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Château Barrabaque

33126, Fronsac, FR

Das Weinbaugebiet Bordeaux bietet dem Laien eine häufig verwirrende Vielfalt aus Gebieten, Lagen und Bodenbeschaffenheiten. Das Wetter ist häufig kapriziös, ein relativ hoher Regenjahresdurchschnitt kann deshalb auch zu Stress in den Erntemonaten führen. Grundsätzlich ist das Klima eher mild, in den Wintermonaten kommt es selten zu Frösten. Der Ort Fronsac liegt etwa 45km östlich der Stadt Bordeaux. Die Dordogne und ihr Nebenfluss Isle liegen südlich und östlich des Ortes. Hier befinden sich die gleichnamigen AOC Fronsac und Canon-Fronsac, die sich hauptsächlich dadurch unterscheiden, dass die Böden in Canon-Fronsac eine besonders homogene Beschaffenheit aufweisen. Die Gebiete, die seit 1937 als AOC für Rotweine klassifiziert sind, hießen bis 1976 Côtes des Fronsac und liegen nahe der Gebiete Pomerol und Saint Emilion. Sie genießen allerdings nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie die "großen Brüder". Dies könnte nun ein kleiner Betrieb mit 10ha Rebfläche, die in beiden AOC liegen, ändern. Das Weingut Château Barrabaque wurde 1936 von Achille Noël, einem Weinhändler aus Lille, gekauft. Seine Tochter Nicole leitete den Betrieb bis 2004, musste dann aber aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten. Heute ist das Weingut praktisch eine "one woman show". Caroline Noël-Barroux, die Tochter Nicoles, hat das Zepter übernommen und führt den Betrieb mit nur einem weiteren festangestellten Mitarbeiter, der ihr beim Traktorfahren und in der Feldarbeit zur Hand geht. Nach Bedarf werden weitere Helfer hinzugezogen, vor allem während der Weinlese und bei dringenden Rebarbeiten. Die studierte Chemikerin, die ihren Abschluss in Darmstadt machte, legte dann ihr Wunschstudium nach und studierte in Angers Agraringenieurin mit der Fachrichtung Weinbau/Önologie. 1997 ging sie in die Nachbar-AOC Saint-Emilion, um in einer Cru classé Gemeinde Kellermeisterin zu lernen. Dort sammelte sie Erfahrungen bis zum Jahre 2004, in dem sie den Betrieb von ihrer Mutter übernahm. Nebenbei ist die Vollzeit-Winzerin auch noch Mutter von drei Söhnen. Den Stil ihrer Weine beschreibt Noël-Barroux so: "Ich möchte Wein machen, den es Spaß macht zu trinken. Nicht nur zur Degustation."

Diese Bodenhaftung merkt man ihr auch bei der Frage des Holzes an: „Die Mode des kräftigen Holzausbaus wird vergehen, wir produzieren eher leichte Weine mit einer schönen Frucht“. Die Reben von Barrabaque wachsen ausnahmslos an Südhängen, auf lehmig-kalkigem Boden. Die Trauben für die Cuvée Prestige und Divin werden von Hand gelesen. Auf dem Weingut geht es eher traditionell zu, aber trotzdem hat die moderne Technik Einzug gehalten. Temperaturkontrollierte Gärung im Edelstahltank, eine Reifung sur lie und eine dreiwöchige Mazeration gehören zur Arbeit im Keller. Die önologische Verantwortung liegt allein bei Caroline. Fronsac und Canon-Fronsac sind seit jeher Rotwein Gebiete. Auch auf Château Barrabaque liegt der Merlot mit einem prozentualen Anteil von 70 ganz weit vorne. Gefolgt von Cabernet franc mit 20% und Malbec mit 2%. Der Rest setzt sich aus kleineren Parzellen zusammen, die mit Cabernet Sauvignon, Sémillion und Sauvignon blanc bepflanzt sind. Die Bepflanzung mit Sémillion und Sauvignon blanc erfolgte durch Caroline im Jahre 2008. Die erste Ernte konnte 2012 eingeholt werden. Die Kultivierung von weißen Sorten ist dem persönlichen Geschmack der Hausherrin geschuldet – sie möge einfach Weißwein, sagt sie. Was läge da näher, als selbst welchen herzustellen. Die Kreation heißt dann auch sehr passend ‚Caprice de Caroline‘. Die rund 42.000 Flaschen, die jährlich produziert werden, vertreibt Noël-Barroux zu 80% direkt. 20% sind für Groß – und Einzelhändler und für den Export bestimmt.

  • gegründet:
    seit 2004 unter aktueller Leitung
  • bewirtschaftete Fläche:
    10ha
  • Kellermeister/-in:
    Caroline Noel-Barroux
  • Besitzer:
    Caroline Noel-Barroux
  • Webseite
    www.chateaubarrabaque.com