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Chateau Cantemerle

33460, Macau, F

Die Reben des Château Cantemerle wachsen auf einem Boden aus Kieselerde. Das als Cinquième Grand Cru klassifizierte Weingut umfasst 94 Hektar Rebfläche, von denen aus 91 Hektar die Weine des Château erzeugt werden. Außerdem besitzt Cantemerle einen 28 Hektar großen Park, der von einem renommierten Gartenarchitekt gestaltet wurde. Die Wurzeln von Cantemerle reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück, als die Herren von Cantemerle das erste Mal erwähnt wurden. Im 14. Jahrhundert kämpfte ein Cantemerle in der Schlacht von Taillebourg, die er leider verlor. Behalten hat er aber offensichtlich seinen Stammsitz, denn im Jahre 1340 war ein gewisser Ponset de Cantemerle der Eigentümer. Nachgewiesen ist auch, dass im 14. Jahrhundert bereits Weinbau dort betrieben wurde. Im Jahre 1354 bezahlten die Herren von Cantemerle ihren Zehnten mit Wein. Im 15. und 16. Jahrhundert wechselte das Château mehrfach den Besitzer, der Titel und der Besitz wurden durch Heirat oder Verkauf weitergegeben. Weinbau wurde wahrscheinlich nur im kleinen Stil betrieben. 1575 begann die lange „Herrschaft“ der Familie Villeneuve auf Cantemerle. Eine herausragende Persönlichkeit dieser Familie war ohne jeglichen Zweifel die Baronin Caroline Villeneuve-Durfort. An sie fiel der Besitz nach dem frühen Tod ihres Sohnes im Alter von 29 Jahren im Jahre 1844 zurück. Anstatt sich einen neuen Ehemann zu suchen (sie war zu diesem Zeitpunkt bereits verwitwet) nahm sie sich der Aufgabe der Betriebsführung lieber selbst an. Belegt ist ein Vorfall aus dem Jahre 1845, als ein Nachbarwinzer anfing, seinen Wein mit dem Zusatz "Cantemerle" zu verkaufen. Das gefiel der Baronesse überhaupt nicht, und so strengte sie eine Klage an. Ihre Argumentation war so fundiert und mit Belegen dokumentiert, dass das Gericht für die Klägerin entschied. Der Beklagte musste alle Hinweise auf den Namen „Cantemerle“ von seinem Etikett entfernen, eine Entschädigung bezahlen und blieb noch auf den Gerichtskosten sitzen. Diese Rigorosität half dem Château Cantemerle nochmals im Jahre 1855, denn beinahe wäre es überhaupt nicht in die Liste der Grand Cru Classé aufgenommen worden. Bis 1854 verkaufte das Weingut seinen ganzen Wein in die Niederlande. Da die Klassifizierung unter anderem auf Basis der erzielten Verkaufspreise stattfand, gab es für die Händler keine Basis, auf der sie Cantemerle bewerten konnten, da die Baronesse immer ins Ausland verkaufte und nicht auf dem Bordelaiser Markt.

Erst der 1854er wurde in Frankreich abgesetzt. Als nun die Listen mit der Klassifikation im April 1855 veröffentlicht wurden und die Baronin ihr Weingut nicht darauf fand, begann sie Dokumente zusammenzustellen, die den Verkaufspreis für einen Cantemerle belegen sollten. Damit bewaffnet marschierte sie im September desselben Jahres in das Büro der Händlervereinigung und verlangte, dass ihr Château der Liste hinzugefügt werden solle. Ihre Argumente waren offensichtlich überzeugend, denn auf den Originallisten ist der Zusatz noch heute klar erkennbar. Seither ist es nur einem einzigen Weingut gelungen, nachträglich in das Classement aufgenommen zu werden: Mouton-Rothschild im Jahre 1973. Springen wir nun zu der aktuellen Geschichte auf Château Cantemerle. Im Jahr 1981 kaufte ein Versicherungsunternehmen das Weingut, das sich damals in ziemlich schlechtem Zustand befand. Nur 20 Hektar waren zu diesem Zeitpunkt noch bepflanzt. Es begannen umfassende Renovierungsarbeiten, die viele Jahre dauern sollten. Bis 1987 wurde der Weinberg auf 60 Hektar aufgeforstet. Die Keller wurden modernisiert und neue Tanks angeschafft. Aus nostalgischen Gründen wurden sechs der gut erhaltenen Eichenholztanks restauriert, diese Maßnahme sollte sich später als glücklich herausstellen. Als die neu gepflanzten Reben einige Jahre später reif zur Lese waren, stellte man fest, dass die Kapazität des Kellers zu gering für die Traubenmengen war. Also legte man einen Teil des Weines in die Eichenholztanks. Das Ergebnis war organoleptisch so zufriedenstellend, dass zusätzliche neue Eichenholztanks gebaut wurden. Heute besitzt das Château Cantemerle neben einem klimatisierten Keller für die Fasslagerung auch temperaturkontrollierte Edelstahltanks und Betontanks für die Lagerung der Cuvée. Die Bepflanzung ist nach einigen Veränderungen heute folgendermaßen: 60% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 6% Cabernet franc und 4 % Petit Verdot. Der Grand Vin wird 12-16 Monate in medium-getoasteten Eichenfässern gelagert, davon sind 50% neu. Pascal Berteau, der technische Leiter auf Cantemerle beschreibt seinen Wein liebevoll so: "Schönheit, Einfachheit, Charme und Romantik, die Ausstrahlung des Château spiegelt sich in unseren Weinen wieder."

  • gegründet:
    12. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    91 Hektar
  • Kellermeister/-in:
    Pascal Berteau
  • Besitzer:
    Société mutuelle d'assurance du bâtiment et des travaux publics
  • Webseite
    www.cantemerle.com
Angebote dieses Erzeugers:

2016 Chateau Cantemerle 5eme Cru Haut-Medoc

40,20

2016 Chateau Cantemerle 0,375 l - halbe Flasche

21,90

2014 Chateau Cantemerle 5eme Cru Haut-Medoc

30,85

2017 Chateau Cantemerle 5eme Cru Haut-Medoc

26,20