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Weingut May

Im Eberstal 1, 97282, Retzstadt, DE

Im fränkischen Retzstadt, etwa 23 km nördlich von Würzburg, liegt das Weingut der Familie May. Nachdem Rudolf und Petra May 1997 ein neues Gutsgebäude errichtet hatten, zog der Betrieb mit Sack und Pack nach Eberstal um, einem Ortsteil am westlichen Ende von Retzstadt. Die Ortschaft liegt im Herzen des Anbaugebietes Franken, in einem Bereich, in dem Muschelkalkböden vorherrschen. Die Traditionsrebsorte ist der Silvaner, wahrscheinlich wurde um 1659 der erste Silvaner in Franken im Maindreieck gepflanzt. Eine Kaufurkunde aus diesem Jahr belegt, das ein Obereisenheimer Bauer „Österreicher Fechser“ erwarb, ein Synonym für Silvaner. Diese Urkunde ist heute noch im Casteller Archiv zu sehen. Karge Böden und alte Rebstöcke sind der Familie May am liebsten und prägen ihre Weine. Alle Weinbergslagen des Weinguts haben eines gemein: das Gestein beinhaltet Kalk. So ist in der Hauslage, dem Retzstadter Langenberg, mit seinen Einzellagen Himmelspfad und Schäfer, Muschelkalk zu finden. Die 75%ige Hangneigung Richtung Süden und die warme Luftströmung des Maintales geben den Weinen aus dieser Lage ihre typische mineralische Note und gleichzeitig präzise Frucht. Neben dem Silvaner, der den Löwenanteil der Rebfläche mit 64% ausmacht, bauen die Mays Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder und Müller-Thurgau an. Bei den Roten liegt der Spätburgunder mit etwa 9% der Gesamtfläche vorne. Die Burgundersorten gedeihen im Retzbacher Benediktusberg, hoch über dem Main gelegen, besonders gut. Diese Lage ist von Schaumkalkbänken geprägt. Die nördlichste Weinbergslage ist der Stettener Stein, welcher von felsigen Schaumkalkbänken gekennzeichnet ist. 1966 wurde der Silvaner am Thüngersheimer Johannisberg (Einzellage Rothlauf) gepflanzt, er repräsentiert den südlichsten Weinberg des Gutes. Der Boden ist hier sehr karg und vom Übergang des unteren zum mittleren Muschelkalk geprägt. Die Silvaner von May sind bereits international aufgefallen. Parker bewertete sie mit 92/100 Punkten.

Aus einem kleinen Nebenerwerbsbetrieb hat Rudolf May mit seiner Frau Petra ein 13 Hektar großes Weingut gemacht. Seine Weine vermarktet er seit 1987 selbst und hat seither seine Rebfläche vervielfacht. Im Jahr 2014 wurde das Weingut in die VdP-Liste aufgenommen, das jahrelange Arbeiten für Qualität hat sich ausgezahlt. Bei Familie May gilt das Prinzip „back to the basics“. Dazu zählt eine unermüdliche und fleißige Arbeit im Weinberg sowie eine Rebarbeit, die möglichst ohne Maschinen ausgeführt wird. Im Keller dann wird weder das hochgesunde Lesegut noch die Maische gepumpt, der Transport in die Tanks und Fässer wird der Schwerkraft überlassen. Ab dann ist laut Rudolf May „kontrolliertes Nichtstun“ angesagt. Heraus kommen dann Weinperlen wie der Silvaner, den keine vordergründige Frucht auszeichnet, sondern eine sehr feine mineralische Art: die typischer May-Wein-Art. Den Finessenreichtum und die Mineralität der Böden zu erhalten, das ist die hohe Kunst im Weinkeller der Mays. Sohn Benedikt, eines von drei May-Kindern, ist ebenfalls Winzer. Er lernte in der Pfalz bei Münzburg und Georg Mosbacher sein Handwerk. Die nächste Generation ist also gesichert. Die Weine werden in Edelstahltanks, aber auch im Beton-Ei oder im Barrique ausgebaut – ganz wie der Wein dies verlangt. Das Weingut May produziert rund 80.000 Flaschen im Jahr. Gault & Millau Weinguide Deutschland 2016: *Eien tolle Kollektion! Schon der Silvaner-Gutswein setzt ein Ausrufezeichen! Die Weine werden spät gefüllt. So sind ganz im Sinne des Winzers Zeit und Geduld gefordert. Erst 1999 wurde das Weingut am Rande von Retzstadt neu aufgebaut. Die Fläche wurde unter anderem mit alten Silvaner-Anlagen erweitert. Die sorgfältige Arbeit im Weinberg und Keller trägt seit einigen Jahren viele Früchte und führte zur Aufnahme in den VDP. Und die 2014er Silvaner übertreffen alles, was wir bisher hier verkosten durften. Der fest-markante Langenberg setzt ein erstes Zeichen, der sublim-würzige, nach Birne duftende, kernig-klare Schäfer ein Ausrufezeichen und hinter dem Großen Gewächs Himmelspfad sehen wir ein Fragezeichen. Ist das der beste Silvaner des Jahres? Dahinter treten saftige Weißburgunder und präzise Rieslinge zurück. Herzlichen Glückwunsch zur dritten Traube!*

  • gegründet:
    1998
  • bewirtschaftete Fläche:
    13ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    VDP
  • Kellermeister/-in:
    Rudolf May
  • Besitzer:
    Familie May
  • Webseite
    www.weingut-may.de