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Château Labégorce

Lieu-dit Labégorce, 33460, Margaux, F

Auf der linken Seite der Gironde erstreckt sich ein Rebenmeer nördlich und südlich der Stadt Bordeaux. Der nördliche Teil wird als regionale Appellation Haut-Médoc genannt, sie beinhaltet u.a. die Gemeindeappellationen St. Estéphe, St. Julien, Paulliac und am nächsten bei der Stadt Bordeaux gelegen die AOC Margaux. Genau zwischen den Dörfern Margaux und Soussans liegt das Château Labégorce in Nachbarschaft zu Château Margaux und Château Ferrière. Das Cru Bourgeois Weingut profitiert von sandig-kiesigen Böden (70%) und Böden von Schlicksand (30%). Château Labégorce hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die im 14. Jahrhundert beginnt. Das Adelshaus La Bégorce wurde von dem Herausgeber Edouard Férét in seiner 1868 erschienenen Edition „Le Bordeaux et ses vins“ erwähnt, als der Autor die schönsten Ecken des Dorfes Margaux vorstellt. Es handelt sich wahrscheinlich um den ersten Hinweis auf Weinbau auf dem heutigen Anwesen. Der Name Gorce war im Mittelalter ein sehr häufiger Familienname, deshalb ist nicht genau geklärt, welcher der Namensträger dem Weingut seinen Namen gab. Es wird vermutet, dass es sich um Abbott Gorce handelte, der etwa um 1756 lebte. Nach der französischen Revolution wurde das Weingut unter drei Landbesitzern aufgeteilt. Die Familie Gorce nannte ihren Teil „L’Abeé Gorsse de Gorsse“. Der kiesige Boden auf den höchsten Punkt des Hügelchens in Margaux brachte gute Weine hervor. 1905 wird das Weingut auf einer Ausstellung in Lüttich mehrfach ausgezeichnet. Die Familie Weltener-Vastapani übernahm den Besitzteil mit dem schönen neo-klassizistischen Herrenhaus. Labégorce hatte im Laufe der Jahre mehrere Besitzer, einer der schillerndsten war der umtriebige Fortuné Beaucourt, der zweimal als Bürgermeister von Margaux amtierte und die Anbauflächen gut in Schuss hielt. Der dritte Teil kam in den Besitz der Familie Benoist und ist nach einem ihrer Nachkommen, Gustav Zédé, benannt. Im Jahr 1979 verkaufte der damalige Besitzer Battesti das Weingut an eine Betreibergesellschaft unter der Ägide von Luc Thienpont.

2003 wurde das Weingut als Cru Bourgeois klassifiziert. Der schwerreiche Industrielle Hubert Perrado verwirklichte 2005 seinen Traum und selbstgestecktes Ziel, die drei Teile des historischen Weingutes wieder zusammenzuführen. Nachdem er 1989 zunächst Château Labégorce gekauft hatte und 2002 L’Abbeé Gorsse de Gorsse, erwarb er 2005 Labégorce Zédé. Als Hubert Perrodo im Jahre 2006 überraschend starb, übernahm seine damals 24-jährige Tochter das Unternehmen, zu dem auch das Grand Cru Weingut Château Marquis d’Alesme gehört. Château Labégorce besitzt 30 Hektar Anbaufläche, die größtenteils östlich des Weingutes liegen, der Rest ist in kleineren Parzellen westlich und südlich des Château verteilt. Die Weinberge sind mit 50% Cabernet Sauvignon, 45% Merlot, 3% Cabernet franc und 2% Petit Verdot bestockt. Die alkoholische Gärung erfolgt in Betontanks. Für die Lagerung werden die Weine in bis zu 35% neues Holz gefüllt. Der Wein von Zédé wird unter eigenem Label vinifiziert und vertrieben. Philippe de Laguarigue ist als operativer Leiter für alle Weingüter verantwortlich.

  • gegründet:
    14. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    70 Hektar
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Kellermeister/-in:
    Philippe de Laguarigue
  • Besitzer:
    Hubert Perrodo
  • Webseite
    www.chateau-labegorce.fr