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Chateau Chauvin

1 North Cabanes, 33330, Saint-Émilion, FR

Im Halbkreis, nördlich, östlich und südlich ausgerichtet, erstreckt sich die Weinbauregion Libournais um die Stadt Libourne. Auch die AOC St. Emilion liegt in der Region Libournais. Anders als im Médoc, wurden die Weingüter in St-Emilion erst Mitte des 20. Jahrhunderts klassifiziert. Die Überprüfung dieses Classements findet alle zehn Jahre statt. Die Grundlage dafür schaffen die letzten zehn Jahrgänge der Châteaux, die zur Beurteilung heran gezogen werden. Allerdings muss sich jedes Château für die Klassifizierung anmelden, es gibt keine automatische Teilnahme. Hier wird zwischen Premier Cru Classé und Grand Cru Classé unterschieden. Diese Art der Klassifikation unterscheidet sich sehr von dem System des Médoc. Seit der erstmaligen Beurteilung der Médoc-Weine 1855 sind nur sehr wenige Änderungen vorgenommen worden, eine regelmäßige Überprüfung der Einstufung findet nicht statt. Viele gute bis herausragende Weingüter liegen im Dunstkreis des Ortes St. Émilion, auf einem Kalksteinplateau, das von der Dordogne aus bis zum Ort hin aufsteigt. Aber auch weiter außerhalb des Städtchens sind gute Châteaux – bzw. gute Lagen - zu finden. So auch das Château Chauvin, das nord-westlich von St. Émilion liegt. Die Lage von Chauvin kann man launig als „Pampa“ bezeichnen. Der nächste größere Ort ist St. Émilion in etwa 4km Entfernung. Ansonsten viel Natur, Reben – eben eine wunderbare Weinlandschaft. Wenn man nur etwas weiter nordwestlich fährt, erreicht man Cheval Blanc. Das Château Chauvin entstand aus dem großen Lehensgut „Corbin“. Bei einer Auktion wurde der Besitz in mehrere Teile aufgeteilt. Für Château Chauvin erhielt Jean Fourcard-Laussac den Zuschlag, der auch schon Cheval Blanc gekauft hatte. Chauvin machte sich gut und fiel 1891 Victor Ondet ins Auge, der auf der Suche nach einem Sommersitz war – dies entsprach ganz dem damaligen Zeitgeist im Bordelais. So begann die „Herrschaft“ der Ondet-Familie, die etwa 120 Jahre anhielt. 1954 erweiterte Henri Ondet das Château zu seiner heutigen Größe von 15 Hektar. Auch die erste Klassifikation für St. Emilion Weingüter fand in diesem Jahr statt; Chauvin erlangte den Rang eines Grand Crus. Ab 1989 übernahmen Béatrice und Marie-France Ondet die Geschäfte und investierten viel Kraft und Energie, um das Weingut weiter voranzubringen. 2014 brach ein neues Zeitalter in der Geschichte von Chauvin an. Sylvie Cazes kaufte das Weingut auf der Rive Droite mit ihren Kindern Julie, Pierre und Francois Régimbeau. Sylvie Cazes gehört zu einer bedeutenden Bordelaiser Weinfamilie. Sie war mit ihrem Bruder Jean-Michel Cazes bei AXA Millésimes tätig, außerdem sammelte sie Erfahrungen im Weingutsmanagement im Familienunternehmen „Domaines Jean-Michel Cazes“, dem unter anderem Lynch-Bages und Les Ormes de Pez im Medoc gehören. Als Kellermeister ihres Vertrauens stellte sie Philippe Moureau ein, mit dem sie vorher schon erfolgreich zusammengearbeitet hatte. Nach umfassenden Bodenanalysen, um die verschiedenen Bodentypen zu identifizieren, widmet er sich nun den Restrukturierungen im Weinberg und im Keller. Der Rebspiegel auf Chauvin setzt sich aus 75% Merlot, 25% Cabernet Franc und 5% Cabernet Sauvignon zusammen. Letztere sind in den Bereichen gepflanzt, in denen der höchste Anteil an Tonerde vorhanden ist. Die Lese findet von Hand statt, die Trauben werden vor dem Pressen nochmals sortiert. Die Reifung erfolgt in 30-60% neuen Fässern, je nach Charakter des Jahrgangs. Château Chauvin erzeugt etwa 54.000 Flaschen im Jahr und hat keinen Zweitwein im Portfolio.

  • gegründet:
    1852
  • bewirtschaftete Fläche:
    15ha
  • Kellermeister/-in:
    Philippe Moureau
  • Besitzer:
    Sylvie Cazes
  • Webseite
    www.chateauchauvin.com