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Château d'Issan

33460, Cantenac, F

Schon Ernest Hemingway verehrte die Weine des Margaux. Seine Leidenschaft ging so weit, dass er seine Enkeltochter, die eigentlich Margot Louise hieß, Margaux rief. Margaux ist auch heute als weiblicher Vorname bekannt. Im Bordeaux wurden wahrscheinlich schon zur Römerzeit im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung die ersten Rebstöcke gepflanzt. Die Ländereien um das Château d‘Issan wurden bereits im 12. Jahrhundert genutzt. Es ist belegt, dass das Land von derer zu La Mothe-Cantenac als Lehen betrieben wurde. Damals stand an der Stelle des heutigen Schlosses eine Festung. Nach der Heirat einer Erbin wurde es in Théobon Manor umbenannt – der Anfang einer langen Reihe von Besitzerwechseln im Sturm der Geschichte um das Château. Allein in den folgenden drei Jahrhunderten waren mindestens sechs Familien Eigner des Anwesens. 1575 übernahm die Familie Essenault während fünf Generationen die Geschicke des Weingutes. Es war auch in dieser Zeit, als die Familie beschloss, ihren Namen in „Issan“ zu ändern. Château d‘Issan war geboren, nicht zuletzt, weil der Baron d‘Essenault die alte Festung abreißen ließ und das heutige Gebäude errichtete. Das mittelalterlich trutzig anmutende Schlösschen ist eines der schönsten im Bordeaux, märchenhaft von einem Wassergraben umgeben, wurde es nach umfassenden Renovierungen in den 1970er Jahren in die Liste der historischen Gebäude Frankreichs aufgenommen. Bis zu jenem Tag musste d'Issan aber noch eine ganze Menge Turbulenzen überstehen. Im Jahre 1866 kaufte der in Paris ansässige Weinhändler Gustave Roy den Besitz. Laut der Historie des Weingutes, baute er die ersten Keller nach dem Gravitationsprinzip und forstete die von der Reblaus zerstörten Weinberge wieder auf. Das Weingut wurde 1855 als Troisième Grand Cru klassifiziert. Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte ein Monsieur Grange das Anwesen. Zugegebenermaßen hatte sich der Herr eine schwierige Zeit ausgesucht: zwei Weltkriegen, deutsche Besatzung und die nie überwundenen Mitleidenschaften der Reblaus, ließen das Weingut stark verfallen - bis zum nächsten Verkauf, standen nur noch zwei Hektar Rebfläche im Ertrag. Erst 1945 machte sich Lionel Cruse daran, den alten Glanz und das Prestige des Weines wieder herzustellen. Sein Sohn Emmanuel tätigte 1988 weitere Investitionen. Die Kritiker sind sich mehr oder weniger einig, dass die Weine von Château d'Issan seit 1995 wieder deutlich an Qualität gewonnen haben. 2012 steht dann die bisher letzte Veränderung in den Besitzverhältnissen an: Francoise und Jacky Lorenzetti steigen bei d‘Issan ein. Den beiden gehört sowohl das Château Lilian Ladouys in St. Estephe als auch das Château Pedesclaux im Paulliac. Soviel zum kurzen Umriss der Geschichte von d'Issan. Die Böden, auf denen die Reben heute wachsen, haben sich dagegen in den vergangenen Jahrhunderten kaum verändert. Es sind tiefgründige Kiesböden und kleine Hügel, die aus Schwemmböden bestehen und von Erosion geformt wurden. So hat der Fluss der Landschaft seinen Stempel aufgedrückt. Die Parzellen sind teilweise von Wassergräben durchzogen, der Bodentyp erlaubt aber eine gute Drainage und eine tiefe Wurzelung, so dass die Reben davon nicht negativ beeinflusst werden. Das Château besitzt 44 Hektar Fläche in der AOC Margaux. Diese Trauben werden für den Grand Vin Château d‘Issan (etwa 100.000 Flaschen im Jahr, Cabernet Sauvignon und Merlot) und für den Zweitwein Blason d‘Issan verwendet. Die fünf Hektar auf der AOC Haut-Médoc werden zu Haut-Médoc d‘Issan und 10 Hektar der Appellation Bordeaux Supérieur zu Moulin d‘Issan. Insgesamt bewirtschaftet das Team also 59 Hektar Rebfläche.

  • gegründet:
    12. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    59ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Kellermeister/-in:
    Jacques & Eric Boissenot (beratend)
  • Webseite
    www.chateau-issan.com
Angebote dieses Erzeugers:

2016 Chateau d'Issan

84,10

1999 Chateau d'Issan

96,40