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Babylonstoren

Babylonstoren R45, 7670, Simondium, ZA

Im Herzen des südafrikanischen Weinmekkas, ziemlich genau zwischen Paarl und Stellenbosch, liegt die Farm Babylonstoren. Das Land ist von Bergen umgeben, im Süden das Simonsberggebirge, im Osten das Haweqwagebirge und im Norden der kleinere Bergzug der Paarlberge. Der Name Babylonstoren ist nicht etwa von Englischen abgeleitet, sondern bedeutet in Afrikaans Babylon‘s Toren, also Babylons Turm. Die Ursprünge der Farm gehen bis ins 17. Jahrhundert zurück. 1692 wurde sie vom Gouverneur Simon van der Stel an Pieter van der Byl übergeben, der sie dann bis 1723 selbst betrieb. Vor dieser Zeit siedelten jahrhundertelang die nomadischen Khoisan, eine der genetisch ältesten Menschengruppen weltweit, im Drakensstein Tal. Sie wurden aber von anderen Stämmen und der Kolonialisierung in ihren Gebieten zurückgedrängt. Nach van Byls Tod führte seine Witwe die Farm weiter, bis etwa 1735 Johannes Louw zum Leiter Babylonstorens ernannt wurde. Später kaufte er die Farm. Im Laufe der Jahrzehnte wurde der Betrieb immer wieder erweitert. Je nach Besitzer lag der Schwerpunkt mal mehr auf der Viehzucht, mal mehr auf dem Transportgeschäft. 1844 kauft Johannes Wynand Louw Babylonstoren auf einer öffentlichen Auktion und die lange Ära der Louws auf Babylonstoren beginnt. Sie sollte bis 2004 währen. 1845 folgte dann der Bau einer befestigten Straße zwischen Kapstadt und Drakenstein, was eine große infrastrukturelle Erleichterung darstellte. Ende des 19. Jahrhunderts stirbt Johannes und seine Söhne führen den Betrieb gemeinsam weiter. Aus der Inventarliste kann man schließen, dass bereits zu dieser Zeit mehr Wein als Getreide produziert wurde. Was damit allerdings geschah, liegt im Unklaren. Im Jahre 1906 wurde dann die Koöperatiewe Wynkelder (quasi eine Genossenschaft) gegründet, deren Vorsitz einer der beiden Louw-Brüder innehatte. Dort lieferte Babylonstore seine Trauben zur Weiterverarbeitung ab, auch der Vertrieb wurde über die Koöperatiewe abgewickelt. 1919 kauft Dirk van Velden Louw die Farm. Unter seiner Ägide wurden die Gebäude restauriert und weiteres Land hinzu gekauft. Seit seiner Gründung besteht Babylonstoren als gemischtlandwirtschaftlicher Betrieb.

Auch die aktuelle Besitzerin Karen Roos, die seit 2007 die Geschicke auf der Farm leitet, hat an diesem Konzept nichts geändert. Allerdings hat Karen Roos Babylonstoren auf die nächste Ebene gebracht, die Farm 2.0 sozusagen.2010 wurden das Restaurant und die Übernachtungsmöglichkeiten eröffnet, beides auf sehr hohem Niveau. Die Gärten wurden umgestaltet und neu designt, ohne deren historisches Erbe zu verletzen. Die Restaurants beziehen die meisten pflanzlichen Produkte aus diesen Gärten, was hier farm-to-fork genannt wird, also vom Acker auf die Gabel. Heute gehören ein Gourmetrestaurant, ein Tagescafé, ein Spa mit Hammam, Ferienhäuser und Zimmer, eine große Gartenanlage und 72 Hektar Weinberge zu Babylonstoren. 2011 folgt der nächste Meilenstein für Babylonstoren: der erste Wein unter eigenem Etikett und Abfüllung wird vinifiziert. Neben den Weinbergen, die von den Louws bepflanzt wurden, setzte der Winzer Hannes Aucamp weitere Rebstöcke in den Jahren 2008 und 2009. Insgesamt wachsen 13 verschiedene Rebsorten auf der Farm, unter anderem Chardonnay, Chenin blanc, Viognier, Cabernet Sauvignon und Shiraz. Während bei Klapmuts Schieferböden vorherrschen, wachsen die Rebstöcke in anderen Weinbergen auf Granit und Sandstein, was den Weinen eine gewisse Vielfältigkeit verleiht. Der Kellerneubau wurde vom bekannten Kap-Weinmacher und Berater Gérard de Villiers begleitet, der vor allem die Prozessabläufe festlegte. So funktioniert die Kellerei heute streng nach dem Gravitationsprinzip, die Kellermeister können sich zwischen Edelstahl, Beton und 7500 Liter französischen Eichenfässern für die Reifung entscheiden. Für die Babylonstoren-Weine verantwortlich zeichnen der Winzer Klaas Stoffberg und der Kellermeister Charl Coetzee, die einen ganz bestimmten Ansatz verfolgen. „Keeping things simple and as down to earth as possible“, so umschreibt Coetzee seinen Weinstil, „It is this what we strive to achieve in our wines. Truth to the area we are situated on the slopes of Simonsberg and simplicity by making elegant and balanced wines as natural as possible.” Dieser naturnahe Ansatz spiegelt sich auch im Logo wieder: die Pfeife steht für den Farmer, die Blume für die Gärten und der Vogel für die umgebende Natur.

  • gegründet:
    17. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    72ha
  • Kellermeister/-in:
    Charl Coetzee
  • Besitzer:
    Karen Roos
  • Webseite
    www.babylonstoren.com