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Weingut Dr. Heger

Bachenstr. 19/21, 79241, Ihringen, D

Dr. Max Heger war von Hause aus Landarzt. Sein Beruf führte ihn nach dem Ersten Weltkrieg in den Kaiserstühler Winzerort Ihringen. Der Umgang mit seinen Patienten (die meisten davon Winzer) sowie die Erkenntnis, hier optimale Bedingungen für den An- und Ausbau hochkarätiger Weine vorzufinden, weckten seine Leidenschaft und Freude an allem, was mit dem Thema Wein zusammenhing. 1935 gründete er das Weingut Dr. Heger, wobei er sich gezielt in die wohl besten Lagen des Kaiserstuhls einkaufte: den "Ihringer Winklerberg" und den "Achkarrer Schloßberg". Von 1949 bis Ende der 80er Jahre wirkte Dr. Hegers Sohn "MIMUS" alias Wolfgang Heger als Kellermeister. Seine Qualitätsphilosophie hat auch heute noch Bestand und wird von seinem Sohn Joachim Heger weitergepflegt, der im Jahre 1996 das WEINHAUS JOACHIM HEGER angliederte, für welches Vertragswinzer Traubengut anliefern, das von Heger vinifiziert wird.

Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2020 *Das 1935 von Dr. Max Heger gegründete Weingut wurde ab 1949 von seinem Sohn Wolfgang (genannt Mimus) geführt. Dessen Sohn Joachim trägt seit 1981 die Verantwortung im Keller, 1992 übernahm Joachim Heger zusammen mit Ehefrau Silvia das Gut. Die Weinberge von Joachim Heger befinden sich vor allem in den Lagen Ihringer Winklerberg und Achkarrer Schlossberg, etwas auch im Freiburger Schlossberg. Wichtigste Rebsorten sind Spätburgunder, Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling und Silvaner. Dazu gibt es Chardonnay und Muskateller, aber auch etwas Scheurebe, Cabernet Sauvignon, Müller-Thurgau und Gewürztraminer. Für die ökologische Ausrichtung der Arbeit in den Weinbergen hat Joachim Heger Claude Bourguignon als Berater verpflichtet. Fast alle Weine baut Joachim Heger durchgegoren aus, in manchen Jahren erzeugt er auch mal Auslesen. Als Zweitmarke führt Joachim Heger das 1986 gegründete „Weinhaus Joachim Heger“, dessen Weine aus den Erträgen einer Erzeugergemeinschaft entstehen. Das Programm des Weingutes Dr. Heger ist zweistufig gegliedert: Es gibt Weine aus dem Winklerberg als „Erste Lage“, darüber stehen die Großen Gewächse aus Winklerberg und Schlossberg. Die aus dem Winklerberg trugen bisher die weingutsinternen Bezeichnungen von Teillagen wie Gras im Ofen, Rappenecker, vorderer Berg oder Häusleboden, seit dem Jahrgang 2013 steht darüber hinaus auch der Gewannname auf dem Etikett. Kollektion Ein stoffiger Silvaner macht den Auftakt der sehr starken Kollektion. Sehr fest und fein ist der Riesling Schlossberg, animierendes Spontan-Aroma mit saftiger Frucht, viel Spiel. Zwei Weißburgunder von 2018 aus Erster Lage: Winklerberg ist saftig-kernig, Eckartsberg lebt von feinem Frucht-Säure-Spiel. Typische Aromatik im Bouquet zeigt der trockene Muskateller, er ist konzentriert, aber nicht füllig, hat eine gute Struktur und salzige Länge. Grauburgunder Erste Lage ist sehr reintönig, harmonisch und gut balanciert wie alle Weine aus Erster Lage. Die Großen Gewächse: Der Chardonnay Gras im Ofen zeigt sehr feine Würze und viel Frucht, ist im Mund elegant, schlank, feinwürzig, saftig, Holz im Vordergrund, sehr lecker. Der