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Château Léoville Poyferre

38 rue de Saint-Julien, 33250, Saint-Julien, F

St. Julien ist eine kleine Appellation von nur 920 Hektar am linken Ufer der Gironde. Die Böden der ganzen Gegend sind von kleinen Kieselsteinen bedeckt, die ganz natürlich die Temperatur des Bodens regulieren. Aber auch Schotter, Sand und Lehm tragen ihren Teil zu diesem gut durchlässigen Boden bei, der im Quartär aus Flusssedimenten entstand. Im Norden grenzt die Appellation an Pauillac, im Süden an das Haut-Médoc. St. Julien beherbergt eines der ehemals größten Médoc Anwesen, das heute in drei Teilen weiterexistiert, die Rede ist von „Léoville“. Die Geschichte beginnt im Jahre 1638 mit dem Maître Jean de Moythié, dem ein Weinberg auf einer der Kieskuppen gehörte. Dieser wurde damals „Mont-Moythié“ genannt. 1740 kaufte der ehrgeizige Alexandre de Gasq-Léoville das Land. Er hatte den Anspruch, den Weinberg zum Besten im Médoc zu machen und ging dementsprechend motiviert an die Arbeit. Nach seinem Tod war der Weinberg, der jetzt Léoville genannt wurde, ganze 120 Hektar groß. Alexandres Erben bewahrten das Weingut. Die Weine von Léoville kamen damals unter vier verschiedenen Namen in den Verkauf: Abadie, Lacaze, Chevalier und Monbalon. Im 19. Jahrhundert begann dann die Teilung des Anwesens durch verschiedene Verkäufe. Hugh Barton erwarb die Stücke Chevalier und Monbalon, daraus entstand 1826 das Château Léoville Barton. Die Familie Las Cases bewirtschaftete weiterhin Abadie und Lacaze. Durch Vererbung gelangte das Teilstück Abadie an Baron Jean-Marie Poyferré de Cères, der mit einer Las Cases verheiratet war. Aus diesem Stück wurde schlussendlich Château Léoville Poyferré. Das Château liegt im Dorf St. Julien, seine Weinberge sind in westlicher Richtung um den Ort herum verteilt. Im 19. Jahrhundert wurde die Rebflächen des Weinguts mehrfach von Mehltau heimgesucht und auch die Reblaus-Plage hinterließ ebenfalls ihre Spuren in den Weinbergen.

Trotz der Widrigkeiten mit verschiedenen Schädlingen blieb das Château bestehen, es wechselte allerdings zweimal den Besitzer. Einer davon war die Familie Lawton, von welcher auch der halbe Wolf stammt, der als Lawton’sches Familienwappen heute immer noch auf den Etiketten von Léoville Poyferré zu sehen ist. 1920 erscheint die Familie Cuvelier auf der Bildfläche, als sie die Châteaux Léoville Poyferré und Moulin Riche, welches 1932 als Cru Bourgeois Exceptionnel klassifiziert wurde, erwarben. Die Cuveliers stammten ursprünglich aus dem Norden Frankreichs, wo sie als Weinhändler aktiv waren. Bald nach dem Kauf der zwei Weingüter gründet Max Cuvelier einen Ableger seiner Weinhandelsagentur im Bordeaux, um näher an seinen Weingütern sein zu können. Sein Sohn Didier leitet die drei Weingüter seiner Familie, Léoville Poyferré, Moulin Riche und Le Crock, seit 1979. Die 80 Hektar Weinberge des 1855 als 2ème Grand Cru klassifizierten Léoville Poyferré sind mit 62,5% Cabernet Sauvignon, 25,5% Merlot, 6% Cabernet franc und 6% Petit Verdot bepflanzt. Jedes Jahr, etwa drei Wochen vor der Weinlese, gehen die Önologen Michel Rolland und Isabelle Davin, der Weinbergsleiter Bruno Clenet, der Kellermeister Didier Thomann und Didier Cuvelier gemeinsam durch die Weinberge. Dabei testen sie Trauben und prüfen deren Entwicklung; nach diesen Erkenntnissen wird dann der Ernteplan erstellt. Flexibel muss das Team trotzdem sein, denn das Wetter kann den ganzen Plan wieder ins Wanken bringen. Nach der Lese werden die Trauben von Hand am Sortiertisch verlesen, um dann nochmals von einer Sortiermaschine unter die Lupe genommen zu werden. Château Léoville Poyferré vinifiziert drei Weine: seinen Grand Vin, den „Moulin Riche“ vom gleichnamigen Weingut und einen Zweitwein, den „Pavillon de Léoville Poyferré, der sowohl die jüngeren Reben von Léoville Poyferré als auch von Moulin Riche beinhaltet.

  • gegründet:
    19. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    80 Hektar
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Kellermeister/-in:
    Didier Thomann
  • Besitzer:
    Familie Cuvelier
  • Webseite
    www.leoville-poyferre.fr
Angebote dieses Erzeugers:

2017 Chateau Leoville-Poyferre - 2eme Cru Classe St. Julien

107,79

2014 Chateau Leoville-Poyferre 2eme Cru Classe St. Julien

77,74

2011 Chateau Leoville-Poyferre

75,55

2015 Chateau Leoville-Poyferre

96,31

2019 Chateau Leoville-Poyferre - 2eme Cru Classe St. Julien

66,14