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Louis Roederer Champagne

21, boulevard lundy, 51053, Reims, FR

Die sagenumwobene Champagne ist traditionell das Land der großen Champagnerhäuser. Die Trauben oder der Most werden von den Häusern eingekauft, häufig von Winzern, mit denen langjährige Geschäftsbeziehungen bestehen. Diese ganz gängige Praxis birgt allerdings auch das Risiko eines Qualitätsverlustes, da nicht alle Produktionsschritte der eigenen Kontrolle unterliegen. Außerdem können die Parzellen natürlich auch verkauft werden, dann muss das Haus sich mit der Beschaffungsfrage auseinandersetzen. Neben den Champagnerhäusern, die meist zu größeren Konzernen gehören, gibt es auch einige wenige große Häuser, wie zum Beispiel Bollinger, Ruinart oder Duval Leroy, die noch in Familienbesitz sind. Diese Häuser legen einen größeren Wert auf den Ankauf eigener Parzellen. Auch Louis Roederer Champagne gehört zu diesem exklusiven Zirkel. 1776 wurde das Champagnerhaus von Vater und Sohn Dubois in Reims gegründet. Louis Roederer war deren Erben und übernahm 1833 die Führung im Unternehmen. Er ging mit einer für damalige Verhältnisse sehr progressiven Art an die Sache heran. Es störte ihn, dass er nicht über alle Produktionsschritte Bescheid wusste und fing demzufolge an, Weinberge in von ihm gewünschten Lagen anzukaufen. So kamen die ersten 100 Hektar eigene Parzellen zusammen. In den 1920er Jahren baute Léon Olry-Roederer das Haus nach dem ersten Weltkrieg wieder auf und schuf, aus dem Wunsch heraus einen ausgewogenen Champagner zu kreieren, den Brut Premier, der heute immer noch die Basislinie von Roederer darstellt. Er starb 1933 und seine Witwe Camille führte die Geschäfte weiter. Sie schaffte es, wieder Gewinne einzufahren und das Haus wettbewerbsfähig zu machen.

