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Château Léoville-Barton

33250, Saint-Julien, FR

Genau zwischen den Örtchen Beychevelle im Süden und Saint-Julien-Beychevelle im Norden liegt das Château Léoville-Barton, das bereits in der 10. Generation familiengeführt ist. Der Beginn des Barton’schen Engagements in Bordeaux liegt im Jahre 1722, als Thomas Barton Irland mit dem Ziel verließ, mit zwei seiner Onkel mütterlicherseits in das Handelsgeschäft mit Frankreich einzusteigen. Zunächst versuchte er in Montpellier, dann in Marseille sein Glück, aber erst in Bordeaux nahm seine Karriere an Fahrt auf. Eigentlich war gar nicht vorgesehen, dass er Weinhändler werden sollte, aber er interessierte sich zunehmend für die Thematik und bald gründete er seine eigene Firma, die später Barton & Guestier heißen sollte. Obwohl er sich für die schönen Châteaux im Bordelais begeistern konnte, kaufte er keines davon, da das Gesetz „Le Droit d’Aubaine“ vorsah, dass der Besitz von Ausländern nach deren Tod wieder an die Krone zurückfallen sollte. Erst sein Enkelsohn Hugh kaufte seinen ersten eigenen Weinberg. Thomas Barton starb 1780 im stolzen Alter von 85 Jahren. 1786 fing Hugh mit dem Weinhandel an und war sehr erfolgreich auf diesem Gebiet, bis die Revolution über Frankreich hereinbrach. Hugh und seine Frau wurden unter Hausarrest gestellt. Aus unbekannten Gründen kamen die beiden nach einiger Zeit wieder frei und verließen Frankreich für längere Zeit. Als tüchtiger Geschäftsmann vernachlässigte er seine Firma allerdings nicht und hielt regen Kontakt zu seinen Geschäftspartnern in Frankreich. Die Handelsaktivitäten entwickelten sich so positiv, dass er 1821 Château Langoa kaufen konnte und 1826 Teile des Léoville Anwesens, welche später zu Château Léoville-Barton werden sollten. Da er mit Château Langoa bereits ein komplettes Weingut inklusive Kellerei und Kellern besaß, kaufte er ausschließlich Teile der Weinberge des Léoville Besitzes. Obwohl beide Weine ganz unterschiedliche Charakteristika aufweisen und auch komplett getrennt vermarktet werden, nutzt die Familie Barton bis heute für beide Gewächse die Möglichkeiten auf Château Langoa-Barton. Trotz seiner Besitztümer in Frankreich blieb Hughs Hauptwohnsitz in Großbritannien. 1855 wurde in der großen Klassifikation Léoville-Barton als 2ème Grand Cru eingestuft. Hughs Sohn Ronald wagte sich 1924 wieder, seinen Wohnsitz dauerhaft ins Bordeaux zu verlegen, nachdem seine Familie die Geschäfte lange von Irland aus geführt hatte.

Sein Vater, der sein Potenzial als Weingutsbesitzer erkannte und seine Brüder und Cousins auszahlte, überließ ihm die Weinberge der Familie zur Gänze. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und Hughs Rückkehr aus dem Krieg begann der Wiederaufbau. 1983 überließ Ronald, der keine Kinder hatte, den Besitz seinem Neffen Anthony, damit die Familiengeschichte fortgesetzt werden konnte. Anthony, geboren und aufgewachsen in Irland, rechnete gar nicht mit einem Erbe und war zuvor nur in seinem Weinhandel „Le Vins Fins Anthony Barton“ tätig. Im selben Jahr zog er auf das Château, um die Herausforderung anzunehmen. Seine Tochter Lilian, die zuvor für die Handelsagentur verantwortlich war, hat heute die Leitung auf dem Barton’schen Anwesen inne. Auch ihre beiden Kinder, Damien und Melanie, die Önologin ist, teilen die Leidenschaft für Wein und das Familienunternehmen. Melanie ist seit 2013 in den Weingütern tätig. In den ca. 50 Hektar Weinbergen stehen zu 74% Cabernet Sauvignon, 23% Merlot und 3% Cabernet franc. Im technischen Bereich setzt das Team auf Holztanks. Als die temperaturregulierten Edelstahltanks aufkamen, scheute man die Investition von damals 5 Millionen Francs, da man der Überzeugung war, die Temperaturregulierung würde in naher Zukunft auch für Holztanks möglich sein. Die Familie behielt Recht und heute sind immer noch die Holztanks im Gärkeller zu sehen. Die Trauben werden Parzelle für Parzelle entrappt, gepresst und fermentiert, um später eine möglichst perfekte Cuvée herstellen zu können. Die Weine von Léoville-Barton lagern je nach Jahrgang in zu 80% neuen Fässern. Seit 2012 erhöht sich jedes Jahr die Fläche, die biologisch bewirtschaftet wird. Die älteste Parzelle in den Léoville Weinbergen stammt aus dem Jahr 1953. Jedes Jahr werden kranke oder altersschwache Stöcke ausgetauscht, um die Qualität durchgehen stabil zu halten. Die Pflanzdichte ist mit 9.100 Weinstöcken pro Hektar relativ hoch.

  • gegründet:
    1826 (so gesehen...)
  • bewirtschaftete Fläche:
    ~ 50 ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Besitzer:
    Familie Barton
  • Webseite
    www.leoville-barton.com
Angebote dieses Erzeugers:

2012 Chateau Leoville Barton

68,60

2017 Chateau Leoville Barton

88,50

2015 Chateau Leoville Barton

96,85

2018 Chateau Leoville Barton

85,60

2009 Chateau Leoville Barton

139,00

2014 Chateau Leoville Barton

79,10