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Château Le Fage

24240, Pomport, F

Nordöstlich des berühmten Bordelais liegt ein etwas weniger bekanntes, aber dennoch geschichtlich reiches Weinbaugebiet: Die Region um die Stadt Bergerac, das Bergeracois. Auch hier geht der Weinbau bis auf die Römerzeit zurück. Die Gegend wird häufig als das Verbindungsglied zwischen dem Bordelais und dem weiter nordöstlich gelegenen Oberland angesehen. Schon im 14. Jahrhundert hatte Bergerac das Privileg, unabhängig von Bordeaux seine Weine über den Ozean zu verschiffen, was den Aufbau von eigenen Handelsbeziehungen förderte. Dieses Privileg blieb lange erhalten, vor allem entstanden dadurch gute Handelsbeziehungen nach England. Durch hugenottische Flüchtlinge, die vormals in der Gegend um Bergerac lebten, dann aber nach Holland flohen, entstanden rege Beziehungen nach Holland; diese Tradition wird heute noch gepflegt. Besonders die Vorliebe der Holländer für süßen Weißwein prägte das Bergeracois, und obwohl die Gegend heute eher mit Rotwein verbunden wird, sind eigentlich Süß- bzw. Weißwein die traditionellen Weinsorten im Bergeracois. Rotwein wurde in damaligen Zeiten eher für den Verschnitt (häufig für den Bordelaiser Claret) verwendet. Die Rebsorten für Rotwein ähneln denen aus dem Bordelais: Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet franc sind die am häufigsten angebauten roten Sorten, wobei in der AOC Côtes des Bergerac der Cabernet - Sauvignon - Anteil höher ist als in der AOC Bergerac. Das Château Le Fagé liegt ziemlich genau auf halbem Weg zwischen Bergerac und Pomport. Die Gegend hat einen rustikalen Charme und auch das Château selbst sieht tatsächlich wie ein landwirtschaftlicher Betrieb nach Arbeit aus. Das Weingut ist bereits seit vielen Generationen in der Hand der Familie Gérardin.

Seit 1983 leitet François Gérardin Le Fagé. Er selbst sieht sich eher als Allrounder; so ist in seiner Produktpalette denn auch alles vertreten: Rote, Weiße, Rosé, süße Weißweine und Süßweine. Allerdings ist er besonders bekannt für seinen Süßwein aus der Appellation Monbazillac. Dieser besteht aus bis zu 90% Sémillon, dazu gesellt sich noch Sauvignon blanc und Muscadelle. Er vergärt ihn bei niedrigen Temperaturen und baut ihn in emaillebeschichteten Betontanks aus. In sehr guten Jahrgängen vinifiziert er eine Grand Réserve, die bis zu zwei Jahren in Fässern reift. Der Süßwein von Monbazillac ähnelt dem aus Sauternes, wobei er nicht ganz so wuchtig daherkommt. Das liegt daran, dass die Edelfäule nicht in so großem Ausmaß auftritt wie in Sauternes. Zwar begünstigt das Dordogne-Tal die Bildung von Nebel, aber eben nicht so extrem wie in den weiter östlich liegenden Vorzeige-Süßweingebieten Sauternes, Barsac und Co. Die 40ha Weinberge von François Gérardin liegen allesamt auf einem Nordhang, der von der Talsohle bis zur Hügelspitze mit Rebstöcken bepflanzt ist. Auf kalkhaltigen Lehmböden wächst in Richtung Hügelspitze mehr und mehr der edelsüße Monbazillac.

  • gegründet:
    seit 1983 unter heutiger Leitung
  • bewirtschaftete Fläche:
    40ha
  • Kellermeister/-in:
    François Gérardin
  • Besitzer:
    Familie Gérardin
  • Webseite
    www.chateau-le-fage.com