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Château Brown

allée John Lewis Brown, 33850, Léognan, F

Dieses Weingut ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Einerseits liegt es in der recht jungen Appellation Pessac-Léognan, die erst 1987 von André Lurton gegründet wurde und in der Chateau Brown zu einem der bekanntesten Weingüter zählt. Andererseits wurde es aufgrund einiger Stolpersteine in den Jahren 1953 und 1959 nicht klassifiziert. Und doch hat der heutige Besitzer es geschafft, das Château seit 2004 ordentlich nach vorne zu bringen. Die AOC Pessac-Léognan liegt etwas südlich der Stadt Bordeaux an der Garonne. Das Mikroklima ist günstig, denn die Appellation wird im Süden und Westen von Pinienwäldern geschützt, im Osten dient die Garonne als Wärmespeicher. Wie oft im Bordeaux herrscht auch hier der typische Kieselboden vor, der ebenfalls nächtens die gespeicherte Wärme an die Reben abgibt. Das Klima ist bordeauxtypisch feucht und mild, der Regendurchschnitt liegt bei 833 l/m². Der Besitz des Château Brown erstreckt sich über drei Gemeinden: Gradignan, Villeneuve- d‘ Ornon und Léognan. Die 29 Hektar Weinberge erstrecken sich direkt um das Gut, dessen Gebäude liegen eingerahmt von einem Park und seinen eigenen Weinbergen sehr malerisch nahe der Ortschaft Villeneuve- d‘ Ornon. Die neuere Geschichte des Weingutes beginnt 1795, als John Lewis Brown, seines Zeichens schottischer Händler, das Anwesen kaufte. Der Lebemann pflegte einen verschwenderischen Lebensstil, seine zahllosen Empfänge dürften in der damaligen Gesellschaft für Aufsehen gesorgt haben. Außerdem war er kulturell interessiert, vor allem die Malerei hatte es ihm angetan. So ist es nicht verwunderlich, dass er dieses Interesse an seinen Enkel John Lewis Brown (1829-1890) weitergab, der es mit Talent und Schaffenskraft weiterentwickelte. Er wurde ein bekannter Maler von Jagdszenen. Seine Gemälde sind heute noch in verschiedenen renommierten Galerien und Museen zu bewundern.

1939 kaufte André Bonnel das Château, und seine Familie führte das Gut über drei Generationen durch den 2. Weltkrieg und die schwierige Zeit danach. Es gibt verschiedene Aussagen über den Grund, warum das Weingut die Klassifikationen in den Jahren 1953 und 1959 verpasste. Eine Version besagt, dass in den 50er Jahren der Weinbau auf Brown eingestellt und erst etwa 20 Jahre später wieder aufgenommen wurde. Das Weingut selbst sagt, dass die Weinberge zu dieser Zeit nicht den Mindestanforderungen zur Klassifikation entsprachen. Das Blatt wendete sich, als Bernard Barthe das Weingut 1994 von Jean-Claude Bonnel kauft und sich sofort an dessen Restrukturierung macht. Es wurden Neupflanzungen vorgenommen, Fässer gekauft und ein unterirdisches Drainagenetz eingerichtet. Barthe renovierte und erweiterte Gebäude auf dem Anwesen, die Weinqualität stieg. Genau zehn Jahre später übernahm die Familie Mau – eine eingesessene Bordelaiser Weinhändlerdynastie – und der Niederländer Cees Dirkzwager Château Brown. Bernard Barthe blieb mit 20% am Unternehmen beteiligt. Der Hingabe und Leidenschaft der Betreiber ist es zu verdanken, dass Château Brown wieder zu alter Größe gefunden hat. Heute leitet die 5. Generation der Familie in Gestalt von Jean-Christophe Mau das Weingut. Er wird von Stéphane Derenoncourt als önologischem Berater unterstützt. Die Bepflanzung ist heute bei den Rotweinen mit 55% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot und 5% Petit Verdot recht klassisch. Allerdings vinifiziert Brown auch Weißweine auf 4,5 Hektar mit 70% Sauvignon blanc und 30% Semillon. Bei der Neupflanzung der Reben legten die Verantwortlichen großen Augenmerk auf die Bodenbeschaffenheit und setzten den Cabernet Sauvignon auf den steinigsten Boden mit der besten Drainage und Sonneneinstrahlung, der Merlot wurde auf den lehmigsten Kiesboden und die weißen Reben auf einen besonders sandigen, lehmigen Boden gesetzt. Mau und sein Kellermeister Bruno Patrouilleau setzen auf Handlese, häufig auch in mehreren Durchgängen. Eine natürliche und nachhaltige Bewirtschaftung der Weinberge ist ihnen wichtig. So werden keine Zuchthefen im Keller verwendet, die Gärung geschieht spontan. Außerdem ist der Betrieb ISO 14 001 zertifiziert. Mau musste dafür eine betriebliche Umweltpolitik, Umweltziele und ein Umweltprogramm festlegen sowie ein entsprechendes Managementsystem aufbauen. Etwa 70% des Weines wird als Grand Vin verkauft, davon entfallen 80.000 Flaschen auf Rotwein und 20.000 Flaschen auf Weißwein. Die Zweitweine von Brown gehen als La Pommeraise de Brown und als Colombier de Brown in den Verkauf. Seit 2012 produziert Brown auch Roséwein. Im Bastionssortiment befindet sich derzeit der Grand Vin in Weiß und Rot.

  • gegründet:
    1795
  • bewirtschaftete Fläche:
    29ha
  • Kellermeister/-in:
    Bruno Patrouilleau
  • Webseite
    www.chateau-brown.com