Weißburgunder Vorderer Winklerberg besitzt ein sehr feines Bouquet, viel Frucht und Saft, Druck und Spannung. Der Weißburgunder Rappenecker zeigt klare helle Frucht und eine gewisse Schärfe, ist elegant, schlank. Herausragend und spannend sind die beiden 2018er Großen Gewächse vom Achkarrer Schlossberg. Der Grauburgunder zeigt viel Birne, im Mund wird die Frucht sehr fein, dazu delikate Würze, ein sehr erhabener, eleganter Wein, bei dem die Kraft von innen kommt. Der Weißburgunder Schlossberg ist sehr charmant mit eindringlich-fülliger Frucht, im Mund sehr ausgewogen, elegant, viel Spiel. Der Grauburgunder Vorderer Winklerberg zeigt ein dichtes, fruchtiges, feinwürziges Bouquet, ist im Mund sehr harmonisch mit saftig-eleganter Fülle. Der Weißburgunder Gras im Ofen hat ein „steiniges“ Bouquet mit wilder Aromatik, im Mund viel Frucht, feine Säure, druckvolle Eleganz, viel Zug und Länge. Der milde, füllige Schmelz bekommt einen klaren Rahmen durch Tannine. Feine kühle Frucht zeigt der starke Spätburgunder Ortswein, auch im Mund viel Frucht und eine gute Balance. Neben dem gewohnt starken Mimus konnten wir vier Spätburgunder Große Gewächse von 2017 verkosten, zum Teil als Fassproben. Der Häusleboden zeigt expressive Röst-Aromatik von stark getoastetem Barrique, besitzt viel Saft, gute Tannin-Säure-Balance, enorme Konzentration. Der Schlossberg hat ein beeindruckendes Bouquet, im Mund sehr saftige, kühle Frucht, sehr feingliedrig, elegant, fokussiert, sehr nachhaltig. Der Rappenecker ist intensiv im Bouquet, ist sehr offen und saftig, zeigt jugendliche, druckvolle Konzentration. Der Vorderer Winklerberg ist etwas ruhiger, besitzt ähnliche Aromatik, konzentrierte Frucht, Finesse, jugendliche Tannine, Länge. Die Cuvée Novis präsentiert sich als Bordeaux aus Baden! Reife dunkle Frucht, Graphit, Veilchenwurzel und dunkle Beeren spielen im Mund mit fließend feinkörnigem Tannin.* Falstaff Wein Guide Deutschland 2020 *Joachim Heger nennt einige der wärmsten Lagen des Lands sein Eigen. Paradoxerweise scheint das im warmen Jahr 2018 kein Nachteil gewesen zu sein. Vermutlich liegt das daran, dass Hegers Weinbergsteam es gewöhnt ist, mit Hitze und Trockenheit umzugehen. So haben beide Weißweine aus dem Achkarrer Schloßberg bei allen Volumen auch eine wunderbare Balance. Frische und Sehnigkeit charakterisieren die 2017er Spätburgunder, mit einem subtilen Häusleboden an der Spitze. Und Heger pflegt auch die Nischen: Silvaner, Muskateller und Co sind bei ihm stets eine Entdeckung wert.* Vinum Weinguide Deutschland 2020 *Dieser führende badische Betrieb in Ihringen am Kaiserstuhl hat aus dem Jahrgang 2018 ein rundum überzeugendes Trio vorgestellt. Der Grauburgunder aus dem Ihringer Winklerberg hat Format, und der Weißburgunder aus dem Winklerberg Rappenecker ist ein rundum überzeugendes Großes Gewächs. Unser Liebling aber ist der Muskateller aus dem Winklerberg, der alle guten Eigenschaften dieser Sorte vereint, ohne laut und aufdringlich zu werden. Heger hat zudem ein weiteres starkes Trio vorgestellt, diesmal aus dem Jahrgang 2017, alles Große Gewächse aus dem Winklerberg Hinter Winklen Gras im Ofen. Wir sehen Grauburgunder und Weißburgunder auf Augenhöhe und den Chardonnay eine Nasenspitze