Logo Wein-Bastion Ulm
0

Château L'Eglise Clinet

1 Chemin de l'Ancienne Église, 33500, Pomerol, FR

Im Gegensatz zum Bordelais, so nennt sich auch die Girondeseite des Medoc, steht die rechte Seite des Flusses um die Stadt Libourne. Daher leitet sich der Name Libournais ab. Kernstück des Libournais ist die Appellation Saint-Émilion, sowie die Nachbar-Appellation Pomerol. Pomerol kam vergleichsweise spät zu Ruhm und Ehre, erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde man auf die Weine des Saint-Emilion Satelliten aufmerksam. Diesen Status hat Pomerol schon lange verlassen und steht mittlerweile für sich selbst als eine der Top-Appellationen im Bordeaux-Gebiet. Der späte Ruhm führte allerdings dazu, dass es in Pomerol keine Klassifikationen gibt, wie sie vor allem auf der gegenüberliegenden Seite im Médoc üblich ist. Die Châteaux sind hier größtenteils weit entfernt von luxuriösem Chi-Chi und von eher bodenständigem Charme. Sie liegen überwiegend in dem Landstrich nördlich des Örtchens Catusseau und sind oft nur wenige Hektar groß. Zu diesen kleinen Betrieben, im heutigen Sprachgebrauch auch Boutique-Weingüter genannt, gehört auch das Château L‘ Eglise Clinet, das nur ca. 4,5 Hektar Reben sein Eigen nennt. Dieser Umstand erlaubt es dem Besitzer Denis Durantou auch, die meisten Arbeiten selber ausführen zu können. Als er 1983 das Weingut seiner Familie übernahm, war es in keinem guten Zustand. Seine Vorfahren hatten das Weingut nur als Nebenerwerb betrieben und keinen Wert auf Neuerungen gelegt. So war der Fußboden der Kellerei noch aus Ton gestampft, eine Katastrophe bei den heutigen Hygienevorschriften. Er begann mit der Renovierung und der Anschaffung geeigneter Kellertechnik. Schon wenige Jahre später überzeugte er am Markt mit seinem ersten Jahrgang. Die Parzellen sind überwiegend mit Merlot bestockt, eine kleinere Menge Cabernet franc unterstützt den Merlot in der Cuvée. Einen ganz entscheidenden Ausschlag gibt das Alter der Reben, die bei Château L’Eglise Clinet durchweg recht alt sind. Da das Weingut von den verheerenden Frösten des Jahres 1956 größtenteils verschont blieb, stehen immer noch Cabernet franc Rebstöcke aus den 1930er Jahren in den Parzellen von Denis Durantou.

Auf 6.500 Pflanzen pro Hektar kommen die älteren Parzellen, bei den Neueren wurde die Pflanzdichte auf bis zu 8.000 Pflanzen pro Hektar erhöht. Durantou erneuert 50-80% seiner Barriquefässern jährlich. Unter den populären Namen des „Korkadels“ im Bordeaux, fällt Durantou wenig auf. Er macht allerdings auch nicht viel Aufhebens um sein Tun. Trotzdem produziert er vielbeachtete Weine, deren Reputation mittlerweile auch im Médoc angekommen sein sollte. Durantou hat zwei Weine in seinem Portfolio, den Château L’Eglise Clinet und den La Petit L’Eglise, bei dem er sich rundheraus weigert, ihn als Zweitwein zu bezeichnen. Er stammt von den sandigeren Böden des kleinen Anwesens und wird in allen Jahren von anderen Parzellen als der Wein Château L’Eglise Clinet geerntet. Überhaupt hat er nicht den Anspruch, in jedem Jahr einen grandiosen Wein zu machen, er akzeptiert die Unterschiede in den Jahrgängen als eine Bereicherung.

  • gegründet:
    1882
  • bewirtschaftete Fläche:
    4,5 ha
  • Besitzer:
    Denis Durantou
  • Webseite
    www.eglise-clinet.com