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Weingut Neumeister

Straden 42, 8345, Straden, AT

In den besten Steillagen rund um Straden in der Südoststeiermark hat das Weingut seine Weingärten. 36 Hektar Rebfläche werden im Weingut verarbeitet, wovon 31 Hektar selbst bewirtschaftet werden. 5 Hektar werden von Vertragstraubenproduzenten nach den Vorgaben der Familie Neumeister bewirtschaftet. In den Weingärten werden die typischen steirischen Rebsorten kultiviert. Neben Sauvignon Blanc, Gelben Muskateller, Welschriesling, Weiß- und Grauburgunder auch Morillon und Traminer. Bei den Roten werden Zweigelt und Pinot Noir angepflanzt. Für Familie Neumeister ist der behutsame Umgang mit Landschaft und Natur selbstverständlich, weshalb sie auf den Einsatz von Herbiziden, Pestiziden und chemischen Düngern verzichtet. Seit 2013 werden die Weinberge auf zertifiziert organisch-biologische Bewirtschaftung umgestellt. In diesem Zusammenhang stellen die Neumeisters ihren eigenen Kompost her, unterstützen eine vielfältige Begrünung der Rebanlagen und führen alle Tätigkeiten am Stock händisch durch. Bei der Weinlese findet eine akribische Selektion der Trauben statt, um nur gesundes und reifes Lesegut zu keltern. Mit einer schonenden Traubenverarbeitung unter Ausnutzung der Schwerkraft setzt man dieses Qualitätsstreben bis in den Keller konsequent fort. Fast allen Weinen werden spontan vergoren, stehen vergleichsweise lang auf der Maische und werden im Holzfass ausgebaut. Apropos Holzfass: das Weingut Neumeister nutzt keine Barriques im klassischen Sinn, sondern Burgunderfässer mit 228 Litern und 300-l-Fässer.

