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Château Gazin

Chemin de Chantecaille, 33500, Pomerol, F

Die Zeiten, als Pomerol nur die Satelliten-Appellation von St. Emilion war, sind definitiv vorbei. Allerdings ist es diesem Umstand zu verdanken, das Pomerol kein Klassifizierungssystem besitzt. Zu der Zeit, als ein solches in der Nachbarappellation eingeführt wurde, war Pomerol einfach nicht wichtig genug, um auch bedacht zu werden. Nachdem auch hier schon in der Römerzeit Weinbau betrieben wurde, wurde er im 14. und 15. Jahrhundert, zur Zeit des Hundertjährigen Krieges, fast völlig eingestellt. Erst danach wurden wieder Rebflächen angelegt und bewirtschaftet. Es sollte aber noch eine ganze Weile dauern, bis die Weine im Pomerol die Anerkennung erreichten, die sie heute besitzen. Erst 1923 bekommt die Appellation ihren AOC Status verliehen. Die AOC Pomerol erstreckt sich nordöstlich der Stadt Libourne am sogenannten „rechten Ufer“ des Bordelais. Ähnlich wie um die Stadt St. Emilion, gibt es im östlichen Teil der AOC Pomerol ein kleines Plateau auf 35m über NN, welches einen großartigen Boden für den Weinbau bereithält. Genau hier, in direkter Nachbarschaft zum berühmten Château Pétrus, befindet sich das Château Gazin. Die Ursprünge des Weingutes gehen auf das 12. Jahrhundert zurück, als der Orden der „Knight Hospitallers of St. John“ (heutiger Malteserorden) an diesem Ort einen Bauernhof bewirtschaftete. Dieser diente wohl auch Pilgern, die auf dem Weg nach Santiago de Compostela unterwegs waren, als Rast und Herberge. Auf den Ruinen dieses Gebäudes wurde das heutige Château gebaut. Dazu muss man sagen, dass die Châteaux im Pomerol nicht so elegant und luxuriös daherkommen, wie die auf der anderen Flussseite. Das Château Gazin gleicht eher einem robusten Herrenhaus als einem verwunschenen Sommersitz. Es kann nur darüber spekuliert werden, ob das Kreuz auf dem Etikett des Weines eine Anlehnung an den Malteserorden ist. Im Wappen der heutigen Besitzer kommt es jedenfalls nicht vor. 1772 wurde das Château von der Familie Feuilhade gekauft. Anfang des 20. Jahrhunderts gelangte es dann durch Louis Soualle in die Hände der heutigen Besitzer, der Familie Bailliencourt dit Courcols. Bailliencourt ist eine der ältesten Familien Frankreichs.

Sie stammt aus dem Artois, einer historischen Provinz im Norden Frankreichs, und kann auf einen langen Stammbaum bis hin zu den Stammesgründern der „Landas“ aus dem 9. Jahrhundert zurückblicken. Der Namenszusatz „Courcols“ stammt aus dem 13. Jahrhundert, als er einem Mitglied der Familie für seine Taten in einer Schlacht verliehen wurde. Die Familie Bailliencourt führt Château Gazin bereits in der fünften Generation. Mit einer Größe von rund 24 zusammenhängenden Hektar ist das Weingut verhältnismäßig groß für Pomerol-Verhältnisse. Die Weinberge befinden sich auf dem Hochplateau und profitieren von einem Terroir aus einem Untergrund von grüner und blauer Tonerde mit Eisenoxiden und einer Auflage aus Günz-Deckenschotter. Dieser Boden bietet die besten Voraussetzungen für die Merlot-Traube, die hier der unangefochtene Star ist. 90% der Anbaufläche fällt auf Merlot, gefolgt von 7 % Cabernet Sauvignon und 3 % Cabernet franc. Wie im Bordelais üblich, werden auch auf Gazin die Parzellen einzeln gelesen und vinifiziert. Eine mehrfache Auslese der Trauben findet statt, bevor der Saft in Betontanks vergoren wird. Die Lagerung erfolgt in Eichenfässern, von denen 50% jedes Jahr erneuert werden, teils aber auch in Edelstahltanks. Außerdem erzeugt Gazin noch einen Zweitwein, den L‘ Hospitalet de Gazin. Die Familie betreibt einen biologischen Weinbau, verzichtet zum Beispiel auf synthetischen Dünger. Bio-Klassifiziert ist das Weingut jedoch nicht.

  • gegründet:
    12. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    24,24ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Besitzer:
    Familie Bailliencourt dit Courcol
  • Webseite
    www.gazin.com
Angebote dieses Erzeugers:

2016 Chateau Gazin Pomerol AC

107,60

2014 Chateau Gazin Pomerol AC

66,45