voraus. Ein animierender Spätburgunder Großes Gewächs aus dem Achkarrer Schlossberg und aus dem Jahrgang 2017 rundet das spannende Sortiment passend ab. Joachim Heger ist entspannt und im besten Sinne ein alter Hase. Wenn Jungwinzer heute bei den Weißweinen mit Maischekontakt experimentieren, dann hat das Joachim Heger bereits in den 90ern ausprobiert. So kann er sich gemütlich zurücklehnen und weiter an Qualität seines hochstehenden Sortiments feilen. Holzfässer und Barriques Hegers große Erfahrung verleitet ihn keineswegs zum Nachlassen. Neue Pflanzungen bestockt er nun mit 10.000 bis 14.000 Stöcken je Hektar! Das ist auch im internationalen Vergleich avantgardistisch. Die Gärung der Rotweine erfolgt möglichst im Holzbottich, die Gärung der frischen Weißweine im Stahl und der gehobenen Qualitäten in großen Holzfässern und Barriques. Die ältesten Spätburgunder-Reben im Betrieb wurden bereits 1956 von veredeltem Rebmaterial aus dem berühmten Clos de Vougeot im Burgund gepflanzt. Dennoch schaut Joachim Heger keinesfalls nur nach französischen Leitbildern. Mit großer Hingabe pflegt er ein eigenes Kaiserstühler Selbstverständnis und die Tradition seines Hauses.* Gault & Millau Weinguide Deutschland 2020 *Der Weinbau auf ihren großen Lagen am Ihringer Winklerberg und am Achkarrer Schlossberg bezeichnen Silvia und Joachim Heger als „aufwendige Manufaktur“. Die kleinen Rebflächen und teilweise extrem steilen Hänge lassen auch gar nichts anderes zu. Und selbst wenn – im Weingut Dr. Heger ist Handarbeit kein notwendiges Übel, sondern Überzeugungstat. „Sie soll zu einem weiteren Ausschöpfen des großen Potenzials unserer klein parzellierten Terrassen in Richtung eigenständige und völlig unverwechselbare Weine führen“, erklärt Joachim Heger. Die Naturnähe in Kombination mit Sorgfalt und Hingabe ist vermutlich der Schlüssel zu den Erfolgen des Guts, das alljährlich Weine auf höchstem Qualitätsniveau abliefert. Dabei geht der Trend mehr und mehr zum Ausbau von Kleingebinden. Und das gilt nicht nur für die Burgunder, sondern auch für (in dieser Region) vermeintlich exotischere Sorten wie Riesling, Silvaner und Muskateller. Ganz besonders dem Riesling in der Toplage Achkarrer Schlossberg widmet sich Joachim Heger mit gleichzeitig moderatem Alkoholgehalt muss das Große Gewächs hier ausgebaut sein, straff und schlank wie ein Langstreckenläufer. Dass Heger Spitzen-Rieslinge diese Qualität besitzen, hat bereits das fulminante 2013er GG bei der Verleihung des Internationalen Eckart Witzigmann Preises eindrucksvoll zur Küche von Alain Ducasse im Schloss von Versailles unter Beweis gestellt. Das hier aktuell gezeigte 2017er GG ist wieder so ein Kaliber, vielleicht mit noch einer Spur mehr Finesse ausgestattet, die sich im Glas mehr und mehr aufbaut. Leidenschaft und Können im Umgang mit Wein wird in der Familie Heger von Generation zu Generation weitergegeben. Angefangen hat alles mit Dr. Max Heger. Angesteckt von seinen Patienten, unter denen viele Winzer waren, erwarb er 1935 die ersten Rebflächen. Sein Sohn Wolfgang führte das Weingut dann in die Spitzenriege der deutschen Erzeuger, wo es sich unter der Führung von Joachim und Silvia Heger bis heute hält. Und die Familientradition setzt sich