Heute führt ihr Urenkel Jean-Claude Rouzaud in der 7. Generation das Haus Roederer, das sich damit immer noch in Familienbesitz befindet. Der gezielte Ankauf von Weinbergen um bestimmte Weineigenschaften hervorzubringen, gehört nach wie vor zur Firmenphilosophie. Im Jahr 2013 maß die Rebfläche 240 Hektar mit über 400 Parzellen in Grands oder Premier Cru Lagen in den Reimser Bergen, der Côte de Blancs und im Marne-Tal. Die Winzer von Louis Roederer pflegen ihre Weinberge zunehmend biologisch oder gar biodynamisch, was für neue Geschmacksnuancen sorgt. Roederer bewirtschaftet vier verschiedene „Domaines“, wie die Parzellen im Firmenjargon genannt werden, die ähnliche Terroireigenschaften aufweisen. Da wäre die Domaine Blanc de Blancs um Avize, deren Weinberge intensive, reichhaltige und aromatische Weine hervorbringen. Die Domaine Vintage in Verzenay, aus deren Pinot Noir –Trauben sich straffe Weine mit einer salzigen Frische und Mineralität keltern lassen, die Domaine Rosé Vintage, deren Weinberge sehr sonnig liegen, so das der Pinot Noir einen sehr reifen, intensiven, fruchtigen und vollen Charakter aufweist. Zu guter Letzt die Domaine Cristal, deren Parzellen in den Gemeinden Verzenay, Verzy, Beaumont-sur-Vesle, Aÿ, Mareuil-sur-Aÿ, Avize, Cramant und Mesnil-sur-Oger verteilt sind. Dieses Terroir schafft feine, edle und präzise Weine. Die ersten Früchte der Weinstöcke werden vom Produktionsteam gekostet, analysiert und klassifiziert. Nach der Lese werden die Trauben direkt vor Ort gekeltert, der Most wird in die Kellerei in Reims gebracht, wo er parzellenweise in 450 kleinen Edelstahltanks vergoren wird. Die Flaschenfüllung erfolgt im darauffolgenden Frühjahr, in der Flasche findet innerhalb von drei bis sechs Wochen die zweite Gärung statt. Der Hefepfropf wird manuell in Rüttelpulten oder maschinell in Rüttelkäfigen in den Flaschenhals befördert. Nach dem Degorgieren, also dem entfernen eben dieses Hefepfropfes, wird der Versandlikör hinzugefügt – die Exportdosage. Der besteht bei Roederer aus einer Cuvée verschiedener hauseigener Jahrgänge und gibt den Champagnern ihren ganz eigenen Geschmack. Danach schlummert der fertige Champagner in den Kellern seiner Vollendung entgegen. Louis Roederer bezieht etwa 70% der Trauben aus seinen eigenen Weinbergen, das ist ein außergewöhnlich hoher Prozentsatz. Alle Jahrgangsprodukte werden außerdem ausschließlich aus Weinen eigener Weinberge gekeltert. Revue de Vins de France "Auch wenn das Haus Roederer 1776 von den Herren Dubois und Schreider gegründet wurde, gab ihm Louis Roederer 1833 seinen Namen, als er das Unternehmen erbte. In ein paar Jahrzehnten wurden die Champagner des Hauses in aller Welt und vor allem in Russland bekannt. Mit seinem Tod im Jahr 1870 übernahm sein Sohn Louis II die Unternehmensleitung, um das Haus weiterzuentwickeln und aus ihm eines der bedeutendsten Champagnerhäuser zu machen. 1873 werden von 2,5 Millionen in der ganzen Welt verkauften Flaschen um die 670.000 nach Russland geliefert. Als großer Liebhaber der Weine des Hauses Roederer bestellte Zar Alexander III eine besondere Cuvée. Diese wird in einer weißen Kristallflasche mit flachem Boden und umhüllt mit den herrschaftlichen Wappen des Zaren präsentiert. So wurde die berühmte Cuvée Cristal von Roederer geboren. Sie wird ausschließlich aus dem Weinberg des Hauses und einzig und allein aus den großen Jahren gewonnen. Seither ist das Unternehmen ununterbrochen in Familienbesitz. Seit 1974 und durch Jean-Claude Rouzaud, der ehemaligen Führungspersönlichkeit, vorangetrieben, erscheint auch der Rosé im Sortiment. Eine extrem vertrauliche Produktion von weniger als 30.000 Flaschen, die seit 2000 in einer Parzelle des Pinot Noir in Aÿ erzeugt und biologisch-dynamisch angebaut wird. Champagner Louis Roederer verfügen über 214 Hektar eigene Weinberge [...]. Von den 214 Hektar sind 127 Hektar als Grand Cru eingestuft. Aber unter Berücksichtigung der Erneuerung der Parzellen und einem Mindestalters von 10 Jahren, die eine Weinrebe braucht, um den großen Wein des Hauses zu produzieren, sind es letztendlich nur 100 Hektar, die dazu dienen, den Cristal zu erzeugen. Das außergewöhnliche Gebiet des Grand Cru verteilt sich auf die drei Hauptzonen: Die Montagne de Reims, wo Roederer über zwei Sektoren bei Verzenay und Bouleuse verfügt und Bepflanzungen mit dem Pinot Noir in einer eher kälteren Lage. Hingegen besitzt das Haus im Vallée de la Marne bei Aÿ einen sehr schönen Weinberg, der ein natürliches Tal bildet. Hier werden auf 9 Hektar Pinot Noirs bio-dynamisch angebaut, um in die Komposition des Cristal Rosé zu fließen. Die großen Pinots Noirs aus diesem Gebiet verleihen diesem Champagner Weinigkeit und seinen vollen und abgerundeten Geschmack. Schließlich ist Roederer auch an der Côte des Blancs in Avize vertreten, wo der Chardonnay angebaut wird. Der Letztere verleiht dem Wein seine Struktur und Mineralität. Heute ist Roederer das erste große Champagnerhaus, das in diesem Umfang eine bio-dynamische Landwirtschaft betreibt. [...]" Quelle: La Revue du Vin de France; 11/09, S. 48 ff

  • gegründet:
    1776
  • bewirtschaftete Fläche:
    240 ha
  • Kellermeister/-in:
    Jean-Baptiste Lécaillon
  • Besitzer:
    Fam. Roederer
  • Webseite
    www.champagne-roederer.com
Angebote dieses Erzeugers:

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