotweine stehen auf gewohnt hohem Niveau!* Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020 *Rainer Schnaitmann vermarktete mit dem Jahrgang 1997 die ersten Weine unter dem eigenen Etikett. „Das war ein Aufruhr in Fellbach, als sich der Rainer selbständig machte“, erinnert sich sein Vater noch heute. Davor hatte der Geisenheim-Absolvent Praktika in Neuseeland (Morton) und in Südtirol (Waldthaler) gemacht. Das Gros seiner Weinberge liegt im Fellbacher Lämmler, aber auch in benachbarten Lagen ist er vertreten, so in Uhlbach im Götzenberg, in Untertürkheim im Mönchberg oder in Schnait im Altenberg. Seine wichtigsten Rebsorten sind Riesling, Spätburgunder und Lemberger, dazu gibt es Schwarzriesling und Trollinger, aber auch internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Sauvignon Blanc, sowie Spezialitäten wie Gewürztraminer und Muskattrollinger; auch einen Silvaner aus Schnait, einem einst für Silvaner bekannten Ort, hat Rainer Schnaitmann im Programm. Ausgesuchte Weine werden im Barrique ausgebaut und seit dem ersten Jahrgang unter dem Namen „Simonroth“ verkauft, nach dem Namen der Lämmler-Teillage, in der Rainer Schnaitmann seine größte zusammenhängende Parzelle besitzt. Darüber stehen die Großen Gewächse aus dem Lämmler – Riesling, Spätburgunder, Lemberger – und dem Götzenberg (Riesling). 2011 wurde für reinsortige Weine aus Fellbacher und Stuttgarter Lagen die Bezeichnung Steinwiege eingeführt. Inzwischen werden die Weinberge biologisch bewirtschaftet, zertifiziert seit 2013, Rainer Schnaitmann ist aber bisher noch keinem Verband beigetreten. Schon in der ersten Ausgabe empfahlen wir die Weine von Rainer Schnait¬mann – den damals noch niemand kannte, kein Wunder, hatte er doch erst zwei Jahre zuvor mit der Selbstvermarktung begonnen. Heute kennt man ihn nicht nur in Württemberg, sondern in ganz Deutschland. Jahr für Jahr konnte er die Qualität steigern, Jahr für Jahr haben uns seine Kollektionen besser gefallen. Dies gilt gleichermaßen für Weiß- wie für Rotweine. Kollektion Rainer Schnaitmanns Kollektion ist besser denn je. Der Steinwiege-Weißbur¬gunder ist wunderschön reintönig, lebhaft und fruchtbetont, die Grau.Weiss-Cuvée besitzt Fülle und Grip, reife Frucht und gute Struktur. Der Riesling aus Schnait besitzt rauchige Noten, viel Frische und Grip, sein Fellbacher Kollege ist fülliger und kraftvoller, besitzt reife Frucht, gute Struktur und Frische. Der Sauvignon Blanc Ifflinger ist kraftvoll und kompakt, stoffig und hat Substanz. Der Erste Lage-Riesling vom Beutelsbacher Altenberg zeigt rauchig-würzige Noten, besitzt Fülle und Kraft, reife Frucht, viel Druck und Länge. Das Große Gewächs aus dem Götzenberg ist würzig und eindringlich, konzentriert und klar, herrlich druckvoll und komplex, präzise, mit mineralisch-bitteren Noten im Abgang, ein Wein mit viel Potenzi¬al. Ganz faszinierend ist auch der Grauburgunder, zeigt reintönige Frucht im Bouquet, feine Frische, gelbe Früchte, ist wunderschön reintönig und harmonisch im Mund, geradlinig und lang, komplex und nachhaltig – aufgrund der kräftigen Säure wurde er recht kontrovers diskutiert bei unserer Grauburgunder-Schlussverkos¬tung. Die Gewürztraminer Beerenauslese besitzt viel reife Frucht, feinen Rosenduft, ist sehr reintönig und konzentriert. Der Muskattrollinger Rosé besitzt eindringliche Muskatnoten und viel Frische, der Steinwiege-Lemberger ist reintönig, lebhaft und zupackend. Der Trollinger von alten Reben ist reintönig, herrlich intensiv, besitzt gute Struktur und Grip. Der Spätburgunder von jungen Reben ist fruchtbetont, reintönig, zupackend, der im vergangenen Jahr allzu lebhafte 2016er präsentiert sich heute voller Harmonie. Auch der 2016er Simonroth D hat im letzten Jahr zugelegt, der 2017er besitzt gute Struktur, Frucht und Grip. Der Simonroth-Frühburgunder ist faszinierend reintönig und intensiv, der Simonroth-Spätburgunder ist komplex und frisch, faszinierend reintönig. Der Lemberger Großes Gewächs aus dem Lämmler zeigt im Jahrgang 2017 viel Frucht und viel Intensität im Bouquet, Sauerkirschen, besitzt herrlich viel Frucht und Frische im Mund, ist strukturiert, reintönig und druckvoll, auch 2015 präsentiert sich in prächtiger Form. Noch großartiger aber finden wir den Spätburgunder aus dem Lämmler, einer der großen Spätburgunder des Jahrgangs 2017 in Deutschland: Reintönig, intensiv, kraftvoll, elegant, viel Substanz, Länge und Nachhall. Tolle Kollektion!*

  • gegründet:
    1997
  • bewirtschaftete Fläche:
    24,1 Hektar
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    VdP
  • Kellermeister/-in:
    Fabian Lassak
  • Besitzer:
    Rainer Schnaitmann
  • Webseite
    www.weingut-schnaitmann.de
Angebote dieses Erzeugers:

2016 Rainer Schnaitmann - Pinot Noir Steinwiege VDP.Gutswein

10,63

2017 Rainer Schnaitmann - Grau.Weiss VDP.Erste Lage

15,11

2017 Rainer Schnaitmann - Lämmler Riesling VDP.Grosse Lage

27,29

2018 Rainer Schnaitmann - Grau.Weiss VDP.Erste Lage

15,11

2019 Rainer Schnaitmann - Grauburgunder Steinwiege VDP.Gutswein

8,87

2017 Rainer Schnaitmann - Lämmler Lemberger VDP.Grosses Gewächs

36,06