fort: Die Töchter Katharina und Rebecca teilen die Passion der Eltern und Großeltern und haben bereits ihren Einstieg ins Weingut angekündigt. Für die Hegers gibt es also mehr als einen Grund, heute schon an morgen zu denken. Dazu gehört für sie der Schutz und die Weiterentwicklung des Ökosystems Weinberg. Auch wenn sie keine Ökozertifizierung haben, sind sie doch am Puls der Zeit, wenn es um nachhaltige Anbaumethoden geht. Organische Düngung und der Verzicht auf Herbizide sind nur zwei Beispiele dafür. Auch das sich ändernde Klima mit wärmeren Temperaturen und längeren Trockenphasen bezieht die Winzerfamilie in ihre Arbeit mit ein. Die großen Lagen des Weinguts gehören auch ohne Hitzesommer schon zu den wärmsten und sonnenreichsten Weinbergen Deutschlands. Zudem fällt nur wenig Regen auf die kargen Böden mit den eng beieinanderstehenden Rebstöcken. Hier kann man unter anderem die vielleicht ältesten Spätburgunder-Reben des gesamten Kaiserstuhls bewundern. Die Klone von berühmten Grand Cru Clos de Vougeot in Burgund stammen noch von Wolfgang Heger und zählen inzwischen über 60 Jahre. Im Keller vollendet Joachim Heger das Werk, das er im Weinberg beginnt. Unter seiner Leitung reifen Weiß, Grau, und Spätburgunder, Rieslinge, Silvaner und einiges mehr zu voller Größe heran. Doch bei allen Streben nach Finesse und Eleganz: Er vermittelt nie das Gefühl, dass ihm die Gelassenheit und der Humor abhandenkommen könnten.* Falstaff Wein Guide Deutschland 2019 *Joachim Heger ist sicher noch zu jung, um ihm bereits Altersweisheit anzudichten. Trotzdem konstatieren wir, dass sein Schaffen in den letzten Jahren einen Gestaltwandel vollzogen hat – und dies betrifft vor allem die Rotweine. Was der Großfürst des Winklerbergs 2016 an Pinots aus den Steilterrassen und aus den Amphitheatern in Ihringen (und Achkarren) herausgeholt hat, schlägt ein neues Kapitel auf. Burgundischer Nuancenreichtum, Kaiserstühler Tonalität. Beides am Maximum. Auch die Weißen haben überzeugt, bereits als Erste Lage haben sie viel Charakter.* Gault & Millau Weinguide Deutschland 2019 *Eines vorab: Pferd Willi hat inzwischen als wichtiger Mitarbeiter einen betriebseigenen Sonderstatus und steht als Namenspatron auch wieder für den besten Silvaner der Region. Was für eine ungewöhnliche Verbindung von Charakter und Eleganz, von nahezu unnahbarer, kühler Mineralität und Tiefgang. Der Rest der hier vorgestellten Kollektion von allesamt ungemein balancierten und wundervoll harmonischen Gewächsen aus der Burgunder-Rebenfamilie mit Schwerpunkt auf dem zum Ende dann sich doch zum (sehr) Guten entwickelten Jahrgang 2016 belegt mit ausschließlichen Topbewertungen zwischen 92 und 97 Punkten das große Können, die ebenso große Liebe wie Akribie im Umgang mit der Weinkultur im Team rund um Big Boss Joachim Heger. Ein eigentlich immer zu einem guten Schwerz aufgelegter, in sich ruhender Chef, der selbst bei der so nicht geplant früh beginnenden 2017er Weinlese – zur absoluten Unzeit, da zeitgleich mit Festivitäten und mit noch nicht vollständiger Lesemannschaft – niemals seine badisch gelassene Ausstrahlung verliert: Klar, wir packen das schon! Vieles im Hause Heger schient so locker und lässig wie selbstverständlich zu funktionieren, doch sind die Abläufe generalstabmäßig geplant. Anders ist eine solche Homogenität auf höchstem Qualitäts-Niveau, wie hier im vorgestellten 2016er- 2017er Sortiment, auch nicht leistbar. „Wir abreiten am Begrünungsmanagement, wollen die Artenvielfalt fördern und ein gutes Gefühl für die Natur. Herbizide setzen wir nicht ein.