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Bischöfliches Weingut Rüdesheim

Marienthaler Straße 3, 65385, Rüdesheim, DE

In Rüdesheim, kurz bevor der Rhein den nächsten Biegung Richtung Loreleyfelsen macht, liegt das Bischöfliche Weingut, gleich gegenüber von Bingen. Die Geschichte des Weingutes ist mit der wohl berühmtesten Dame aus dem Ort auf der anderen Flussseite verbunden. Hildegard von Bingen kaufte 1165 das damals verwaiste Kloster Eibingen, das heute in Rüdesheim liegt, nachdem sie in Bingen das Kloster Rupertsberg aufgebaut hatte. In diesem Gebäude, von dem allerdings nur noch der Ostflügel im Originalzustand erhalten ist, residiert heute das Bischöfliche Weingut. Das Gebäude liegt hoch oberhalb des Rheins in einer günstigen klimatischen Zone. Das Wetter ist im Rheingau verhältnismäßig mild, die Niederschläge mit etwa 500 mm/qm moderat. Die Ausrichtung der Hänge ist bei Rüdesheim ziemlich genau südlich, die oft steilen Hänge verstärken die Sonneneinstrahlung nochmals. Die bewaldeten Höhen des Rheingaugebirges bremsen den Abfall der kalten Nachtluft, gleichzeitig wirkt der Fluss wie eine Heizung. In diesem geschützten Klima gedeiht vor allem Riesling – die Star-Traube des Rheingau. Eine Ausnahme bildet hier die Gemeinde Assmanshausen, die heute zu Rüdesheim eingemeindet ist. Assmanshausen ist bekannt für seine Rotweine, genauer gesagt für seine Spätburgunder. Ursprünglich war das Weingut nicht dem Bistum Limburg unterstellt, sondern fungierte als einfaches Pfarrweingut. Das Datum der Gründung ist nicht genau bekannt, wird aber auf das 11. Jahrhundert geschätzt. Verbrieft ist allerdings die Geschichte des Engelhard Brömser, einem adeligen Rüdesheimer, der im 12. Jahrhundert als Kreuzritter auszog. Er geriet in sarazenische Gefangenschaft und gelobte, sollte er jemals die Heimat wiedersehen, seiner Stadt eine Kirche und Weinberge zu stiften. Durch glückliche Umstände gelangte der Ritter tatsächlich wieder an den Rhein zurück. Er machte sein Versprechen wahr und ließ die St. Jakobus Kirche erbauen. Außerdem stiftete er dem wohl damals schon bestehenden Weingut weitere Weinberge und erweiterte es. Somit ist das ehemalige Kloster das älteste Weingut im Rheingau und wahrscheinlich auch Deutschlands. Über die Jahrhunderte ist das Weingut kaum verändert worden, wurde aber immer durch die Kirche bewirtschaftet.

