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Schloßgut Hohenbeilstein

Schlossstraße 40, 71717, Hohenbeilstein, D

Vor allem am Neckar, der großen Lebensader des Weinbaugebietes Württemberg, wird intensiv Weinbau betrieben. Die Ausläufer Württembergs reichen allerdings bis ins Taubertal im Nordosten, sowie an den Bodensee, wo kleine Weinbauinseln zwischen Friedrichshafen und Lindau liegen. Der Neckar spielt deshalb eine so große Rolle, da das Klima, im Gegensatz zum Beispiel zur Pfalz, relativ kühl ist. Die regulierende Wirkung des Flusses ist unverzichtbar für die Winzer, jedenfalls noch, denn der Klimawandel macht auch vor den Schwaben nicht halt. Im nördlicheren Bereich von Württemberg, zwischen Heilbronn und Ludwigsburg, an der östlichen Seite des Neckars, liegt der kleine Ort Beilstein. Hierhin zog es den gebürtigen Remstäler Eberhard Dippon, der in der Heimat noch einen gemischt landwirtschaftlichen Betrieb geführt hatte. Seine Trauben gab er bei der Genossenschaft ab. Durch seinen Großvater, der als Mitglied des Landtags Grundstücke und Immobilien schätzte, wurde Eberhard Dippon auf das Anwesen Hohenbeilstein aufmerksam. Mit Hilfe der ganzen Großfamilie kaufte er schließlich 1959 die Gebäude nebst dem Burgberg, um dort sein eigenes Weingut aufzubauen. Auch sein Sohn Hartmann Dippon begeisterte sich für das Familienweingut. Er war es, der aus der Überzeugung „aus Liebe zur Natur und aus Verantwortung für kommende Generationen“, im Jahr 1987 mit der Umstellung auf ökologischen Weinbau begann. Eine Pionierleistung, denn die Umstellung begann zu einer Zeit, da ökologische Weinbauern noch ein Bio-Zausel-Leinen-Charme umwehte. Heute liegt das Schloßgut Hohenbeilstein mit dieser Einstellung voll im Zeitgeist. 1991 übernahm Hartmann das Weingut von seinem Vater, 1994 war dann die Umstellung auf Öko-Weinbau abgeschlossen. Sein Gut zählt zu den Top-Betrieben Württembergs und zu den besten biologisch arbeitenden Betrieben Deutschlands. Der alte "Langhans", der mächtige Burgfried aus dem 12. Jahrhundert, weist den Weg zum Hohenbeilsteiner Schlosswengert, der bekannten Steillage des Schlossweingutes. Ein grüner Rebteppich zieht sich den steilen Hang bis zum Schloss hinauf. Im Keller treffen sich die Moderne mit Beton, Kacheln und Edelstahl mit der Vergangenheit in Form des uralten Gewölbekellers, in dem die Barriquefässer lagern.