“ Eine Ökozertifizierung besteht nicht, „wir sind Biopragmatiker“ heißt es hier ganz einfach. Eine ständige Weiterentwicklung erfordert natürlich auch das sich verändernde Klima. „Künftig werden wir in den heißen Lagen niedrigere Laubwände haben. Das bedeutet weniger Blattflächen, weniger Assimilation und damit weniger Zuckeranreicherung und letztlich weniger Alkohol. Auf diese Weise können wir die Trauben länger hängen und langsamer ausreifen lassen, ohne dass die Weine übermäßig alkoholisch werden“, führt Joachim Heger aus. Die Trauben für den Top-Spätburgunder Häusleboden stammen von den ältesten Reben im Weingut, vielleicht sind es sogar die ältesten Spätburgunderreben am ganzen Kaiserstuhl. Joachim Hegers Vater Wolfgang hat sie 1956 gepflanzt. Nicht irgendwelche Pinot-Setzlinge natürlich, sondern verschiedene Klone aus Burgund, genauer gesagt vom berühmten Grand Cru Clos de Vougeot. Ganz eng stehen sie beieinander, ganz schmal sind die Durchgänge zwischen den Reihen, Mit Maschinen kommt man da kaum durch, auch hier hilft bei der Bearbeitung Pferd Willi, das es schon durch den nach ihm benannten Silvaner zu einiger Prominenz gebracht hat. Der wächst ebenfalls in einer alten Rebenanlage und profitiert davon, dass Willis Hufe behutsam den Boden lockern. Freuen können sich Joachim und Sylvia Heger über ihre beiden Töchter: Rebecca, Jahrgang 1995, studiert gerade an der Wein-Uni Geisenheim, Katharina, Jahrgang 1990, hat als Gastronomiefachfrau bereits in diversen Sternerestaurants gearbeitet, aktuell studiert sie in Heilbronn internationale Weinwirtschaft. Das lässt hoffen, dass die beiden demnächst in den Betrieb einsteigen, aber, wie Mutter Sylvia vorsichtig sagt: „Nur wenn sie selbst das wirklich wollen. Denn einen Beruf wie unseren kann man nur aus Leidenschaft machen und nicht, weil man jetzt grad an der Reihe wäre.“* Gerhard Eichelmann Deutschlands Weine 2019 *Das 1935 von Dr. Max Heger gegründete Weingut wurde ab 1949 von seinem Sohn Wolfgang (genannt Mimus) geführt. Dessen Sohn Joachim trägt seit 1981 die Verantwortung im Keller, 1992 übernahm Joachim Heger zusammen mit Ehefrau Silvia das Gut. Die Weinberge von Joachim Heger befinden sich vor allem in den Lagen Ihringer Winklerberg und Achkarrer Schlossberg, etwas auch im Freiburger Schlossberg. Wichtigste Rebsorten sind Spätburgunder, Grauburgunder, Weißburgunder, Riesling und Silvaner. Dazu gibt es Chardonnay und Muskateller, aber auch etwas Scheurebe, Cabernet Sauvignon, Müller-Thurgau und Gewürztraminer. Für die ökologische Ausrichtung der Arbeit in den Weinbergen hat Joachim Heger Claude Bourguignon als Berater verpflichtet. Fast alle Weine baut Joachim Heger durchgegoren aus, in manchen Jahren erzeugt er auch mal Auslesen. Als Zweitmarke führt Joachim Heger das 1986 gegründete „Weinhaus Joachim Heger“, dessen Weine aus den Erträgen einer Erzeugergemeinschaft entstehen. Das Programm des Weingutes