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Chateau Pavie Macquin

1 Peygenestau, 33330, Saint-Emilion, FR

In vielen Weinbauregionen der Welt spielen die umliegenden Gewässer eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Mikroklimas. Auch im Bordelais prägen der nahe Atlantik sowie die Flüsse Gironde, Dordogne und Garonne das Klima entscheidend mit. Auch der weniger bekannte Fluss Isle, der nördlich von Libourne in einem Flusstal eingebettet ist, spielt seinen Part. Die beiden Flusstäler der Garonne im Süden und des Isle im Norden rahmen nämlich das berühmte Plateau ein, auf dem auch die Stadt St. Emilion liegt. Das Plateau ist weniger einem Tafelberg ähnlich, sondern hat auch in sich Erhebungen und Senken. Eines dieser "Plateaus auf dem Plateau" nennt sich "Pavie" und ist auf der südöstlichen Seite von St. Emilion zu finden. Der Höhenunterschied liegt hier zwischen 65 und 100 müNN. Das Geheimnis der Weine von St. Emilion ist der Kalksteinfels, aus dem weite Teile des Plateaus bestehen. Das als Premier Grand Cru Classé B klassifizierte Château Pavie-Macquin profitiert von diesem Bodentyp. Eine Auflage aus Lehm, die zu einer größeren Wasserspeicherung neigt, fördert eine eher späte Blüte, da sich der Boden nicht so schnell aufheizt wie ein leichterer Boden. Das Château hat, in dieser Form, eine recht junge Geschichte, denn erst ab 1887 kaufte der Agraringenieur Albert Macquin Flächen der Châteaux La Serre, Peygenestou, Pavie-Chapus, Pavie Pigasse und anderen auf und bildete daraus sein eigenes Weingut. Macquin war einer der Vorreiter in der Bekämpfung der Reblaus, denn während seine Nachbarn sich noch mit der Heilung ihrer erkrankten Rebstöcke beschäftigten, pfropfte er seine Reben bereits auf resistente Unterlagen. So konnte er sich wesentlich schneller von der Plage erholen als seine Kollegen. Er blieb jahrzehntelang der führende Kopf der wissenschaftlichen Überwachung seiner Weinberge und hinterließ so sein Erbe in der Weinwelt. Heute besitzen seine drei Enkel Benoît und Bruno Carre und Marie Jacques Charpentier das Weingut, haben aber mit dem Tagesgeschäft wenig zu tun. Geleitet wird es seit 1994 von Nicholas Thienpont, der von Stéphane Derenoncourt als önologischem Berater unterstützt wird.

Zusammen steigerten sie die Qualität dermaßen, dass Pavie-Macquin 2012 erstmals in die Liga der Premier Grand Cru Classé-Weingüter aufgenommen wurde. Die Parzellen befinden sich in einem Stück von 26 Hektar von der Spitze der Erhebung abfallend auf dem Plateau. Die Rebsorten sind, wie so typisch für das rechte Ufer, hauptsächlich Merlot mit etwas Cabernet Sauvignon und Cabernet franc. In der Cuvée des Grand Vin ist in der Regel über 80% Merlot vertreten. Bei den neu angelegten Weinbergen wurde auf eine höhere Pflanzdichte geachtet, um so die Konkurrenz zwischen den Rebstöcken zu erhöhen. Seit 1995 wird auch die Pigeage, also die Umwälzung des Tresterdeckels zur besseren Extraktion der Inhaltsstoffe, durchgeführt. Château Pavie-Macquin vinifiziert einen Zweitwein, den "Les Chênes de Macquin".

  • gegründet:
    1887
  • bewirtschaftete Fläche:
    26 ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    UGCB
  • Kellermeister/-in:
    Nicholas Thienpont
  • Besitzer:
    Familie Charpentier
  • Webseite
    www.pavie-macquin.com
Angebote dieses Erzeugers:

2018 Chateau Pavie-Macquin

72,50