Die Rotweine sind auch der ganze Stolz von Hartmann Dippon. Besonders den Lemberger hat er in sein Herz geschlossen. Rotwein und Holzfass gehört für den weitgereisten Winzer einfach zusammen. „Der Wein braucht diese Freiheit zum Atmen“, sagt er, „diese Offenheit, um sich zu entfalten, das gibt ihm Tiefe und Charakter.“ Nach einigen Jahren Zusammenarbeit mit seinem Vater und verschiedenen Auslandsaufenthalten, hat Joscha Dippon im Jahre 2019 das Weingut von seinem Vater übernommen. Zusammen mit seiner Frau Silke leitet er nun das Weingut, weiterhin unterstützt von seinem Vater, seiner Schwester Elske und ihrem Mann Tobias. Elske Burkert ist studierte Önologin und Winzerin. Sie kümmert sich um den Verkauf, die Veranstaltungsplanung und die Kundenarbeit. Ihr Ehemann ist seit September 2015 mit im Betrieb tätig, auch er ist Önologe. Fachlich und familiär sind die Dippons also sehr gut für die Zukunft gerüstet, und wir sehen neuen Jahrgängen mit Spannung entgegen. Die 14ha Rebfläche, davon 2,5 ha terrassierte Steillagen, sind auf Keuperböden gepflanzt. Je ein Viertel Trollinger und Riesling, des weiteren Lemberger, Samtrot und Schwarzriesling (je 10 %), Kerner und Weißburgunder (je 5 %), Muskattrollinger, Silvaner, Johanniter u.a. bilden den Rebspiegel. Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020 *Eberhard Dippon erwarb 1959 das von Kommerzienrat Robert Vollmöller gegründete Gut, 1987 begann er mit der Umstellung auf ökologischen Weinbau, seit 1990 führt sein Sohn Hartmann Dippon den Betrieb, seit 1994 ist das Weingut komplett auf ökologischen Weinbau umgestellt, Hartmann Dippon ist Mitglied bei Naturland. Seit 2014 arbeiten Sohn Joscha und Tochter Elske voll im Betrieb mit, zum 1. Juli 2019 hat Joscha Dippon den Betrieb übernommen. Der zum Teil terrassierte Hohenbeilsteiner Schlosswengert gehört der Familie im Alleinbesitz. Am Eingang zur Burg ist ein Lehrweinpfad mit pilzresistenten Rebsorten angelegt. Neben klassischen Württemberger Rebsorten wie Trollinger, Riesling, Lemberger, Spätburgunder, Weißburgunder, Silvaner, Samtrot oder Muskattrollinger werden Cabernet-Neuzüchtungen angebaut, aber auch pilzresistente Rebsorten wie Regent, Cabernet Blanc oder Johanniter. Das Sortiment ist gegliedert in Gutsweine, die Reihe Silberling respektive Silberling Edition J und die Großen Gewächse aus den Filetstücken des Schlosswengert. Kollektion Ein sehr guter PetNat – intensiv, frisch, zupackend – eröffnet in diesem Jahr den Reigen. Die Silberling-Weißweine sind klar und geradlinig, frisch und zupackend. Der Weißburgunder vom Schlosswengert ist rauchig und kompakt, sehr vom Ausbau im Holz geprägt; deutlich spannender ist das zweite weiße Große Gewächs, der hervorragende Riesling, der konzentriert, füllig und kraftvoll ist, gute Struktur, Frucht und Druck besitzt. Der Silberling-Lemberger ist würzig, zupackend, der Spätburgunder Edition J besitzt rauchige Noten, Kraft und Substanz. Aber auch im roten Segment bilden die beiden hervorragenden Großen Gewächse, die klare Spitze: Der Spätburgunder besitzt reintönige Frucht, gute Struktur, Kraft und eine dezente Bitterschokoladenote, der Lemberger ist kraftvoll, konzentriert, besitzt herrlich viel Frucht und Substanz. Im Aufwind!* Falstaff Wein Guide Deutschland 2020 *Auf Schlossgut Hohenbeilstein hat der langjährige Gutsbesitzer und Kellermeister Hartmann Dippon die Verantwortung an seinen Sohn Joscha übergeben. Der war zwar schon bisher in die Abläufe involviert, nun kann er aber verstärkt seine eigenen Ideen entwickeln. Sein Vater hat beste Voraussetzungen geschaffen und schon vor über 25 Jahren auf Bioweinbau umgestellt, alle Weine wirken ungekünstelt und echt. Ein Stilwechsel scheint sich schon anzudeuten beim sehnigen Riesling-GG, das nicht auf Wucht, sondern auf Geradlinigkeit setzt. Spannend, was auf dem Schlossgut passiert.* Vinum Weinguide Deutschland 2020 *Die Großen Gewächse sind auf einheitlich solidem Niveau: Der Riesling hat geschliffene Zitrusfrucht, seidige Dichte zeigt der Weißburgunder, elegant und unbeschwert trotz 14 Prozent Alkohol ist der Lemberger, transparent aufgefächert mit feiner Struktur der Spätburgunder. Bei den Silberlingen bietet der Spätburgunder rauchig-würzige Beerenfrucht, der Lemberger hat feines Cassisaroma und festes Rückgrat. Auch ein herzhafter Pét Nat ist nun im Angebot.* Gault & Millau Weinguide Deutschland 2020 *Mit Fug und Recht kann man Hartmann Dippon als den Pionier für ökologischen Weinbau in der Region bezeichnen. Sein Vorgehen war so überzeugend, dass sich mittlerweile alle hiesigen Weingüter dem ökologischen Weinbau angeschlossen haben. Mit großer Hingabe widmet sich Hartmann Dippon den Steillagen. Seine Terrassen hat er mit großem Aufwand neu angelegt und bepflanz, sodass praktischerweise zwei Zeilen befahrbar sind. Dafür wurde eigens ein Bagger für die Böschungen gebaut. Dort blühen jetzt auch Mohn und Malven – Natur von ihrer schönsten Seite. Sohn Joscha widmet sich dem Ausbau der Weine. Seit dem 1. Juli 2019 hat er offiziell die Leitung des Betriebs von den Eltern übernommen. Besondere Freude hat er an den Burgunderweinen, allen voran seinem Spätburgunder „Edition“. Da kann er auch alle seine Erfahrungen, die er in den Lehrbetrieben erworben hat (zum Beispiel im Weingut Huber in Malterdingen) mit einfließen lassen. Als Weingut mit jahrzehntelanger ökologischer Bewirtschaftung – genauer gesagt, seit 1987! – gehörten die Dippons auch zu den Ersten, die den Cabernet Blanc, eine hervorragende pilzwiderstandsfähige (PIWI-)Sorte, kultivierten. Seitdem hält der Cabernet Blanc vermehrt Einzug in die Region. Für die kommende Zeit sind Renovierungsarbeiten geplant, vor allem in der alten Kelter. Dort will man die spektakuläre Kulisse zunehmend für Events nutzen. Ein Besuch auf dem mitten im Weinberg gelegenen Schlossgut lohnt sich auf jeden Fall.* Falstaff Wein Guide Deutschland 2019 *Auf den Etiketten, die Hartmann Dippon seinen Flaschen um den Hals hängt, steht: >>25 Jahre Bioweinbau

  • gegründet:
    seit 1959 im Besitz der Familie Dippon
  • bewirtschaftete Fläche:
    14ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    VdP, Naturland, Deutsches Barrique-Forum
  • Kellermeister/-in:
    Joscha Dippon und Rebecca Groß
  • Besitzer:
    Joscha Dippon
  • Webseite
    www.schlossgut-hohenbeilstein.de
Angebote dieses Erzeugers:

2018 Schlossgut Hohenbeilstein - Muskattrollinger Silberling

9,20

2018 Schlossgut Hohenbeilstein - Riesling trocken VDP. Gutswein 1,0l

6,60

2016 Schlossgut Hohenbeilstein - Lemberger VDP. Grosse Lage

22,95

2016 Schlossgut Hohenbeilstein - Trollinger VDP.Gutswein

6,70

2017 Schlossgut Hohenbeilstein - Lemberger VDP. Gutswein

7,60

2018 Schlossgut Hohenbeilstein Weißburgunder Silberling

8,65