Dr. Heger ist zweistufig gegliedert: Es gibt Weine aus dem Winklerberg als „Erste Lage“, darüber stehen die Großen Gewächse aus Winklerberg und Schlossberg. Die aus dem Winklerberg trugen bisher die weingutsinternen Bezeichnungen von Teillagen wie Gras im Ofen, Rappenecker, vorderer Berg oder Häusleboden, seit dem Jahrgang 2013 steht darüber hinaus auch der Gewannname auf dem Etikett. Kollektion Weiß wie rot ganz starke Kollektionen präsentierte Joachim Heger in den vergangenen Jahren und schließt mit der neuen Kollektion nahtlos daran an. Von den weißen Erst Lage-Weinen wurde dieses Jahr nur Weißburgunder und Grauburgunder präsentiert. Der Weißburgunder zeigt gute Konzentration und reife Frucht, ist kompakt, füllig, hat Substanz. Deutlich komplexer ist der leicht rauchige Grauburgunder, zeigt gelbe Früchte, besitzt Kraft und Struktur, gute Länge. Der Pferd Willi genannte Silvaner wurde 2016 erstmals erzeugt; sein Jahrgangsnachfolger zeigt etwas gelbe Früchte, ist würzig, rauchig, recht cremig. Der Weißburgunder Gras im Ofen zeigt rauchige Noten im Bouquet, eine eigenwillige Holznote, etwas weiße Früchte, besitzt Kraft im Mund, gute Struktur, Frische und reife süße Frucht; in prächtiger Verfassung befindet sich der immer noch enorm jugendliche 2014er, besitzt gute Struktur, etwas rauchig-bittere Noten, ist ganz auf Haltbarkeit vinifiziert. Deutlich stärker ist der Chardonnay Gras im Ofen, zeigt rauchige Noten, reife Frucht, gute Konzentration, ist füllig, komplex, druckvoll und lang; auch präsentiert sich der 2014er in blendender Verfassung, ist noch enorm jugendlich. Große Gewächse vom Grauburgunder wurden dieses Jahr nicht vorgestellt, bei der Vorpremiere der Großen Gewächse in Wiesbaden zeigte Joachim Heger den jugendlichen, recht holzwürzigen 2017er Schlossberg und den hervorragenden 2016er Gras im Ofen; der komplexe 2014er Hinter Winklen zeigt derzeit „burgundischen“ Touch. Eine frische, zupackende Scheurebe Kabinett und eine reintönige Muskateller Spätlese mit viel Frische und Grip runden den weißen Teil der Kollektion ab. Den Spätburgunder-Reigen eröffnet wie gewohnt der Mimus, der reintönige Frucht, feine Frische, gute Struktur und Kraft besitzt – der erstaunlich frische 2008er präsentiert sich derzeit in blendender Verfassung. Es folgen wie gehabt die vier Großen Gewächse. Der Rappenecker zeigt rauchige Noten, dezenten Toast ist herrlich eindringlich im Bouquet, klar, frisch und präzise im Mund, zupackend, besitzt gute Struktur und reintönige Frucht. Auch der Vorderer Winklerberg zeigt feine Würze und etwas Toast im Bouquet, ist frisch im Mund, präzise, zupackend, besitzt gute Struktur und Frucht, Tannine und Biss. Diese Tannine sind noch ausgeprägter beim Häusleboden, der viel Duft im Bouquet zeigt, etwas florale Noten, kraftvoll und tanninbetont im Mund ist, gute Struktur und Biss, die minimal bitteren Tannine sind derzeit allzu dominant. Unser Favorit im Jahrgang 2016 ist eindeutig der Spätburgunder vom Schlossberg, der reintönige Frucht zeigt, dezenten Toast, leicht rauchige Noten, Frische und Präzision mit Fülle und Kraft verbindet und mit viel reifer Frucht, ein druckvoller Spätburgunder mit Länge und Nachhall – und viel Potenzial, wie der faszinierende 2010er zeigt.