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Château Margaux

33460, Margaux, F

Das Château, das in der gleichnamigen Gemeindeappellation Margaux liegt, gilt als Legende unter den berühmten Châteaux des Bordelais. Das Terroir ist noch ein Quentchen besser als das der umliegenden Châteaux, die homogene Schicht aus Kieseln der Günzian Eiszeit, die der Fluss an seinem Ufer angehäuft hat, ist hier besonders dick. Einerseits bietet dies den Vorteil eines sehr guten Wasserabzuges, andererseits müssen die Reben sehr tief wurzeln, um unter der bis zu 10 Metern dicken Kiesschicht an Wasser zu kommen. Außerdem sind die Weinberge ganz leicht Richtung Fluss geneigt, was ebenfalls dazu führt, dass die Reben von Château Margaux seltener Frost erleben. Auch Hagelschläge sind sehr selten. Dieses Zusammenspielen von winzigen Teilfaktoren ergibt in der Summe ein hervorragendes Terroir. Wie die allermeisten Luxus-Châteaux, hat auch Margaux eine bewegende Geschichte mit allerlei Hochs und Tiefs in den vergangenen Jahrhunderten erlebt. Den Anfang nahm die Geschichte im 12. Jahrhundert, in dem man die Hügelchen in den damals noch recht sumpfigen Auen der Gironde „La Mothe de Margaux“ nannte, auf denen damals aber noch keine einzige Weinrebe wuchs. Allerdings trank man schon zu Zeiten, als Aquitanien noch zu England gehörte (1152-1453) am englischen Hof einen leichten Wein, den „Claret“, der aus der Gegend rund um Bordeaux stammte, der Weinbau war also schon in der Region angekommen. La Mothe gehörte über Jahrhunderte immer adeligen Häusern, der Weinbau wurde aber nie wirklich fokussiert, bis die Familie Lestonnac von 1572-1582 das gesamte Gut restrukturierte. Ganz nebenbei löste die Familie damit eine allgemeine Entwicklung im Médoc aus: vom Getreide zur Rebe. Ende des 17. Jahrhunderts hatte das Weingut eine Gesamtfläche von 265 Hektar erreicht, von denen etwa ein Drittel mit Weinreben bepflanzt war, was bis heute so geblieben ist. Auch wurde die Fläche des Weingutes seither nicht mehr geteilt und ist somit seit über 300 Jahren in seinem historischen Zustand. Mehrmals wechselte das Château Margaux seinen Besitzer, einige davon brachten maßgebliche Neuerungen in den Betrieb ein. So zum Beispiel ein gewisser Herr Berlon, der die getrennte Vinifizierung von weißen und roten Trauben anordnete. Zu dieser Zeit standen weiße und rote Sorten zusammen in einem Weinberg. Auch sollten die Trauben nicht mehr am Morgen geerntet werden, da der Morgentau den Grundwein verwässerte. Dies bildete den Beginn des modernen Weinbaus auf Margaux.

