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Mas de Daumas-Gassac

Haute vallée du Gassac, 34150, Aniane, FR

Wenn man das Bordelais oder das Burgund als Homo sapiens der Weinwelt sieht, so hatte das Languedoc lange Zeit eher den Status eines Pantoffeltierchens inne. Die Szene war dominiert von auf allerlei Bodentypen angepflanzten Weinstöcken, egal ob diese dort gute Qualitäten hervorbrachten oder nicht. Die Weinwirtschaft war dominiert von Genossenschaften, von denen einige schlecht geführt wurden, nur wenige Winzer in der Region um Montpellier vinifizierten ihre Trauben selbst. Zu dieser Zeit trat das Ehepaar Aimé und Veronique Guibert auf das Tableau. 1971 entdeckte der Pariser Handschuhfabrikant Guibert eher zufällig den verfallenden Besitz von Mas de Daumas Gassac nahe dem Dorf Aniane. Zu diesem Zeitpunkt war sich das Ehepaar nicht sicher, ob es Oliven, Weinreben oder doch lieber Mais auf dem Land pflanzen sollte, welches es sofort ins Herz geschlossen hatte. Der Bordelaiser Geologe Henri Enjalbert, der wie Veronique, einer studierten Ethnologin, aus Aveyron stammte, besuchte noch im Jahre 1971 das Landgut und stellte die Besonderheit des Bodens im Tal fest. Die tiefgründige Schicht von Vulkanasche in Verbindung mit dem vergleichsweise kühlen und feuchten Klima im Tal, müsse Grand Crus erzeugen können, so orakelte Enjalbert. Aimé und Veronique griffen die Idee begeistert auf und bereits 1972 wurden so die ersten, nicht geklonten, Cabernet Sauvignon Rebstöcke gepflanzt und bis 1978 ein kompletter Keller gebaut. Die erste Weinlese fand im Jahre 1977 statt. Nun waren die Guiberts zu dieser Zeit Pioniere in Sachen qualitativ hochwertiger Weine aus dem Languedoc und so hatten sie wenig Hoffnung, den ersten Jahrgang ihres Weines auch tatsächlich zu verkaufen. Entgegen der Erwartungen schafften sie es, nach der Abfüllung des 1978er Jahrgangs als Vin de Table im Jahre 1980, von den rund 17.000 Flaschen etwa 10.000 Flaschen zu verkaufen, was weniger an den unkooperativen Händlern lag sondern eher an dem guten privaten Netzwerk, das die Guiberts damals schon besaßen.

Beraten wurden sie damals von "Star-Oenologen" Emile Peynaud (u.a. Château Margaux, Haut Brion etc.). 1982 begann, durch einen Artikel im Gault Millau, die Öffentlichkeit auf Mas des Daumas-Gassac aufmerksam zu werden, er begründete den heute noch herrschenden Ruhm des Weinguts. Noch heute ist ein Großteil (80%) der Weinberge mit alten, ungeklonten Cabernets bepflanzt - diese inzwischen schon in die Jahre gekommenen Reben erzeugen auf natürliche Weise nicht mehr als 35hl/ha, moderne Cabernet Klone bringen es leicht auf 80 bis 200hl/ha. Daneben gibt es Parzellen mit Malbec, Merlot, Cabernet Franc, Syrah und vielen weiteren Rebsorten. Neben dem bekannten Rotwein erzeugt Gassac auch einen nicht weniger interessanten und haltbaren Weißwein - hauptsächlich aus Viognier. Und auch bei den Weißweinen existieren viele kleine Parzellen mit kaum bekannten Rebsorten aus der ganzen alten Weinwelt. Mittlerweile ist das Weingut auf etwa 50 Hektar angewachsen und die Pioniere Aimé und Véronique haben im Jahr 2000 die Leitung des Weingutes an vier ihrer Kinder weitergegeben. Samuel, Gaël, Basile und Roman arbeiteten schon eine Weile auf dem Weingut, bevor die Staffelübergabe durch ihre Eltern erfolgte. Auch sie fühlen sich dem wilden Land verpflichtet, die in die Landschaft eingebetteten Weinberge werden ohne chemische Düngemittel oder sonstige synthetische Substanzen bearbeitet.

  • gegründet:
    1978 (erste vinifizierter Jahrgang)
  • bewirtschaftete Fläche:
    50 ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    k.A.
  • Kellermeister/-in:
    k.A.
  • Besitzer:
    Familie Guibert
  • Webseite
    www.daumas-gassac.com
Angebote dieses Erzeugers:

2016 Mas de Daumas Gassac rouge 1,5 l - Magnum

66,65

2013 Mas de Daumas Gassac rouge 0,375 l - halbe Flasche

16,90

2003 Mas de Daumas Gassac Blanc 0,75 l

125,50

2013 Mas de Daumas Gassac rouge 0,75 l

42,45

2018 Mas de Daumas Gassac Blanc 0,375 l - halbe Flasche

19,25

2017 Moulin de Gassac Syrah Vin de Pays de l'Herault

5,60