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Château La Mission Haut-Brion

67, rue Peybouquey, 33400, Talance, F

Das Graves-Gebiet ist eine seit 1937 klassifizierte Appellation im Bordelais, die sich südlich der Stadt Bordeaux erstreckt. Ihr Name leitet sich vom steinigen, kieselreichen Boden ab (franz. gravier=Kiesel), der in der Appellation hauptsächlich vorkommt. Der nahe Fluss Garonne fungiert als Wärmespeicher. Ohnehin ist das Klima mit einem Jahrestemperaturmittel von 12,5°C warm und feucht. Innerhalb der AOC Graves wurde 1987 die Gemeindeappellation Pessac-Léognan geschaffen, die sich um die Orte Pessac und Léognan herum befindet. Mittlerweile hat sich die Peripherie der Stadt Bordeaux so sehr erweitert, dass mehrere Weingüter praktisch von der Stadt eingeschlossen sind. So auch die Weingüter Château La Mission Haut-Brion und das Schwesternweingut Château Haut-Brion. Diese beiden Weingüter gehören zur Domaine Clarence Dillon, die in den Gebäuden des Château Haut-Brion ihren Sitz hat. Der Name Haut-Brion hat seinen Ursprung in der keltischen Bezeichnung für Anhöhe oder Berg - „briga“. Das lässt wiederum vermuten, dass dieses Terroir schon sehr alt ist und bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. genutzt wurde. Aus dem Jahr 1426 existiert eine Handschrift, die besagt, dass eine Johanna Faure einen Weinberg in der Nähe von Haut-Brion kultivierte. Die lange und gut belegte Geschichte von La Mission Haut-Brion beginnt im 16. Jahrhundert. 1540 war Louis de Roustaing Besitzer der Ländereien La Tour d’Esquivens. Dazu gehörte auch eine Parzelle, die „Arregedhuys“ genannt wurde: dies ist die historische Parzelle von La Mission Haut-Brion. Die Familie Roustaing war der erste nicht-klerikale Weinproduzent in der Region zu dieser Zeit. Einige Jahre später wurde das Land an Arnaud de Lestonnac verkauft, einem bedeutenden Kaufmann in Bordeaux. Dieser war mit Marie de Pontac verheiratet, der Schwester von Jean de Pontac, dem damals das Nachbarweingut Haut-Brion gehörte. Dies war wohl der Grund, warum sich Arnaud de Lestonnac des Potenzials des Terroirs bewusst war und er aus der Länderei alsbald ein Weingut formte.

