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Château Haut-Brion

135, Avenue Jean Jaurés, 33608, Pessac Cedex, F

Die Graves ist eine seit 1937 klassifizierte Appellation im Bordelais, die sich südlich der Stadt Bordeaux erstreckt. Ihr Name leitet sich von dem steinigen Boden ab (franz. gravier=Kiesel), der in der Appellation hauptsächlich vorkommt. Die nahe Garonne fungiert als Wärmespeicher. Ohnehin ist das Klima warm und feucht mit einem Jahrestemperaturmittel von 12,5 °Celsius. Innerhalb der AOC Graves wurde 1987 die Gemeindeappellation Pessac-Léognan geschaffen, die sich um die Orte Pessac und Léognan herum befindet. Mittlerweile hat sich die Peripherie der Stadt Bordeaux so sehr erweitert, dass mehrere Weingüter praktisch von der Stadt eingeschlossen sind. So auch die Weingüter Château La Mission Haut-Brion und das Schwesternweingut Château Haut-Brion. Diese beiden Weingüter gehören zur Firma „Domaine Clarence Dillon“, die in den Gebäuden des Château Haut-Brion ihren Sitz hat. Der Name Haut-Brion hat seinen Ursprung in der keltischen Bezeichnung für Anhöhe oder Berg, „briga“. Das lässt wiederum vermuten, dass dieses Terroir schon sehr alt ist und bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. genutzt wurde. Aus dem Jahr 1426 existiert eine Handschrift, die besagt, dass eine Johanna Faure einen Weinberg in der Nähe von Haut-Brion kultivierte. Die Geschichte des Château Haut-Brion ist dementsprechend lang und gut belegt, einige maßgebliche Stationen werden im Folgenden herausgegriffen: Die Historie beginnt im Jahre 1533, mit einer der wichtigsten Familien, die Haut-Brion besaßen, denn die Pontacs bereiteten den Weg für das Weingut als Markenprodukt. Der rührige Jean Pontac kam durch die Mitgift seiner ersten Frau Jeanne de Bellon an den Teilbesitz des Adelshauses Château Haut-Brion. Er erweiterte den Besitz kontinuierlich und begann im Jahre 1549 mit dem Bau des Schlosses auf einem sandigeren Bereich des Grundstückes, am Fuße eines kleinen Hügels mit Kiesboden. Nach einem langen und erfüllten Leben — Jean de Pontac wird 101 Jahre alt, ist zweimal verheiratet und Vater von 15 Kindern — stirbt er im Jahre 1589. Zwei seiner Nachkommen übernehmen das Weingut. Um 1660 herum führt Arnaud III. de Pontac das Unternehmen. Er schuf einen neuen Weinstil, indem er sich modernerer Techniken bediente und eine längere Gärzeit einhielt. Man sagt, dass der Ausdruck „the new french claret“ (in England nannte man französischen Rotwein „Claret“) auf die Modernisierung durch Arnaud de Pontac zurückzuführen sei.

Als ein Verwandter in London eine Taverne eröffnete um den Haut-Brion Wein dort auszuschenken, gewann das Château Haut-Brion weiter an Bedeutung und wurde bereits als Marke erkannt. Doch als mehrere männliche Erben kinderlos starben, ging das Weingut in die weibliche Linie der de Pontacs über. Der Sohn von Catherine Daulède de Lestonnac (einer geborenen de Pontac), Louis de Fumel, führte das Weingut im 18. Jahrhundert. Ab 1749 erweiterte Joseph de Fumel das Anwesen um Nebengebäude, einen Park und einen Garten. Ende des 18. Jahrhunderts blieb auch Haut-Brion nicht von den Unruhen der französischen Revolution verschont. Erst als Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord das Weingut im Jahre 1801 kauft, kehrt wieder etwas Ruhe ein. Der einflussreiche Diplomat und Außenminister trug bestimmt dazu bei, dass der Name Haut-Brion weiter an Bekanntheit gewann, es ist aber wahrscheinlich, dass er selbst nie auf dem Château weilte. Als er es 1804 wieder verkaufte, folgte eine ganze Reihe anderer Besitzer. Zur Zeit der großen Klassifikation 1855 war ein Herr Larrieu Inhaber des Weingutes, seine Verwalter leisteten offensichtlich sehr gute Arbeit, denn Haut-Brion wurde als Premier Grand Cru klassifiziert. 90 Jahre später kauft Clarence Dillon schließlich Haut-Brion. Er entstammte einer amerikanischen Bankiersfamilie. Da seine Mutter französische Wurzeln hatte, wuchs er mit der französischen Sprache auf und sprach sie Zeit seines Lebens fließend. Er bevollmächtigt seinen Neffen Seymour Weller als Geschäftsführer auf dem Weingut. Clarence selbst geht damals noch eigenen Geschäften nach. Seit dieser Zeit ist Haut-Brion im Besitz der Familie Dillon, selbst die Bestimmung, dass Premier Cru Weingüter nur an Franzosen verkauft werden dürfen, da sie als französisches Kulturgut gelten, tangiert die Familie nicht, denn sie besaß das Weingut schon lange vor Herausgabe dieses Gesetzes. Heute führt Prinz Robert von Luxembourg die Geschäfte von Domaine Clarence Dillon. Er ist der Sohn von Joan Duchesse de Mouchy, einer gebürtigen Dillon. Die Weine von Haut-Brion werden in der Fachwelt als eher eigenwillig wahrgenommen, was sicherlich auch an der besonderen Flaschenform liegt, die etwas gedrungener ist als die üblichen Flaschen. So mancher Weinliebhaber wurde schon vor die Herausforderung gestellt, eine Flasche Haut-Brion in einem genormten Weinregal unterzubringen. Von den 51 Hektar großen Anbauflächen sind 48 Hektar den roten Sorten Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet franc und einem winzigen Teil Petit Verdot vorbehalten. Drei Hektar sind mit Sémillon und Sauvignon blanc bepflanzt. Neben dem Grand Vin, der zu 80% in neuem Holz ausgebaut wird, stellt Haut Brion einen Zweitwein her, der seit 2007 La Clarence de Haut Brion heißt. Als eines der wenigen Bordeaux-Weingüter wird auch ein Weißwein, der Château Haut-Brion blanc vinifiziert. Außerdem wird mit dem Schwesterweingut La Mission ein gemeinsamer Zweitwein hergestellt, der allerdings nicht in allen Jahrgängen ausgebaut wird, der La Clarté de Haut-Brion.

  • gegründet:
    1533
  • bewirtschaftete Fläche:
    51ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Besitzer:
    Domaine Clarence Dillon
  • Webseite
    www.haut-brion.com
Angebote dieses Erzeugers:

2015 Chateau La Mission Haut-Brion

536,00

2010 Chateau La Mission Haut-Brion

725,00

2014er La Clarte de Haut Brion blanc

107,60

2010 Chateau Haut-Brion 1er Grand Cru Classe Pessac-Leognan

950,00

2016 Chateau La Mission Haut-Brion

600,30

2016 Chateau Haut Brion 1er Grand Cru Classe Pessac-Leognan

750,20