Winzer des Jahres 2019 Falstaff Magazin Juli-August 2019: *Das moderne Weingut Neumeister ist so gebaut, dass man die Gesetze der Schwerkraft optimal einsetzen kann. Auf unspektakuläre Weise wurde es in einem Hang integriert, und der Besucher betritt es von oben und arbeitet sich zum fertigen Wein nach unten durch, geht damit den gleichen Weg wie die Trauben. Es erwarten ihn ebenso außergewöhnliche Weine wie ein ungewöhnliches Interieur. Innenarchitekt Andreas Burghardt bereicherte den Hangbau von Werner Schüttmayer mit einer Atmosphäre, die den Wein selbst ins Zentrum des kommunikativen Geschehens rückt. Denn die Trennwände in Verkaufs- und Verkostungsräumen sind aus Abertausend – leeren, versteht sich – grünen Weinfalschen komponiert. Im Jahr 1998 wurde der Neubau des Kellers konzipiert das war auch das Jahr, in dem Christoph Neumeister nach Hause zurückkehrte, um an der Seite seines Vaters Albert in den Weinbau einzusteigen. „Ich hatte zehn Jahre lang neben meinem Vater die Gelegenheit, unsere Rebflächen in und rund um Straden kennenzulernen. Wir bewirtschaften seither in etwa die gleich groß bleibende Fläche von rund 30 Hektar, der Großteil der Böden ist karg, schottrig und kalkhaltig, insgesamt ist es ein ziemlicher Fleckerlteppich“, erzählt Christoph Neumeister, ehe wir die Verkostung der jüngsten Jahrgänge seiner Weine beginnen. Er hatte die Zeit, sich in den Betrieb einzufühlen und sich einen Plan zur langfristigen Entwicklung des Weinguts zurechtzulegen. Im Gespräch mit dem Winzer wird schnell klar, dass man einen Menschen mit intellektuellem Tiefgang vor sich hat, der eine Vielzahl an Interessen wie Politik, Musik oder Literatur hat, die eine komplexe Persönlichkeit ausmachen. Er ist ebenso regional verwurzelt – beispielsweise als Obmann der Winzer im Vulkanland – wie weit gereist. Was seine Weine betrifft, so bezeichnet er diese als konservativ: „Meine Weinlinie ist stark von der Gegend hier inspiriert, ich würde sagen, wir sind relativ stur beim Abbilden der Gegebenheiten und immun gegen moderne Stilistik.“ Eine abgeklärte Einstellung in einer Welt, in der gerade junge Winzer denken, sie müssten das Rad täglich neu erfinden. FAN VON TRANSPARENT Und natürlich hat auch Christoph Neumeister immer wieder neue Wege beschritten. So hat er Mitte der 2000er-Jahre die Etikettenlinie runderneuert. Als er 2008 das Weingut offiziell übernahm, stellte er den Betrieb auf Bio um, heute ist das Weingut Neumeister längst zur Gänze zertifiziert biologisch. „Mir ist wichtig, dass die gesamte Palette der Weine vom Einstieg bis zur Spitze ehrlich und nachvollziehbar ist. Was ich im Keller mache, ist schnell erklärt: Ich wünsche mir vollreife Trauben, aus denen ich Weine mit moderatem Alkohol erzeugen kann. Ich bin erklärter Befürworter von Maischestandzeiten, ein Fan von Spontangärung und Transparenz und lasse die Weine lange auf der Grobhefe. Im Idealfall entstehen Weine mit guter Säurestruktur und Balance.“ Gefragt, wie er seine Weine in eine Definition packen würde, kommt spontan die Antwort: „Es sind schüchterne Weine mit gutem Schwung nach oben.“ Und das trifft zu, denn die Neumeister-Weine zählen zu den Vertretern der ruhigen Art, alles Vorlaute ist ihnen fremd. Was sich für den Kellermeister einfach erklärt: „Wir sind eben Trinker und keine Riecher. Und daher spielt es sich bei uns am Gaumen und nicht so sehr in der Nase ab.“ Die Lage, die die Familie Neumeister am längsten besitzt, trägt den einprägsamen Namen Moarfeitl; sie liegt auf einem einige Kilometer im Nordwesten Stradens gelegenen Hochplateau oberhalb der Ried Augenweide auf rund 340 Metern Seehöhe mit südsüdwestlicher Exposition und ist an drei Seiten mit Wald umgeben. Der Boden des Moarfeitl, klassifiziert als Große STK Ried, besteht aus Silt auf Sarmatschotter und setzt sich aus Kalk, Sand und lehmigem Schluff zusammen. Hier wurden 1990 auf rund 2,2 Hektar die Rebsorten Sauvignon Blanc und Morillon gepflanzt, die hier gewonnenen Weinen ruhen ins sich und reifen langsam zu jener Tiefgründigkeit, Komplexität und Mineralität, die große Weine auszeichnen. Während der Sauvignon Blanc stets in größeren Holzgebinden spontan vergoren und dann für eineinhalb Jahre auf der Feinhefe im Edelstahl ausgebaut wird, gärt der Morillon in kleinen Fässern und wird anschließend 18 Monate im großen Holzfass geschult. Die zweite Große STK Ried der Familie ist der Saziani. Dieser frei liegende Schotterkegel erhebt sich direkt hinter „Saziani Stub´n“ auf bis zu 380 Meter Seehöhe und bietet nach West und Süd orientierte warme Steillagen. Auf dem kalkhaltigen Boden wurde von 1971 bis 1998 auf 4,3 Hektar der für die Stradener Zone so typische Grauburgunder ausgepflanzt, der hier tief eingewurzelt Weine von enormer Konzentration und mit großem Reifepotenzial hervorbringt. Etwa drei Kilometer südwestlich von Straden in der Gemarkung Wieden liegt die Erste STK Ried Klausen, eine rund sieben Hektar große Lage auf einem Höhenrücken mit Ausrichtung gegen Ost und Südost. Hier herrschen Sandstein und stark kalkhaltige Sedimente vor, die Hangneigung erreicht bis zu 65 Prozent. Die Ried Klausen ist Heimat für Rebstöcke der Sorten Sauvignon Blanc und Weißburgunder, die für ein Jahr in alten großen