Erst 1984, ab der Übernahme durch das Bistum, wurde das Weingut erweitert. Kleinere Pfarrweingüter wurden eingegliedert und weitere Weinberge dazu gekauft - die Rebfläche beträgt heute etwa 9 Hektar. Die verschiedenen Lagen bergen zum Teil wurzelechte Reben in Hang- oder Steillagen. Zu den Lagen des Bischöflichen Weingutes gehören unter anderem der Rüdesheimer Berg, Berg Schlossberg, Berg Roseneck, Berg Rottland sowie die Einzellage Johannisberger Hölle. Hölle ist hier allerdings nicht gleich zu setzen mit der biblischen Hölle, obwohl man das vermuten könnte, sondern mit dem altdeutschen Wort „Halde“: die Lage weißt einen sehr hohen Steinanteil in den Löß- und Lößlehmböden auf. Die Varietät des Bodens der einzelnen Lagen reicht von Taunusquarzit über Schiefer bis zu Lößlehm. Die Lage Roseneck ist sehr heterogen. Während in den östlichen Parzellen Lehm – und Lößboden vorherrscht, findet man im Westen der Lage zum Teil sehr steinigen Taunusquarzit. 1996 erfolgte die Namensänderung in Bischöfliches Weingut Rüdesheim. In neuerer Zeit war es vor allem Jürgen Groh und Helmut Anthes zu verdanken, dass das Weingut zu einem Geheimtipp im Rheingau wurde. Seit 2007 ist Peter Perabo für den Keller und die technische Betriebsführung verantwortlich, seit 2011 wird er von der Geschäftsführerin Silke Trick unterstützt. Die beiden können trotz der langen Geschichte auf ein Weingut mit moderner Ausstattung zurückgreifen. 2010 wurde der Betrieb EMAS zertifiziert und hat sich somit verpflichtet, über die gesetzlichen Standards hinaus, nachhaltig zu wirtschaften. Im Weinkeller aus dem 17. Jahrhundert werden die überwiegend von Hand gelesenen Trauben vinifiziert. Der Riesling (80%) reift entweder in Edelstahltanks oder in Rheingauer Stückfässern (eine Variante des großen Holzfasses). Der Spätburgunder (20%) reift in Stückfässern oder Barriques. Das Weingut in Kirchenbesitz füllt 50.000 Flaschen pro Jahr. Im Bastionssortiment befinden sich derzeit zwei Spätburgunder aus der Lage Assmanshausen - echte Klassiker aus dem Rheingau. Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2016: *Das Weingut des Bistums Limburg führt seine Geschichte auf das Mittelalter zurück, im 11. Jahrhundert wurde es bereits urkundlich erwähnt, wurde später als Pfarrweingut Rüdesheim bekannt und 1984 vom Limburger Bistum übernommen. Der Klosterkeller stammt aus dem Jahr 1683. Die Reben befinden sich beispielsweise in den Rüdesheimer Spitzenlagen Berg Schlossberg, Berg Roseneck und Berg Rottland. Für den Keller und die technische Leitung des Betriebes ist seit 2007 Peter Perabo zuständig, der inzwischen von der Geschäftsführerin Silke Trick unterstütz wird. Die Rieslinge (an der Spitze die "Alten Reben" aus dem Berg Rosneck und der Schlossberg-Riesling, der nun als "Katerloch"- bzw. als "Ehrenfels"-Wein den exakten Ort seines Wachstums zeigt) sind mineralisch und präzigse. Kollektion Die 2014er stellen eine weitere Steigerung dar - was angesichts des nicht unproblematischen Jahrgangs umso bemerkenswerter ist. Schon die Basis ist sehr gelungen, saftig und würzig (beispielsweise der Riesling aus Rüdesheim), der im Mittelfeld rangierende "Laudate" überzeugt erst recht, und die Spitze zeigt eine im Rheingau nur gelegentlich erreichte Klasse. Noch etwas verhalten ist der Riesling aus 1960 gefplanzten Reben aus dem Rottland, großartig und von salziger Mineralität sind die Rieslinge aus dem Schlossberg: Der "Katerloch" wirkt derzeit noch ein wenig spannender als der "Ehrenfels". Elegante Rotweine, ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis!* Gault & Millau Weinguide Deutschland 2016 *Seit Jahren ist das Gut ein Musterbeispiel für einen Top-Zwei-Trauben-Betrieb. In diesem Jahr überzeugt er erneut mit enorm saftigen, mineralischen Rieslingen aus den Rüdesheimer Toplagen sowie mit charaktervollen Spätburgundern. Kellermeister Peter Perabo gilt als Macher köstlicher Rotweine. Vor allem die 2011er Spätburgunder sind von vorzüglicher Güte und auch die 2013er sind ausgezeichnet. Der elegante Assmannshäuser Pinot Noir >>S>Katerloch>Episcoupus

  • gegründet:
    11. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    8,7 Hektar
  • Kellermeister/-in:
    Peter Perabo
  • Besitzer:
    Bistum Limburg
  • Webseite
    www.bischoefliches-weingut.de