* Vinum Weinguide Deutschland 2019 *Joachim Heger ist entspannt und im besten Sinne ein alter Hase. Wenn Jungwinzer heute bei Weißweinen mit Maischekontakt experimentieren, dann hat das Joachim Heger bereits in den 90ern ausprobiert. So kann er sich gemütlich zurücklehnen und weiter an der Qualität seines hochstehenden Sortiments feilen. 2016 hat für seine Spätburgunder deutlich besser gepasst als 2015, sagt Heger. Er stellte die Laubwandarbeit in den Vordergrund, um mehr Präzision, Frische und Knackigkeit in der Frucht zu erreichen. Er verlängerte somit die Vegetationsphase und erreichte bessere Säure- und pH-Werte. Seine Pinot-Klone reifen früher, sind sehr kompakt und kleinbeerig. Bei den 2016ern konnte er bis zu 35 Prozent ganze Trauben mit vergären, im Vorjahr war das nicht möglich. Das Ergebnis ist mehr als überzeugend! Hegers große Erfahrung verleitet ihn keineswegs zum Nachlassen. Neue Pflanzungen bestockt er nun mit 10 000 bis 14 000 Stöcken je Hektar! Das ist auch im internationalen Vergleich avantgardistisch. Die Gärung der Rotweine erfolgt möglichst im Holzbottich, der frischen Weißweine im Stahl und der gehobenen Qualitäten in großen Holzfässern und Barriques. Die ältesten Spätburgunder-Reben im Betrieb wurden bereits 1956 von veredeltem Rebmaterial aus dem berühmten Clos de Vougeot im Burgund gepflanzt. Dennoch schaut Joachim Heger keinesfalls nur nach französischen Leitbildern. Mit großer Hingabe pflegt er ein eigenes Kaiserstühler Selbstverständnis und Tradition. Von Arzt zum Winzer Joachim Hegers Großvater war Landarzt in Ihringen und pflegte als Hobby einen Weingarten, 1935 kaufte er Flächen in den Lagen Achkarrer Schlossberg und Ihringer Winklerberg und begann ernsthaften Weinbau. Der Vater Wolfgang Heger, genannt Mimus, übernahm dann 1949 das gewachsene Weingut und widmete sein Leben der Herausforderung, Spitzenqualitäten zu erzeugen. Joachim Heger gründete 1986 das Weinhaus Heger und leitet seit 1992 zusammen mit seiner Frau Silvia das Weingut Dr. Heger. Mit dem Spätburgunder Mimus aus dem Ihringer Winklerberg lebt die Erinnerung an Joachim Hegers Vater fort. Und der Silvaner Pferd Willi belegt einerseits das Traditionsbewusstsein, denn er wird von dicht gepflanzten, 60-jährigen Rebstöcken gewonnen. Silvaner zeigt Experimentierfreude Andererseits steht dieser Silvaner auch für Experimentierfreude, denn er durchläuft komplett den biologischen Säureabbau, früher ein klares No-Go bei den Hegers. Wie im letzten Jahr konnte sich der Chardonnay Gras im Ofen mit Vielschichtigkeit, Rasse und Druck gegenüber den noch verschlossenen GGs aus Weiß- und Grauburgunder durchsetzten.*

  • gegründet:
    1935
  • bewirtschaftete Fläche:
    28ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    VdP, Deutsches Barrique-Forum
  • Kellermeister/-in:
    Jürgen Jehle
  • Besitzer:
    Joachim Heger
  • Webseite
    www.heger-weine.de
Angebote dieses Erzeugers:

2014 Heger Spätburgunder Vitus

14,60

2014 Heger Mimus Ihringer Winklerberg Spätburgunder Barrique

25,90

2018 Heger Grauburgunder Oktav

10,50

2018 Heger Weissburgunder Oktav

10,25

2015 Heger Merdinger Bühl Spätburgunder QbA

10,55

2017 Heger Achkarrer Schlossberg Grauburgunder Großes Gewächs

27,95