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R. Lopez de Heredia - Vina Tondonia

Avda. de Vizcaya 3, 26200, Haro La Rioja, ES

Ohne den Gebirgszug der Sierra de Cantabria, wäre Rioja bestimmt keine Weinregion geworden. Die massive Felswand hält die teils heftigen Atlantikwinde ab, die den Reben den Garaus machen würden. Mit der schützenden Felswand im Rücken, hat es die Weinregion Rioja, die sich in die Unterzonen Rioja Alta, Rioja Alavesa und Rioja Baja unterteilt, zu weltweiter Bekanntheit gebracht. Im Westen des Rioja-Gebietes liegt die Rioja Alta, deren Klima trocken und kühl, mit teils sehr strengen Wintern ist. Der Fluss Ebro zieht sich durch die D.O. und bildet bei der Stadt Haro eine große Schleife, ähnlich der großen Moselschleife bei Cochem. Nördlich des Flusses beginnt die DOC Rioja Alavesa, aber südlich davon liegt in der Rioja Alta die Bogedas R. López de Heredia Viña Tondonia, gemeinhin kurz als Bodegas Tondonia bekannt. Die Bodega wurde 1877 von Don Rafael López de Heredia y Landeta gegründet. Die Gründung war die Antwort auf die Reblauskatastrophe, die zu dieser Zeit gerade über Frankreich herfiel und die Lager der französischen Weinhändler weitgehend leer stehen ließen. Also orientierten sich viele Händler in Richtung Süden und fanden trinkbare Weine in der Region Rioja. Zunächst verkaufte Heredia y Landeta noch fremde Weine, dies änderte sich in den Jahren 1913/1914, in denen er den ersten und bis heute wichtigsten Weinberg der Bodega, den über 100 Hektar großen Viña Tondonia anlegte. Er liegt in einer kleinen Senke auf der Halbinsel, die der Ebro an dieser Stelle durch seine Schleife bildet. Auch alle anderen Weinberge wurden vom Gründer der Bodega gekauft und liegen in wenigen Kilometern Entfernung zu Bodega. Insgesamt nennt die Familie Heredia etwa 170 Hektar Reben ihr Eigen. Auch heute ist die Bodega immer noch ein Familienbetrieb. Trotz der Kaufofferten, hat sich die Familie nicht verführen lassen, sondern führt ihre traditionelle Arbeit mit jeder Generation weiter. In der Tat kann man die Bodega Tondonia als ein Weinoriginal des Rioja bezeichnen. Die Weine werden hier langsam und nach „alter“ Art ausgebaut, sprich von Hand geerntet, sorgsam eingemaischt und in großen Holztanks vergoren - die Bodega besitzt keine Edelstahltanks. Danach dürfen die Weine in Barriquefässern heran reifen, die tief unter der Erde bei angenehmen Temperaturen in den gutseigenen Kellern liegen.

Alle Weine, egal ob rot oder weiß, werden bis zur Genussreife im Fass bzw. in der Flasche im Weingut behalten, eine Reserva bringt es da schon mal auf 6 Jahre Fassreife und noch einmal genauso lange auf der Flasche. Darüber steht im Portfolio nur noch die Gran Reserva, die aber nur in besonders guten Jahrgängen hergestellt wird. Sie reift 10 Jahre im Fass und bis zu weiteren 10 Jahren in der Flasche. Markenzeichen der Bodega ist der lange Korken, der mit Siegelwachs verschlossen wird, um der Korken bei der langen Reifezeit zu schützen. Die schneller trinkreifen Weine müssen allerdings auf diese Sonderbehandlung verzichten. Angebaut werden alle Rioja-typischen Sorten: Tempranillo ist das Zugpferd, es folgen Garnacha, Mazuelo und Graciano, für die Weißweine stehen Viura und Malvasia in den Weinbergen. Bei aller Tradition ist es der Familie wichtig, dass auch moderne Entwicklungen nicht ausgeschlossen werden, das gilt für den Weinbau genauso, wie für das historische Gebäude der Bodegas. Vom Gründer als „Kathedrale des Weins“ erdacht, ist das Projekt bis heute nicht abgeschlossen. Jede Generation drückte dem Ensemble seinen Stempel auf. Der jüngst Coup ist ein von der irakischen Stararchitektin Zaha Hadid entworfenes Gebäude, das den Weinverkauf, einen Ausstellungsbereich und eine Boutique unter einem Dach vereint.

  • gegründet:
    1877
  • bewirtschaftete Fläche:
    170 Hektar
  • Besitzer:
    Familie de Heredia y Landeta
  • Webseite
    www.lopezdeheredia.com