1815 wurde das Herrenhaus und verschiedene Wirtschaftsgebäude im neo-palladianischen Stil vom Architekten Louis Combes geplant und erbaut. Im schicksalshaften Jahr 1855 wurde Château Margaux in der großen Klassifikation der Bordeauxweine anlässlich der Weltausstellung in Paris den Premier Grand Cru und damit einem sehr erlesenen Kreis zugeordnet. Aber auch die Besten traf Ende des 19. Jahrhunderts die Reblauskatastrophe hart, erst nach der Pfropfung von Reben auf eine reblausresistente Unterlage, konnte die Produktion wiederaufgenommen werden. Allerdings waren die Rebstöcke zu jung, um den Grand Vin des Weingutes zu vinifizieren, deshalb wurde im Jahre 1908 der Zweitwein Pavillon Rouge de Château Margaux eingeführt. Weitere Besitzerwechsel folgten bis die Familie Ginestet es 1950 kaufte. Den engagierten Winzern war das Glück allerdings nicht hold. Die unverkäuflichen Jahrgänge `72, `73 und `74 brachten sie in eine prekäre finanzielle Situation und sie versuchten zwei Jahre lang, das Château zu verkaufen, hatten aber aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage Probleme, einen Käufer zu finden. 1977 erwarb, zum Erstaunen vieler, der griechisch-französische Geschäftsmann André Mentzelopoulos den gesamten Besitz. Der Globetrotter hatte in Pakistan sein Vermögen mit dem Import und Export von Getreide gemacht. In Frankreich kaufte er zunächst eine Kette von Einzelhandelsgeschäften, die er nach und nach ausbaute. Es ist nicht bekannt, dass einer der Besitzer vor ihm in so kurzer Zeit dermaßen viele Neuerungen und Renovierungen anstieß, wie André Mentzelopoulos. Er investierte eine ganz beträchtliche Summe in neue Drainagen, neue Bepflanzung, der Bau eines unterirdischen Fasskellers, die komplette Renovierung des denkmalgeschützten Gutshauses. Außerdem führte er die Reifung der Weine in neuen Fässern ein und engagierte Emile Peynaud, der den Pavillon Rouge wieder einführte. 1980 starb er unerwartet im Alter von 65 Jahren und konnte so die Früchte seiner Arbeit nicht mehr genießen. Seine Tochter Corinne, die vorher schon im Familienunternehmen aktiv war, übernahm nun auch die Leitung von Château Margaux. Sie ist heute die alleinige Teilhaberin des Weingutes, nachdem eine Beteiligung der Familie Agnelli im Jahre 2003 endete. Im Jahr 2015 designte Norman Foster neue Wirtschaftsgebäude, die sich architektonisch in das bestehende Ensemble einfügen sollte. Er entschied sich für einen Bau mit vielen Glaswänden und einem ziegelgedeckten Dach, dass von baumförmigen Säulen gestützt wird. Er beinhaltet eine neue Kellerei, neue Lagermöglichkeiten für Weißwein und eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung. Château Margaux leistet sich nach wie vor einen eigenen Küfer und diverse Handwerker, die sich ausschließlich um das Weingut kümmern. Margaux setzt auf eine sehr hohe Pflanzdichte mit 10.000 Pflanzen pro Hektar, was einen besonders sorgfältigen Grünschnitt notwendig macht. Auf den gesamten ca. 99 Hektar Rebfläche werden 10.000-15.000 Pflanzen pro Jahr ersetzt, ist ein Weinberg überaltert, wird er komplett abgeräumt und sechs Jahre lang in einen Dornröschenschlaf geschickt. Das trifft vor allem Weinberge mit Cabernet Sauvignon Rebstöcken, da diese etwas schwieriger im Alter sind. Im Keller werden Edelstahltanks und Holztanks eingesetzt, wobei das Winzerteam den Holzfässern den Vorzug gibt, da es ihnen bessere Eigenschaften bei der Weinwerdung zuschreibt. Seit 2011 kann sich jede Flasche Château Margaux über eine Banderole mit einem bestimmten Code freuen, mit dem sie authentifiziert werden kann. Das Weingut produziert neben dem Grand Vin den Pavillon rouge und blanc, sowie den Margaux du Château Margaux, den Drittwein des Weingutes. Falstaff Magazin Oktober-November 2019: *Der samtige Premier Grand Cru Classé aus der Appellation Margaux in der Region Médoc in Bordeaux genießt seit vielen Jahrhunderten höchstes Ansehen in aller Welt. Die lange Geschichte von Château Margaux ist gekennzeichnet vom Streben nach Qualität und von erstaunlichem Innovationsgeist. Als La Mothe de Margaux, was übersetzt Hügel von Margaux bedeutet, im 12. Jahrhundert erstmals in den Urkunden auftaucht, ist von Rebstöcken im Médoc noch keine Rede. In der Zeit bis 1453 herrschen die Engländer in Aquitanien, und der Wein der Region Bordeaux hält als >>Claret>feminin

  • gegründet:
    im eigentliche Sinne ab dem 16- Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    rund 100 ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Kellermeister/-in:
    Philippe Berrier
  • Besitzer:
    Familie Mentzelopoulos
  • Webseite
    www.chateau-margaux.com
Angebote dieses Erzeugers:

2017 Chateau Margaux - 1er Cru Classe Margaux

580,30

2016 Chateau Margaux

750,20

2011 Chateau Margaux

545,00

2006 Chateau Margaux 1er Cru Classe Margaux

580,00