Logo Wein-Bastion Ulm
0

Jörg Geiger Manufaktur

Reichenbacher Str. 2, 73114, Schlat, DE

Wenn man von Stuttgart aus auf der B10 Richtung Ulm fährt, passiert man kurz hinter Göppingen das Örtchen Schlat. Das Wappen von Schlat lässt schon erahnen, was die traditionellen Erwerbszweige sind: Auf goldenem Grund ist hier ein grüner Apfelzweig mit einem roten Apfel, und ein rotes, weidendes Schaf zu sehen. Der Obstbau und die Viehzucht sind hier tief verankert. Schlats erste urkundliche Erwähnung geht bereits auf das Jahr 1139 zurück. Hier also am Albtrauf, das heißt am Fuße der Schwäbischen Alb, liegt eine zauberhafte Landschaft, die von Streuobstwiesen geprägt ist. Und es wäre nicht Deutschland, wenn es dazu nicht gleich einen dazugehörigen Verein geben würde. Der Schwäbisches Streuobstparadies e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, die Region touristisch auszubauen und den Erhalt des Streuobstbaus zu fördern. Inmitten dieses Paradieses liegt auch die Manufaktur Jörg Geiger, die sich seit 2003 der Herstellung von Apfel-und Birnenschaumweinen, alkoholfreien PriSeccos, Cider, Süßweinen und sortenreinen Destillaten widmet. Der Ursprung des Geigerschen Anwesens ist der aus dem 18. Jahrhundert stammende Gasthof „Lamm“. Damals beheimatete das Gebäude, wie in der Region üblich, noch einen Bauernhof. Die Eltern von Jörg Geiger betrieben außerdem eine Kleinbrennerei, in der schon 1977 sortenreine Brände hergestellt wurden. Der Sohn übernahm 1995 die kleine Destille. Zunächst nur als Hobby gedacht, entwickelte der gelernte Koch eine solche Leidenschaft für das Obst und das Handwerk, dass er im Jahre 2003 aus der kleinen Brennerei heraus eine eigene Manufaktur gründete. Heute ist Jörg Geiger ein vielfach ausgezeichneter Brenner und Obstweinerzeuger.

2010 wurde er in Stuart Pigotts „Kleiner genialer Weinführer“ als Obstweinerzeuger des Jahres geehrt. Er wirft sich immer wieder voller Leidenschaft, welche er als typisch schwäbische Eigenschaft bezeichnet, in seine Arbeit. Der Erhalt der regionstypischen Streuobstwiesen und der dazugehörigen Flora und Fauna ist eine Herzensangelegenheit für ihn. Dafür tut er auch selbst einiges. Den 370 Landwirten aus 40 Gemeinden, die von Mai bis Dezember Obst, Kräuter und Blüten bei ihm abliefern, zahlt er einen guten Preis für ihre Produkte. Die Bewirtschaftung der Wiesen ist aufwendig, durch eine gute Bezahlung wird die Arbeit auch wieder wirtschaftlich. So trägt er auf seine Weise zum Erhalt bei. Aber Jörg Geiger bewirtschaftet auch eigene Wiesen, auf denen zum Beispiel die Birnensorte Gaishirtle wächst. Er liebt die Früchte alter Sorten von alten Bäumen. Sie hätten mehr Öchsle und mehr Aroma als neue Sorten und junge Bäume, meint der Experte. Ein Feldversuch zu Beginn seiner Obstbaukarriere, beziehungsweise dessen Scheitern, untermauert diese Aussage. Geiger versuchte alte Sorten auf eine neue, kleinwüchsige Unterlage zu pfropfen. Diese Bäume werden im Tafelobstbau eingesetzt und lassen die Früchte schneller reifen. Aber auch noch nach Jahren bringen diese Bäume nicht dieselbe Qualität hervor wie die hochstämmigen landschaftsprägenden Mutterbäume. Außerdem müssen bei dieser Art von Bewirtschaftung mehr Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Bei alten Bäumen auf einer naturbelassenen Streuobstwiese ist dem nicht so, deshalb werden die Wiesen auch biologisch bewirtschaftet. Viele verschiedene Vogelarten tragen hierzu maßgeblich bei. Sie betreiben im wahrsten Sinne des Wortes Landschaftspflege und fressen viele Schädlinge einfach weg. 2007 wurden die Streuobstwiesen am Albtrauf zum EU-Vogelschutzgebiet erklärt. Neben dem Gaishirtle verarbeitet Jörg Geiger unter anderem Birnensorten wie die Champagner Bratbirne, Grüne Jagdbirne und die Schweizer Wasserbirne. Klangvolle Namen wie Gewürzluike und Roter Berlepsch sind nur zwei der Apfelsorten, die Geiger in seiner Manufaktur veredelt. Das Gesamtkunstwerk Geigers umfasst heute den Gasthof und die Manufaktur mit ihren Streuobstwiesen. Die Nachfrage nach Veranstaltungen aller Art, Führungen, Messeauftritten etc. ist so groß, dass sogar eine eigene Stelle hierfür geschaffen wurde. Wir sind gespannt, was die Zukunft für diesen außergewöhnlichen Macher noch bringt.

  • gegründet:
    1995
  • Kellermeister/-in:
    Jörg Geiger
  • Besitzer:
    Jörg Geiger
  • Webseite
    www.manufaktur-joerg-geiger.de
Angebote dieses Erzeugers:

Manufaktur Jörg Geiger - PriSecco Cuvée Nr. 13 - Zweigelt Lemberger Rote Bete

11,60

Manufaktur Jörg Geiger - Birnenschaumwein 1,5 l - Magnum 8,5%

35,48

Manufaktur Jörg Geiger - PriSecco Cuvée Nr. 10 - Mostbirne und wilder Holunder

11,60

Manufaktur Jörg Geiger - PriSecco Frühlingsduft 0,75 l

8,19

Manufaktur Jörg Geiger - PriSecco Rosenzauber 0,75 l

8,68

Manufaktur Jörg Geiger - PriSecco Cuvée Nr. 28 - Apfel

9,26