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Château Poujeaux

33480, Moulis-en-Médoc, F

Die drei Gemeindeappellationen des südlichen Médoc, nämlich Margaux, Moulis-en-Médoc und Listrac-en-Médoc, unterscheiden sich in ihren natürlichen Voraussetzungen nicht wesentlich von den weiter nördlich gelegenen Appellationen. Und doch gibt es feine Unterschiede, die sich hauptsächlich in Listrac und Moulis niederschlagen. Vor allem im Moulis gibt es noch den berühmten Günzian-Kies, der sich vor allem im östlichen, der Gironde zugewandten Teil in breiten Bänken durch das Gebiet zieht. Der mildernde Einfluss der Gironde ist auch hier noch zu spüren, daher ist Listrac auch noch mehr von Spätfrösten betroffen als Margaux oder Moulis. Zudem liegen die Kuppen und Erhebungen in Listrac noch etwas höher als im Moulis; mit schwindender Wirkung des Flusses herrscht ein etwas herberes Klima, mit dem sich die Rebstöcke auseinander setzen müssen. Margaux, von seiner Lage her begünstigt, weist demnach auch die meisten Grand Cru klassifizierten Weingüter auf. Moulis und Listrac kommen auf kein einziges – zu Unrecht, wie viele Kritiker bemerken. Denn auch hier gibt es gute bis sehr gute Cru Bourgeois und Cru Bourgeois Exeptionnel Weingüter, die es durchaus mit den Grand Cru klassifizierten aufnehmen können. Das wohl bekannteste unter diesen Cru Bourgeois Weingütern ist das Château Chasse-Spleen. Aber auch das weniger bekannte Château Poujeaux bietet einen erstklassigen Wein zu einem moderaten Preis an. Das Anwesen gehörte ursprünglich zum Besitz von Latour Saint-Mambert, aus dem später Château Latour entstand. 1806 kaufte André Castaing das Weingut, und etwa zu diesem Zeitpunkt startete auch die eigene Weinproduktion, der erste Schritt zur Unabhängigkeit. Durch Erbteilung wurde das Château in den folgenden 80 Jahren immer wieder aufgeteilt, aus einem dieser Teile entstand auch Château Chasse-Spleen. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts begann die Familie Theil sich für das Anwesen zu interessieren. Schließlich kaufte es François Theil Poujeaux. Sein Sohn Jean, der seinem Vater nachfolgte, bemühte sich, einige der über die Jahrzehnte abhanden gekommene Weinberge wieder zurückzukaufen, was ihm schließlich auch gelang.

Die Reputation des Weingutes verbesserte sich stetig, der ehemalige französische Präsident Georges Pompidou war Liebhaber des Weines - zu dieser Zeit wurde ein Château Poujeaux sogar im Elysée-Palast gereicht. 2008 fand die Ära Theil allerdings ein Ende. Der Multimillionär Philippe Cuvelier und sein Sohn Matthieu kauften das Weingut. Christoph Labanne, der Schwiegersohn des ehemaligen Besitzers, führt allerdings immer noch das Tagesgeschäft auf Poujeaux. Der Weinberg von Poujeaux misst stolze 68 Hektar und liegt in einem einzigen Stück im Nordosten von Moulis auf einem Kies-Hügel der Gemarkung Grand-Poujeaux. Er ist mit 50% Cabernet Sauvignon, 40% Merlot und jeweils 5% Cabernet franc und Petit Verdot bepflanzt. Die Pflanzdichte ist mit 10.000 Rebstöcken pro Hektar recht hoch. Auch hier werden die einzelnen Gewanne separat gelesen. Der beratende Önologe Stéphane Derenoncourt beschreibt den Verarbeitungsprozess so: Es wird alles getan, um den Trauben Respekt zu zollen. Die Ernte wird nicht gepresst, die Früchte werden als ganze in kleinen Tanks vergoren, Gewann für Gewann. Auch hier liegt der einzige Fokus auf der sorgfältigsten Behandlung der Beeren. Nach der Fermentation reifen die Weine für 12 Monate in Barriques aus französischer Eiche, die zu 30-40% jedes Jahr erneuert werden. Neben dem Grand Vin "Château Poujeaux", von dem jährlich etwa 300.000 Flaschen abgefüllt werden, produziert der Betrieb einen Zweitwein "La Salle de Poujeaux" aus jüngeren Rebstöcken. Unter der Bezeichnung AOC Haut-Médoc werden aus vier Hektar der "Haut de Poujeaux" hergestellt, von dem etwa 20.000 Flaschen in den Verkauf kommen.

  • gegründet:
    seit 2008 in aktuellem Besitz
  • bewirtschaftete Fläche:
    70 Hektar
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Besitzer:
    Philippe Cuvelier
  • Webseite
    www.chateau-poujeaux.com
Angebote dieses Erzeugers:

2016 Chateau Poujeaux

39,10