Um 1572 war der Weinberg etwa 9,3 Hektar groß, eine Kellerei und ein Haupthaus wurden errichtet. Etwa 70 Jahre später, im Jahre 1650 hinterließ die damalige Besitzerin Olive de Lestonnac, die eine fromme und mildtätige Frau war, eine Rente, die gemäß ihrem Wunsch den „guten Mitgliedern einer religiösen Gemeinschaft“ zufallen sollte. Olives Erbin vermachte die Hinterlassenschaft also dem Orden der „Congréation des Prêtres du Clergé“ in Bordeaux, damit die frommen Männer die guten Taten vollbringen konnten, die Olive für ihr Erbe vorgesehen hatte. Der Orden hatte allerdings nicht lange Bestand. Also wurde 1682 die karitative Aufgabe dem Orden „Congréation de la Mission de Saint-Lazare“ übertragen, dessen Ableger in Bordeaux sich „Prêcheurs de la Mission“ nannten. Damit war La Mission Haut-Brion geboren. Im 18. Jahrhundert erweiterten die fleißigen Mönche die Anbauflächen und pflegten das Land. Noch heute sind überall auf dem Château Zeugnisse der Mönche zu entdecken, sei es in der Form des Gebäudes, das an ein Kloster erinnert oder in den Kreuzen, die sowohl auf den Flaschen als auch auf dem Gebäude zu finden sind. Während der Französischen Revolution wurde das Land als Staatseigentum verkauft. Zu dieser Zeit zeigte sich, was für eine großartige Arbeit die Mönche geleistet hatten. Die Anbaufläche hatte sich auf fast 15 Hektar vergrößert, der Preis stieg von ehemals 100.000 livres auf 302.000 livres an. Nachdem mehrere Eigentümer ihr Glück auf La Mission versucht hatten, kaufte der Amerikaner Célestin Chiapella 1821 das Weingut als Alterssitz. Aus dieser Zeit stammt auch die Galleone, die heute noch auf dem Dach des Anwesens ihren Dienst als Wetterfahne tut. Chiapella ließ sie als Symbol der Verbindung zwischen der alten und der neuen Welt anfertigen. Dank der familiären Beziehungen nach New Orleans entfachte sich ein reger Handel von La Mission Weinen nach Übersee. Im Jahre 1884 verkaufte Jérôme Chiapella das Château. Mit dem Beginn der Woltner-Ära auf La Mission Haut-Brion im Jahr 1919 zogen auch technische Neuerungen in den Weinkeller ein. Zusammen mit seinen Söhnen Henri und Fernand übernahm Frédéric Otto Woltner ein Weingut mit allerbester Reputation und führte es in die Moderne. Als er 1933 starb, übernahm sein Sohn Henri, ein Önologe, die aktiven Geschäfte. Während des 2. Weltkriegs musste die Familie deutsche Soldaten und ihren General beherbergen. Es ist wohl dem Auftreten der Familie und einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass bei deren Abzug weder die Gebäude zerstört, noch das Anwesen geplündert wurde. Im Jahr 1945 bekam die Familie ihren Besitz wieder vollständig zurück. 1953, als die Weine der Graves klassifiziert wurden, erreichte auch Château La Mission Haut-Brion den Status eines klassifizierten Gewächses. Als sich in den 1980er Jahren die Erben der Woltners nicht einigen konnten, wie das Weingut geführt werden sollte, entschlossen sie sich letzten Endes für einen Verkauf. Natürlich lag ein Verkauf an die Familie Dillon, die auch schon das Nachbarweingut Château Haut-Brion besaßen, nahe. Seit die junge Joan Dillon in den fünfziger Jahren La Mission das erste Mal besucht hatte, kannten die beiden Familien sich und fühlten sich verbunden. Clarence Dillon gab als erster sein Angebot ab und erhielt im November den Zuschlag zum Kauf. Seitdem sind auf La Mission viele Renovierungen und Modernisierungen passiert. Neben der Kellerei wurden 1987 das Haus, die Keller und die Kapelle renoviert. Außerdem wurden alle Räume des Château umgestaltet und die Möbel teilweise ersetzt. Der letzte maßgebliche Umbau ist der 2007 von Robert Prinz von Luxemburg in die Wege geleitete säulengestützte Fasskeller und die Abfüllanlage. Darin werden alle drei Weine des Château abgefüllt: der Grand Vin Château la Mission Haut-Brion, der Zweitwein „La Chapelle de la Mission Haut-Brion und der Weiße „Château la Mission Haut-Brion blanc“. Es existiert noch ein Weißwein, der eine Kollaboration mit Haut-Brion darstellt, der „La Clarté de Haut-Brion“. Der Grand Vin wird in bis zu 80% neuen Fässern ausgebaut, der Zweitwein kommt noch auf 20-25% neues Holz. Auf La Mission entfallen fast 27 der 29 Hektar Anbaufläche auf rote Sorten. Der Cabernet Sauvignon liegt mit 47% vorne, dann folgt Merlot mit 42,7% und Cabernet franc mit 10%. Die weißen Sorten wachsen auf etwas weniger als drei Hektar; hier führt der Sémillon mit 85% das Feld an, gefolgt von Sauvignon blanc mit 14% und Muscadelle mit 1%. Der Boden besteht aus Kieseln aus unterschiedlichen Quarztypen, die auf einer Unterlage aus Ton und Sand liegen.

  • gegründet:
    16. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    29ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Besitzer:
    Domaine Clarence Dillon
  • Webseite
    www.mission-haut-brion.com
Angebote dieses Erzeugers:

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