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Château Beaumont

28 Beaumont N, 33460, Cussac-Fort-Médoc, FR

Zwischen den Hügeln von Saint-Julien und Margaux in der AOC Haut-Médoc nahe dem Städtchen Cussac-Fort-Médoc liegt Château Beaumont. Die Trauben des Weingutes wachsen auf einer sand- und kieshaltigen Kuppe in einem vergleichsweise riesigen Weinberg mit 114 Hektar. Der Boden ermöglicht es den Reben besonders tief zu wurzeln und begünstigt einen guten Wasserabzug, der bei einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 900mm durchaus nützlich ist. Wie überall um Bordeaux ist das Wetter aber recht wechselhaft, so dass es wettermäßig eines besonders guten Jahrs bedarf, um einen großen Jahrgang zu erzeugen. Die AOC Haut-Médoc nimmt etwa 2/3 der Gesamtfläche des gesamten Gebietes Médoc ein und besitzt eine Rebfläche von 4200 Hektar. Im Unterschied zu anderen Weinbaugebieten in Frankreich, werden im Médoc die Weingüter, nicht die Lagen klassifiziert. Allerdings ist seit 1855 kein Weingut mehr in die nächsthöhere Kategorie aufgestiegen, was ohnehin nur bei einem Besitzerwechsel möglich wäre, denn dann wird die Zuteilung neu überprüft. Deshalb gibt es heute zum Teil Qualitätsüberschneidungen zwischen sehr gut arbeitenden Cru Bourgeois Winzern und weniger gut arbeitenden Cru Classé Winzern. Eine gute Kenntnis der einzelnen Weingüter ist deshalb von Vorteil. Als Cru Bourgeois klassifizierte Winzer haben Mindestanforderungen zu entsprechen. Dazu gehört unter anderem, dass kein Verkauf ab Fass getätigt wird, der Wein auf dem Gut selbst abgefüllt wird und ein Verkauf überhaupt erst im zweiten Jahr nach der Lese erfolgen darf.

Das Land um das heutige Château Beaumont war zunächst wild und für eine Kultivierung jeglicher Art ungeeignet. Ab 1772 wurde die Fläche Schritt für Schritt nutzbar gemacht. Der damalige Besitzer Henry Labarthe sanierte das Landgut und legte damit den Grundstein für eine Bepflanzung mit Rebstöcken, die 1824 unter einem neuen Besitzer erfolgte. Zwischen 1830 und 1847 verdreifachte der Marquis d‘Aligre die Rebfläche. Unter weiteren Besitzern, den Brüdern Bonnin, wurde Mitte des 19. Jahrhundert das heutige Château Beaumont im Mansart-Stil erbaut, der in der Renaissance populär war. In den nächsten 40 Jahren wechselte das Weingut noch mehrfach den Besitzer. 1894 verfolgte Joseph Germain ehrgeizige Ziele mit Beaumont: er wollte den ersten Rang unter den Cru Bourgeois Supérieur erhalten und investierte deshalb kräftig. Ihm ist der damals erbaute Gärkeller zu verdanken. Im 20. Jahrhundert wurde das Gut zunächst von einer illustren Gruppe von Einzelpersonen verwaltet und geleitet, darunter der Winzer Bernard Saulac und dem aus Caracas stammenden Oberstleutnant Ignazio Andreas. 1986 wurde Château Beaumont von der Gesellschaft „Grands Millésimes de France“ und dem Suntory Konzern gekauft. Heute ist Beaumont eines der größten Güter im Haut-Médoc. Verantwortlich für die Kellerarbeit ist Anthony Yaigre. Er wacht über die Tanks und Fässer aus französischer Eiche, von denen jährlich rund ein Drittel ersetzt wird. Der Cabernet-Sauvignon ist mit 53% Bepflanzung die stärkste Rebsorte, gefolgt von Merlot (40%), Cabernet Franc (4%) und Petit Verdot (3 %), die Lese erfolgt maschinell. Als önologischer Ratgeber fungiert Jacques Boissenot - ob er auch den Anstoß zur Teilnahme am „Terra Vitis“ Leistungsverzeichnis anstieß, ist nicht bekannt. Fakt ist aber, dass Beaumont seit 2004 sowohl die Anforderungen von Terra Vitis, als auch den Anforderungen von agriculture raisonée entspricht. Damit ist es eines von fünf Weingütern im Médoc, das beide Auszeichnungen erhalten hat. In Sachen Nachhaltigkeit ist das Château Beaumont demnach sehr gut aufgestellt.

  • gegründet:
    1824
  • Kellermeister/-in:
    Anthony Yaigre
  • Besitzer:
    Suntory & Grands Millesimes de France
  • Webseite
    www.chateau-beaumont.com