Logo Wein-Bastion Ulm
0

Château Kirwan

33460, Cantenac, F

Es waren die Ablagerungen der Flüsse Garonne, Dordogne und Isle, die vor vielen tausend Jahren das weiße Kalksteinplateau der Appellation Margaux formten. Der Kiesboden ist an manchen Stellen einige Meter tief. Diese Böden haben mehrere Vorteile: da sie recht nährstoffarm sind, müssen die Weinreben ihre Wurzeln sehr tief in den Boden treiben, außerdem bieten sie in dem regenreichen Gebiet eine gute Drainage und bewahren die Wurzeln vor dem „Ertrinken“. Auf allen Hängen der Hügel im Margaux sind Weinberge angelegt worden. Zwischen Margaux und Labarde liegt der Ort Cantenac, auf dessen Gemarkung einige sehr gute Cru Classé Weingüter liegen. So auch das als 3ème Cru Classé eingestufte Château Kirwan, dessen Rebflächen sich hauptsächlich auf dem Cantenac-Plateau befinden. Die Geschichte von Kirwan beginnt im Jahre 1751, als einer der ersten Händler im Bordeaux, Sir John Collingwood, ein Stück Land kaufte. Dieses Land gehörte den Adligen „de Lasalle“ und beinhaltete auch das Ganet-Anwesen. Im Jahre 1760 wird klar, warum das Château einen so irisch klingenden Namen hat: Mark Kirwan, der mit einer Tochter von Sir John verheiratet war, erbte das Anwesen, das damals schon in Europa bekannt war. Auch er gehörte einer Händlerdynastie an, die hautsächlich in Irland operierte. Um am Markt leichter erkennbar zu sein, gab er dem Weingut seinen Namen. 67 Jahre später verkaufte die Familie Kirwan das Weingut an Frankreich, nicht lange nachdem Thomas Jefferson das Gut besucht, und es in den höchsten Tönen gelobt hatte. 1855 wurde Kirwan als drittes Gewächs klassifiziert. Im September desselben Jahres kaufte Philippe Godard Château Kirwan bei einer Auktion. Sein Sohn Camille pflanzte etwa 25 Hektar Reben und ließ einen Park anlegen. 1926 erwarb das Weinhandelshaus Schröder & Schÿler das Anwesen, aber erst in den 1990er Jahren tätigten die Schÿler-Kinder Investitionen und renovierten die Weinberge.

Auch Robert Parker bemerkt ab 1995 eine Qualitätssteigerung der Weine von Kirwan. Nathalie Schÿler entwickelt heute Konzepte für den Önotourismus, im Zuge dessen wurde eine Orangerie mit Platz für bis zu 200 Personen gebaut. Seit 2008 ist der Önologe Philippe Delfault als Generaldirektor für das Weingut verantwortlich. Kirwan hat heute ein Produktionsvolumen von 170.000 Flaschen pro Jahr, die zu 80% exportiert werden. Das Team hat drei wichtige sogenannte „Signature-Parcels“, also Parzellen, die den Stil der Cuvées von Kirwan besonders gut widerspiegeln. Die Parzelle „Cabinet Ouest“ ist mit Merlot bepflanzt und bringt körperreiche, runde und ausbalancierte Weine hervor. „Mois de June“ beherbergt Cabernet Sauvignon und liegt direkt neben dem Château. Die Weine haben einen eleganten Charakter, mit samtigen Tanninen und floralen Noten. Schließlich ist da die Parzelle „Canon“, die mit Petit Verdot bestockt ist und am höchsten Punkt des Cantenac-Plateaus liegt. Sie gibt der Cuvée ihre Frucht, Aromatik und Finesse. Insgesamt sind die etwa 37 Hektar mit 45% Cabernet Sauvignon, 30% Merlot, 15% Cabernet franc und 10% Petit Verdot bepflanzt. Die Trauben werden von Hand gelesen und Parzelle für Parzelle eingebracht. Nach der Presse werden die Weine in Fässern gelagert, die zu 40% jedes Jahr erneuert werden. Château Kirwan stellt auch einen Zweitwein her, den „Charmes de Kirwan“.

  • gegründet:
    1760
  • bewirtschaftete Fläche:
    37 Hektar
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Kellermeister/-in:
    Philippe Delfault
  • Besitzer:
    Maison Schröder & Schÿler
  • Webseite
    www.chateau-kirwan.com