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Chateau Canon

BP 22, 33330, Saint-Émilion, F

Am rechten Ufer der Dordogne liegt die AOC St. Émilion. Das Weinbaugebiet liegt weiter im Landesinneren als z.B. die relativ küstennahen Appellationen St. Estèphe oder Paulliac. Die Stadt Libourne gibt der Gegend seinen Namen, man spricht hier von dem Libournais. In ihr liegen auch noch andere Appellationen, wie unter anderem Fronsac und Canon-Fronsac, Pomerol und sogenannten Saint-Émilion-Satelliten. Der nahe Atlantik sorgt für ein mildes, ausgeglichenes Klima ohne extreme Temperaturschwankungen. Das Wetter im Herbst ist oft ausschlaggebend für die Qualität des Jahrgangs, da sich die Weinlese häufig lange in den Oktober hineinzieht. Die Gegend ist vom Weinbau dominiert, die vielen alten Häuser, Kirchen und Weingüter geben der Landschaft einen ursprünglichen Charakter, der Ort St. Émilion gehört sogar zum UNESCO Weltkulturerbe. Die AOC St. Émilion liegt auf einem Kalkstein Plateau, das sanft Richtung Dordogne abfällt. Auch die Reben von Château Canon können in einen Ton-Kalkboden wachsen, dessen untere Schicht aus marinen Sedimenten besteht – ein mineralisches Paradies für die Weinstöcke. Der Kalkstein gleicht Wetterextreme aus, und so speichert der Boden einerseits Wasser, was in Trockenperioden wieder abgegeben werden kann. Andererseits ist er auch durchlässig bei heftigen Regenfällen. Die Gegend birgt ein ungewöhnliches Labyrinth unter seiner Oberfläche. Diese unterirdischen „Steinbrüche“ wurden vor Jahrhunderten geschaffen, um mit dem verkauften Stein den Bau von Häusern und Weingüter zu finanzieren. An mancher Stelle schauen die Wurzeln der Weinreben durch die Decken dieser unterirdischen Katakomben. Auch im Château Canon kann man von den Kellern hinab in die tiefen Gänge steigen. Das Château Canon hieß ursprünglich Clos St. Martin, da der erste Weingarten direkt an der Kirche St. Martin angelegt wurde. Erst im 18. Jahrhundert wurde das jetzige Château errichtet. 1760 kaufte der Privatier und Freibeuter Jacques Kanon das Weingut. Monsieur Kanon schien ein windiger Geselle gewesen zu sein, denn nur 10 Jahre später verkaufte er das Château aus unbekannten Gründen wieder und verschwand. Man vermutet, dass der heutige Name „Canon“ von seinem Nachnamen abgeleitet wurde.

Die Jahrhunderte vergingen und Besitzerfolge lässt sich nicht genau nachvollziehen, bis zum Jahre 1919 in dem André Fournier das Weingut kaufte. Die Familie Fournier betrieb das Weingut von Generation zu Generation, aber im Jahre 1996 waren sie gezwungen, man munkelte über Familienprobleme, zu verkaufen. Mit diesem Verkauf zog der Glamour ein in die heiligen Hallen, denn die neuen Besitzer sind keine geringeren als die öffentlichkeitsscheue Familie Wertheimer. Dem millionenschweren Clan gehört das Modelabel Chanel, und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass ein renommierter Architekt die Renovierung übernahm. Peter Marino, der auch schon für Louis Vuitton und Dior designte, nahm sich des etwas lädierten Châteaus an. Heute wird das Weingut auch als Sommerresidenz genutzt. Auch die Keller und dazu gehörigen Gebäude wurden einer radikalen Erneuerung unterzogen. Der damalige Betriebsleiter John Kolasa brachte das Weingut wieder auf Vordermann. Als er 2014 in den Ruhestand ging, konnte er seinem Nachfolger Nicolas Audebert einen sauberen, modernen Betrieb übergeben. Die 34 Hektar Rebfläche sind mit etwa 65% Merlot und 30% Cabernet franc bestückt. Durch eine Umstrukturierung der Weinberge hat man das ursprüngliche Pflanzungsmuster wieder hergestellt. Während ein Großteil der Reben außerhalb des Ortes, in der Nähe des Gutsgebäudes liegt, gibt es einen 1500m² großen Weinberg, der direkt im Dorf St. Émilion liegt. Er ist für Traktoren unzugänglich und von Wohnhäusern umgeben, so dass die Bodenbearbeitung mit dem Pferd durchgeführt werden muss. Er ist mit Reben der Merlot Traube bepflanzt, die dann in den Grand Vin des Château einfließen. Die Lese erfolgt natürlich von Hand -hier wie in allen Weinbergen von Canon. Nach der selektiven Lese erfolgt eine weitere Sortierung der Trauben auf langen Tischen, bei denen jede Traube auf ihren Reifegrad geprüft und, falls für unzureichend befunden, aussortiert wird. Außer seinem Grand vin produziert Château Canon noch seinen Zweitwein „Croix Canon“. Dieser wird von 11 Hektar gelesen, die um die Mazerat-Kapelle aus dem 12. Jahrhundert liegen. Diese Kapelle wurde vollständig saniert und als Mini-Weingut hergerichtet, so kann der Zweitwein auch komplett dort vinifziert und gelagert werden.

  • gegründet:
    1760
  • bewirtschaftete Fläche:
    34ha
  • Besitzer:
    Familie Wertheimer
  • Webseite
    www.chateau-canon.com
Angebote dieses Erzeugers:

2018 Chateau Canon

134,53

2019 Chateau Canon - St. Emilion Grand Cru Classe

96,50

2017 Chateau Canon

107,79