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Château Biston-Brillette

91 Route de Tiquetorte, 33480, Moulis-en-Médoc, FR

Im mittleren Médoc, zwischen Margaux im Süden und St. Julien im Norden liegt eine Landschaft, in der viele Dörfer ohne Kommunalappellation auskommen müssen und ihre Weine „nur“ als AOC Haut-Médoc in den Verkauf bringen können. Wenig schmeichelhaft empfehlen die Weinexperten Hugh Johnson und Jancis Robinson ihren Lesern, hier auf dem Weg in den Norden auch wegdösen zu dürfen, spannenderes gäbe es dann wieder weiter Nördlich zu entdecken. Wenn der Weinreisende allerdings wach bliebe, könnte er auch auf der Höhe Lamarque Richtung Westen, also ins Landesinnere abbiegen und hier zugegebenermaßen weniger filigrane, aber dennoch interessante Weine entdecken. Der Landstrich jenseits der Eisenbahnlinie wurde erst spät infrastrukturell erschlossen und auch deswegen tauchen die Weine von Listrac-en-Médoc und Moulis-en-Médoc in der 1855er Klassifikation der Bordeaux Weine nicht auf. Die beiden Dörfer Listrac und Moulis haben sich später ihre eigenen Kommunalappellation erstritten. Sie genießen damit einen Sonderstatus in der Gegend. Die Kalksteinhügel sind hier weniger hoch, als in den Toplagen näher am Fluss. Deshalb ist hier eine gute Drainage sehr wichtig, viele Weinberge haben Entwässerungskanäle, die für einen besseren Wasserablauf sorgen. Auch ist die Region frostgefährdeter, da die ausgleichende Wassermasse der Gironde keinen so großen Einfluss mehr auf das Klima hat. Alles in allem kann man sagen, dass hier noch mehr Landwirte als Weinmanager am Werke sind und die Gegend eher „bäuerlich“ geprägt ist, sofern der Begriff im 21. Jahrhundert noch zutrifft. Eines der guten Weingüter der Gegend ist das Château Biston-Brillette. Bereits im 14. Jahrhundert wurden in den kirchlichen Registern Weinberge aufgeführt, die einerseits um die Kirche herum lagen, andererseits in der Domäne Poujeaux. Erst im 18. Jahrhundert begann die Entwicklung eines modernen Weinbaus in der Gegend, dennoch blieb Moulis eine „Getreide-Gegend“ wie schon zu Zeiten des Mittelalters, der Name Moulis (Mühle) lässt darauf schließen. Die Weinberge lagen eher verstreut und waren Teil von gemischt landwirtschaftlichen Betrieben. Biston-Brillette wurde im 18. Jahrhundert von einem gewissen Mr. Biston gegründet, damals noch als Château Biston. In der ersten Ausgabe des Weinführers für Bordeauxweine von Edouard Féret, wird Biston den führenden Weingütern im Moulis zugeordnet. Im Jahr 1860 wurde das Weingut in Biston-Brillette umbenannt.

1930 war ein schwieriges Jahr, denn das Anwesen wurde aufgeteilt und die Gebäude teils getrennt von den Rebflächen verkauft. Sechs Jahre später erwarb die Familie Lagarde weite Teile des historischen Weingutes und führte sie wieder zusammen. Damit beginnt auch die moderne Geschichte des Château. 20 Jahre später heiratete die Tochter Christiane Lagarde einen jungen Mann namens Michel Barbarin, ihre beiden Söhne Serge und Jean-Paul führen das Weingut noch heute. Michel und Christiane fingen damals mit nur einigen Hektar Reben an, innerhalb von 25 Jahren wuchs die Rebfläche auf 15 Hektar an und der alte Glanz kehrte zurück in das Weingut. Der studierte Agraringenieur Serge und der Önologe Jean-Paul konnten die Wirtschaftsfläche auf 26 Hektar erhöhen, so dass das Château Biston-Brillette heute zu den eher kleinen Weingütern im Bordeaux gehört. Der Boden unterscheidet sich von den Toplagen insofern, dass zwischen den Kieseln ein deutlich höherer Sandanteil zu finden ist, an anderer Stelle ist der Kalkstein unter einer Lehmauflage versteckt. Biston-Brillette baut hautsächlich Merlot an, der 60% der Reben ausmacht. Dazu kommt ein Anteil an Cabernet Sauvignon. Serge Barbarin sagt, dass der häufige Trockenstress in der zweiten Hälfte der Vegetationsperiode seinen Reben viel abverlangt und sie zu Höchstleistungen treibt. Ausgebaut werden die Weine auf Biston-Brillette in Edelstahl und Barriquefässern, wobei der Önologe Eric Boissenot den Brüdern beratend zur Seite steht. Sympathisch ist, dass die Familie Barbarin einen Hofverkauf anbieten, bei dem man mit den Winzern ins Gespräch kommen kann.

  • gegründet:
    18. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    26 ha
  • Kellermeister/-in:
    Jean-Paul Lagarde
  • Besitzer:
    Serge und Jean-Paul Barbarin
  • Webseite
    www.chateaubistonbrillette.fr
Angebote dieses Erzeugers:

2016 Chateau Biston-Brillette Cru Bourgeois Moulis

21,01