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Château Beychevelle

33250, Saint-Julien-Beychevelle, F

Die bordelaiser Appellation St. Julien-Beychevelle gehört wohl zu den bekanntesten im gesamten Médoc. St. Julien liegt direkt an der Gironde und könnte als „quadratisch, praktisch, gut“ beschrieben werden, denn das Anbaugebiet weist eine beinahe viereckige Form auf. Außerdem hat St. Julien eine hohe qualitative Homogenität, denn innerhalb der Appellation entfallen etwa 75% der Anbaufläche auf 11 Grand Cru Classé. Das ist ein höherer Prozentsatz als in allen anderen kommunalen Appellationen des Médoc. Nördlich von St. Julien schließt sich die Appellation Paulliac an. Die Böden bestehen hauptsächlich aus einem Kies-Sandgemisch, dessen Beschaffenheit in der Körnung und dem Mischverhältnis variiert. Diese Böden besitzen eine gute Drainage, was vor dem Hintergrund häufiger Regenfälle in der Gegend sehr vorteilhaft ist. Die Gironde reguliert das Klima und schützt so die Reben vor allzu kalten Nächten. Diese Funktion des Flusses kann das sehr nahe an der Gironde gelegene Château Beychevelle voll ausnutzen. Der Besitz erstreckt sich über 250 Hektar, von denen etwa 90 Hektar mit Reben, die ausschließlich in der Appellation St. Julien liegen, bepflanzt sind. Auf den restlichen Fläche erstrecken sich Kiefer-,Pappel-, und Nussbaumwälder sowie Wiesen, auf denen Limousin-Rinder zu Hause sind. Mit diesen Ausmaßen ist das Château Beychevelle ein ziemliches Schwergewicht im Médoc. Begonnen hat alles mit dem Bischof Francois de Foix-Candale, der 1565 ein Gutsgebäude erbauen ließ. Das Land war durch eine Heirat in die Familie gekommen, Weinbau wurde zu dieser Zeit wahrscheinlich aber noch nicht betrieben.

Beychevelle war zuerst ein eleganter Familiensitz mit schöngeistigen Ambitionen, dessen Besitzer mehr Wert auf Kunst, Opulenz und „dolce vita“ als auf Landwirtschaft legten. Anfang des 17. Jahrhunderts residierten die Herzöge d'Épernon auf Beychevelle. Zu diesem Zeitpunkt entsteht auch die Legende um das heutige Emblem auf dem Etikett des Grand Vin. Der erste Herzog war ein berühmter Admiral namens Jean-Louis Nogaret de la Valette, der im französischen Militär diente. Er heiratete eine Foix-Candale und kam so in den Besitz des Château. Zu Ehren des hochdekorierten Admirals setzte jedes Schiff seine Segel auf Halbmast, sobald es die nahe des Flusses gelegenen Besitztümer des Herzogs passierte. Aus dem französischen baisse voile, was soviel wie „Segel absenken“ bedeutet, entstand der heutige Name Beychevelle. Der zweite Herzog war ein Kunstliebhaber: er beherbergte für einige Auftritte eine Schauspieltruppe, der der junge Molière angehörte. Im Jahre 1855 wurde das Château Beychevelle als Quatrième Grand Cru Classé eingestuft. Als Armand Heine, ein wohlhabender Bankier, das Gut 1860 kaufte, machten er und seine Frau sich daran, Hof und Garten repräsentativ herzurichten und das Weingut zu erweitern. Noch heute ist das Château Beychevelle eines der elegantesten und mit einem wunderschönen, blumenreichen Park versehenen Weingüter im Médoc. Nachdem die Familie Achille-Fould das Weingut bis zum Jahre 1986 betrieb, hält heute der japanische Suntory Konzern die Mehrheit am Besitz. Beychevelle ist ein reiner Rotweinerzeuger, der Rebenspiegel setzt sich folgendermaßen zusammen: 52% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot, 5% Cabernet franc, 3% Petit Verdot. Aus der crème de la crème der Reben wird der grand vin gekeltert, von dem etwa 300.000 Flaschen pro Jahr in den Verkauf gehen. Der Zweitwein heißt Amiral de Beychevelle, von dem etwa 150.000 Flaschen abgefüllt werden. Der dritte Wein im Portfolio heißt Brulières de Beychevelle, der unter der Appellation AOC Haut Médoc verkauft, aber auf Beychevelle vinifiziert wird. Die Lese der im Durchschnitt 30 Jahre alten Reben erfolgt von Hand, das Herz der Weinberge liegt auf zwei Plateaus verteilt, auf denen die Weine auf tiefgründigen Kiesböden nahe der Gironde gedeihen. Das Château ist nicht nur wegen seiner Weine bei Urlaubern beliebt, auch das eingangs erwähnte Ambiente zieht pro Jahr 15.000-20.000 Besucher nach Beychevelle. Die Gäste haben die Möglichkeit, in einem der gutseigenen Zimmer zu nächtigen auch dort verköstigt zu werden. Bildquelle: winecellarinsider.com

  • bewirtschaftete Fläche:
    90ha
  • Kellermeister/-in:
    Jacques & Eric Boissenot (beratend)
  • Besitzer:
    Suntory
  • Webseite
    www.beychevelle.com
Angebote dieses Erzeugers:

2018 Chateau Beychevelle 4eme Cru Classe St. Julien

80,38

2017 Chateau Beychevelle 1,5 l - Magnum

184,79

2019 Chateau Beychevelle 4eme Cru Classe St. Julien

70,91

2018 Chateau Beychevelle 1,5 l - Magnum

162,69