Holzfässern gereift werden. Auch eine kleine Menge Pinot Noir wird hier erzeugt. URALTE REBEN AUS STOCKKULTUR Die Erste STK Ried Steintal befindet sich direkt am Stradener Himmelsberg auf 360 Metern Seehöhe. Hier wächst in steiler Südlage auf leicht kalkhaltigen Böden auf eineinhalb Hektar der rare Rote Traminer, der 1971 ausgepflanzt wurde. Etwas weiter östlich ist der Boden stärker kalkhaltig, und hier steht in der Ried Buchberg eine echte Rarität. Hier verfügt die Familie Neumeister über den wahrscheinlich ältesten Weingarten mit Sauvignon-Blanc-Reben österreichweit, ursprünglich eine Stockkultur, die 1937 angelegt wurde. Nur händisch bearbeitbar, wird in diesem Weingartenjuwel eine sehr kleine Menge an Topmaterial gelesen, die zum Sauvignon Blanc Alte Reben verarbeitet wird. Der zweitälteste Sauvignon-Blanc-Garten stammt aus 1967 und befindet sich in der Ried Klausen. Die Alten Reben werden ganz traditionell im großen Holzfass vergoren und frühestens nach drei Jahren Reife auf die Flasche gebracht. Seit dem Jahrgang 2018 bilden die Gebietsweine mit der Herkunftsbezeichnung Vulkanland Steiermark DAC die Sortimentsbasis. Als Nachfolger der Kategorie „Steirische Klassik“ präsentieren sich hier lebendig-elegant Sortenweine aus Welschriesling, Gelbem Muskateller und Weißburgunder – geprägt von einem durchwegs ernsthaften, kulinarisch intendierten Ansatz. Als Ortsweine aus Straden werden Sauvignon Blanc, Morillon und Grauburgunder angeboten, dazu gesellt sich noch ein Gemischter Satz aus einem uralten Weingartenbestand. Darüber residieren die facettenreichen und lagerfähigen Sortenweine aus den bereits vorgestellten Ersten und Großen STK Rieden. Die Rotweinauswahl geht vom klassischen Zweigelt über die samtige Cuvée de Merin aus Zweigelt und Merlot bis zum Pinot Noir Ried Klausen. In geeigneten Jahren wie zuletzt 2010, 2013 und 207 werden in der Ried Saziani kleine Mengen von ausgezeichneten Trockenbeerenauslesen geerntet, die auch international mit Lobeshymnen bedacht werden. Vielfältig ist das Angebot weiterer Produkte, das sich aus Trauben gewinnen lässt: der Saziani Brut Rosé Sekt, Tresterbrände, aber auch Verjus und im kleinen Eichenfass gereifter Altsteirischer Weinessig werden angeboten, vielleicht demnächst auch des Seniorchefs Albert Neumeister feiner Wermut, den man bislang nur im Restaurant „Saziani Stub´n“ bekommt. Und hier, begleitet von der finessenreich reduzierten Küche von Harald Irka, kann man die Neumeister in ihrem eigenen Habitat optimal genießen.* Falstaff Wein Guide Österreich/Südtirol 2019/20 *Christoph Neumeister führt in Straden das Weingut Neumeister in dritter Generation. Sein Zugang zum Weinbau und zur Weinbereitung sowie der Anspruch an die Weinqualität sind sehr nuanciert. In einer Zeit, wo sich sehr oft das Lauteste, Größte und Schrillste in den Vordergrund drängt, verfolgt er bewusst eine langfristige, gesamtheitliche und aufwendige Arbeitsweise, um elegante, von innerer Ruhe und Komplexität gezeichnete und trotzdem animierende und befriedigend tiefgründige Weine zu keltern. Straden liegt im Vulkanland Steiermark im Südosten von Österreich und ist geprägt von einem Illyrisch-pannonischen Mischklima. Dieses schenkt warme Tage und kühle Nächte sowie ausreichend Niederschläge von durchschnittlich 900 Millimetern pro Jahr, was wiederum eine lange Vegetationsperiode und späte Lese erlaubt. In dieser herausfordernden klimatischen Umgebung werden 31 Hektar verteilt auf unzählige kleine Weingärten in Steillagen bewirtschaftet. Die Geologie dieser Weingärten ist geprägt von kalkreichen Sedimentböden aus zwei unterschiedlichen Herkünften: Sandstein und Muschelkalk, entstanden aus einem Wattmeer, sowie Sarmatschotter, der im Tertiär aus den Alpen kommend hier abgelagert wurde. Viele dieser Weingärten haben ein Alter von 40 Jahren und mehr erreicht und sind zum Teil noch Stockkulturen, was in eine aufwendige Handarbeit mündet. Darüber hinaus werden alle Weingärten seit 2013 organisch-biologisch bewirtschaftet. Das Resultat von sorgsamer Handlese, ausgedehnten Maischestandzeiten, einem schonenden und langsamen Ausbau im Keller, spontaner Vergärung, langen Hefekontaktzeiten und einer späten Flaschenfüllung sind gut strukturierte und elegante Weine mit einem hohen Maß an Komplexität und klarer Herkunft. Die Premium-Rieden des Weinguts umfassen Saziani und Moarfeitl (GSTK) sowie Klausen uns Steintal (1STK). Die Familie betreibt in unmittelbarer Nähe zum Weingut das Restaurant >>Saziani Stub´n>Schlafgut SazianiFalstaff-Winzer des Jahres

  • bewirtschaftete Fläche:
    30ha (plus 6ha zum Zukauf)
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    Steirische Terroir- und Klassikweingüter (STK), Vulkanland Steiermark
  • Kellermeister/-in:
    Christoph Neumeister
  • Besitzer:
    Christoph & Matthias Neumeister
  • Webseite
    www.neumeister.cc
Angebote dieses Erzeugers:

2017 Weingut Neumeister - Grauburgunder - Ried Saziani

39,95

2017 Neumeister Grauburgunder - Steirische Klassik

15,50

2015 Neumeister Sauvignon Blanc - Ried Moarfeitl

38,70

2015 Neumeister Grauburgunder - Ried Saziani

38,70

2016 Neumeister Grauburgunder - Ried Saziani

38,70

2015 Neumeister Sauvignon Blanc - Alte Reben

68,50