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Château Gruaud Larose

33250, Sain-Julien-Beychevelle, F

Wenn man von der Stadt Bordeaux an der Gironde entlang Richtung Atlantik fährt, passiert man unzählige Weinberge, Châteaux und kleine Dörfer. Eines davon, etwa eine Autostunde nördlich der Stadt, ist St. Julien-Beychevelle. Diese Bordelaiser Gemeindeappellation kann zwar mit keinem Premiere Cru aufwarten, hat dafür aber 11 andere Cru Classé sowie Cru Bourgeois und Cru Artisans auf seiner Fläche versammelt. Hier findet man einen Boden, der häufiger, in unterschiedlichen Zusammensetzungen, im Bordelais anzutreffen ist. Es sind Schwemmböden aus dem Quartär. Damals gab es mehrere Eiszeiten, eine davon nennt man Günzian-Eiszeit. In diesem Zeitabschnitt wurden in der Region Steine aus verschiedenen Gegenden angespült, zum Beispiel findet man Feuersteine aus dem Périgord oder Quarzkiesel aus dem Limousin. Heute besteht der Boden aus Tonerde und Sand mit vielen Kieselsteinen in verschiedenen Größen. Manche Weinberge gleichen eher einem Geröllfeld denn einem Weingarten. Trotzdem werden hier große Rotweine vinifiziert, und die Winzer sind sehr stolz auf ihr Terroir. Genau auf diesen Böden wachsen auch die Rebstöcke des Château Gruaud Larose, dessen Geschichte bis ins 18. Jahrhundert hinein reicht. 1725 kaufte der Pfarrer Joseph Stanislas Gruaud drei Parzellen auf der Kuppe von Beychevelle. Insgesamt nannte er 50 Hektar sein Eigen. Der Gutsbesitzer, dem ein leicht exzentrischer Hang nachgesagt wird, erbaute einen Turm auf seinem Besitz, von dem er die Gegend bis zum Ort Beychevelle überblicken konnte. Er soll den Turm auch als Wachposten benutzt haben. 1757 vereinte er die drei Parzellen unter dem Namen „Fonbedau“ - auch „Gruaud“ genannt. Als er starb, vermachte er seinen Besitz 1781 seinem Neffen Sébastien de Larose, der seinen Namen dem seines Onkels hinzufügte; Gruaud Larose war geboren. Unter seiner Leitung wuchs die Rebfläche auf etwa 80 Hektar an. Die Zeit verging, und auch Sébastien de Larose segnete das Zeitliche. Im Jahr 1812 kauften mehrere Personen das Anwesen. In der großen Klassifikation von 1855 wird Gruaud Larose als Deuxième Grand Cru eingestuft und gehört somit zu dem Besten, was die Appellation zu bieten hat. 1865 wurde der Besitz unter den Erben aufgeteilt, es entstanden zwei getrennte Weingüter: Gruaud Larose-Sarget und Gruaud Larose-Bethmann.

Diese Trennung währte allerdings nicht lange, denn im Jahre 1917 kaufte Désiré Cordier, der Bürgermeister von Beychevelle, zunächst Gruaud Larose-Sarget. Einige Jahre vor Beginn des zweiten Weltkrieges erwarb er dann den anderen Teil, nun Gruaud Larose-Faure genannt und vereinte den 137 Hektar messenden Besitz wieder. 1940 übernahm sein Sohn Jean die Geschäfte. In den 1980er und 90er Jahren ging das Weingut durch einige Investorenhände, bis die Unternehmensgruppe um Jacques Merlaut das Château 1997 erwirbt. Dessen Sohn Jean Merlaut verwaltet das Château heute. Er ist übrigens der Onkel von Claire Villars-Lurton. Somit sind die Merlauts eine recht einflussreiche Familie im Bordelais. Die Bepflanzung der Weinberge liegt momentan bei 60% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 7% Cabernet franc und 3% Petit Verdot. Der Malbec fiel komplett heraus. In den kommenden Jahren soll der Anteil an Cabernet Sauvignon noch erhöht werden. Die Trauben der 82 Hektar Anbaufläche werden von Hand gelesen und mehrfach von Mensch und Maschine selektiert. Getreu dem Motto „Le geste d’aujourd’hui portera ses fruits demain“, zu deutsch etwa „Die heutige Tat trägt morgen ihre Früchte“, werden die Weinberge ohne chemische Herbizide, Pestizide oder Insektizide bewirtschaftet. Der unterirdische Fasskeller birgt etwa 1300 Eichenfässer, die Herrin über dieses Reich ist seit 2014 eine Frau. Stéphanie Lebaron folgte auf den in Rente gegangenen Philippe Carmagnac. Ihr erster Jahrgang 2014 habe es ihr leicht gemacht, sie schätze die Frische und Präzision der Gruaud Larose Weine, sagt die junge Kellermeisterin. Etwa 150.000 Flaschen des Grand Vin und 250.000 Flaschen des Zweitweins „Sarget de Gruaud Larose“, je nach Jahrgang variieren die Zahlen, werden auf dem Château angefüllt. Das Anwesen von Château Gruaud Larose gehört zu den historisch wertvollen im Médoc, denn die Anbaufläche ist beinahe noch wie vor einigen Jahrhunderten: ein fast ungeteiltes großes Stück rund um das Gutshaus gelegen.

  • gegründet:
    18. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    82 Hektar
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Kellermeister/-in:
    Stéphanie Lebaron
  • Besitzer:
    Bernard Taillan
  • Webseite
    www.gruaud-larose.com
Angebote dieses Erzeugers:

2018 Chateau Gruaud Larose 2eme Cru Classe St. Julien

73,50

2014 Chateau Gruaud Larose 2eme Cru Classe St. Julien

71,00