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Château Gloria

33250, Saint-Julien, F

Direkt an den Ufern des Flusses Gironde liegen drei Gemeindeappellationen im AOC Haut-Médoc; St. Estèphe, Paulliac und St. Julien. Die Orte selbst sind hübsch, aber eher unspektakulär, die Gegend ist völlig vom Weinbau dominiert. Ganze 75% der Anbauflächen entfallen auf Grand Cru Classé Weingüter: damit wird hier mehr exzellenter Rotwein erzeugt als in den meisten anderen Appellationen. Südlich von St. Julien liegt das Dorf Beychevelle, in dem die Geschichte von Henri Martin seinen Anfang nahm. Er wurde 1903 auf Château Gruaud-Larose geboren, auf dem sein Vater als Küfer arbeitete. Die Familie ist seit mehr als 300 Jahren in der Region ansässig und fest mit dem Land verwurzelt. Henri Martin war 40 Jahre lang Bürgermeister von St. Julien-Beychevelle und eine Institution in der ganzen Region. 1942 kauft der erklärte Gegner der Klassifikationen die ersten sechs Hektar des späteren Château Gloria, dessen Hauptgebäude heute mitten im Ort liegt. Nach und nach kauft er weitere Parzellen hinzu – alle von Grand Cru Classé Weingütern wie unter anderem von Gruaud-Larose, Léoville-Barton, Ducru-Beaucaillou, Léoville-Poyferré und Lagrange. So wächst die Größe von Château Gloria stetig auf die heutigen Ausmaße von etwa 48 Hektar an. Die Anbauflächen liegen einerseits mitten in Beychevelle, andererseits im Westen und Norden der Appellation an der Grenze zu Paulliac. Der Unterboden besteht aus Lehm und Sand mit einer Auflage aus Günzian-Kies, eine Ablagerung aus der Günz-Eiszeit während des Pleistozäns. Die Parzellen sind mit Cabernet-Sauvignon (65%), Merlot (25%), Cabernet franc (5%) und Petit Verdot (5%) bepflanzt. Der Ausbau erfolgt in thermoregulierten Edelstahltanks. 14 Monate dürfen die Weine reifen. Jährlich werden etwa 40% der Fässer ausgewechselt. 1980 kauft Martin das Château Bel-Air im Haut-Médoc, zwei Jahre später Château Saint-Pierre in St. Julien. Heute gehört zur Martin´schen Kollektion außerdem noch das Château Haut-Beychevelle Gloria, ebenfalls in der AOC St. Julien gelegen. Insgesamt bewirtschaften die Teams der Domaines Henri Martin 110 Hektar Anbaufläche. Als Martin 1991 stirbt, übernehmen seine Tochter Françoise und ihr Mann Jean-Louis Triaud mit ihren Kindern Vanessa und Jean die Leitung der Weingüter. Da das Château Gloria zur Zeit der 1855er Klassifikationen noch gar nicht existierte und das System seither etwas starr war, ist es auch nie klassifiziert worden. Dennoch haben es die Kellermeister und die Familie Triaud geschafft, ihre Weine regelmäßig in den Sphären der Grand Cru Classé bewerten zu lassen.

  • bewirtschaftete Fläche:
    50 Hektar
  • Besitzer:
    Domaines Henri Martin
  • Webseite
    www.domaines-henri-martin.com