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Château Fonplegade

1 Fonplegade, 33330, Saint-Emilion, Fr

Südlich des Stadt St. Émilion, in der gleichnamigen AOC, liegen einige der besten Weingüter der Region an einem südlich ausgerichteten Hang. Die Stadt St. Émilion befindet sich, soviel muss man wissen, auf einem gewaltigen Kalksteinplateau. Beinahe alle Häuser sind aus diesem Kalkstein gebaut, unter der Stadt befindet sich ein Labyrinth aus Steinbrüchen, Gängen, Höhlen und sogar eine unterirdische Kirche. Nicht ohne Grund sind St. Émilion selbst und das umliegende etwa 5700 Hektar messende Weinbaugebiet seit 1999 in der Liste der UNESCO Weltkulturerbe Stätten zu finden. Die Hänge des Plateaus sind wie geschaffen für den Weinbau: der Boden, die Sonneneinstrahlung, die Dordogne, die sich weiter unten in ihrem Flussbett entlangschlängelt – all das prädestiniert die Gegend für den Weinbau. Das Land war auch schon zu Römerzeiten besiedelt, diese brachten auch den Weinbau in die Gegend. Noch heute findet man zahlreiche Zeugnisse davon in der Landschaft. Eines davon ist ein alter römischer Weg, der sich oberhalb des Château Fonplegade befindet. Auch die Rebstöcke von Fonlegade profitieren von der Lage am Südhang des Plateaus, es ist allerdings eine sanfte Erhebung, so steil wie in manchen deutschen Lagen geht es hier nicht zu. Der Boden ist nur auf den ersten Blick aus Kalkstein, tatsächlich ist das Terroir je nach Lage am Hang unterschiedlich. Kalk, Tonerde, Sand – all diese Texturen vereinen sich in den Parzellen zu einem Flickenteppich an Vielfalt. 16 Hektar liegen in einem einzigen Stück um das Château herum, zwei Hektar auf der anderen Seite des Plateaus bei dem Weiler Pourret. Die Rebstöcke werden in sehr trockenen und heißen Jahren von einer unterirdischen Quelle ausreichend versorgt, diese Quelle tritt in einem historischen Brunnen zu Tage, der auf dem Land von Fonplegade liegt. Die neuere Geschichte des Weingutes beginnt wohl im 17. Jahrhundert, und erwähnt wird Fonplegade erstmals in dem 1850 erschienenen Werk „Bordeaux and its Wines“. 1852 kauft Jean-Pierre Beylot die Weinberge, errichtete das Château und läutete so seine erste Blütezeit ein. Nach der Ära Beylot erwarben der Duke of Morny und die Countess of Galard das Anwesen, beides Halbgeschwister von Napoleon III.

1867 konnten die Weine von Fonplegade eine Goldmedaille auf der Weltausstellung in Paris erringen. Etwa zur selben Zeit wurde das Weingut als Premier Grand Cru klassifiziert. Diesen Rang behielt es zunächst bis in die 1940er Jahre hinein. Danach folgte eine holprige Zeit für das Anwesen. Viele große Familien pflegten die Tradition des Weinmachens auf Fonplegade, aber Wirtschaftskrisen, die Reblausplage und zwei Weltkriege sowie deren Folgen forderten ihren Tribut. Als die Nachkommen von Paul Boisard das Weingut 1953 an Jean-Marie Moueix verkauften, glichen die Weinberge Ruinen. Moueix fing an zu restrukturieren, umzubauen und das Weingut wieder auf Kurs zu bringen. Die Jahre zogen ins Land, und kurz nach der Jahrtausendwende im Jahre 2004 kamen Besucher aus den USA auf die „rechte Seite“ des Bordelais. Stephen und Denise Adams waren auf der Suche nach einem Bordeaux Weingut, mit dem sie ihr Portfolio erweitern konnten. Stephen Adams besaß damals schon die White Cottage Winery in Napa Valley, Kalifornien und das Château L‘Enclos im Pomerol; im Laufe der Jahre sollten weitere Besitzungen hinzukommen. Im selben Jahr kauften sie Château Fonplegade. Die zweite Blütezeit wurde eingeläutet. Mit einer kräftigen Kapitalspritze und viel Leidenschaft planten, bauten und renovierte das Ehepaar was das Zeug hielt. Keller, Weingut und das Château selbst wurden einem facelifting unterzogen, die Geräte auf den neuesten technischen Stand gebracht, Neupflanzungen vorgenommen, die Feldarbeit modernisiert und noch einiges mehr. Der Ertrag sank um etwa 30 %, die Weine gewannen an Qualität. Ein Herzensprojekt der neuen Besitzer war die Umstellung auf eine biologische Bewirtschaftung der Weinberge. Mehrere Jahre hat das gesamte Team auf die Zertifizierung durch ECOCERT hingearbeitet. Im Jahre 2013 war es dann endlich soweit. Heute werden in den Weinbergen keine synthetischen Dünger mehr verwendet, aber viel Herz, Handarbeit und zwei sehr hilfreiche Pferde. Denise Adams ist überzeugt: „es gibt keine Abkürzungen oder schnelle Lösungen für eine großartige Vitikultur.“ Die studierte Kunsthistorikerin und ihr Mann Stephen, ein Finanzinvestor, leben mittlerweile einen großen Teil des Jahres auf Fonplegade. Er kümmert sich um Verkauf und Marketing, sowie die Pflege des Fonplégade-Weinclubs. Sie überwacht die Renovierungen, das Personal und Entscheidungen, die den Keller und den Weinberg betreffen. Dabei spricht sie sich mit Eloi Jacobs ab, dem technischen Leiter und Direktor der beiden Bordeaux-Weingüter der Adams. Franck Jugelmann ist als Kellermeister seit 2004 verantwortlich. Er war vorher unter anderem für Haut-Brion, Lagarosse und Bel Air tätig, wo er auch schon mit Jacobs zusammen arbeitete. Das neue Kellereigebäude birgt 12 mächtige Holztanks und mehrere 674l große eiförmige Betontanks. 25% des Weines werden darin gelagert, die restlichen 75% in neuem Holz. Wie das in den Spitzenweingütern im Bordeaux üblich ist, werden die 27 Parzellen des Weingutes einzeln geerntet und vinifiziert. Der Rebspiegel besteht aus 90 % Merlot und 10% Cabernet franc.

  • gegründet:
    17. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    16 ha
  • Mitgliedschaft/Verbände:
    ECOCERT
  • Kellermeister/-in:
    Franck Jugelmann
  • Besitzer:
    Stephen & Denise Adams
  • Webseite
    www.fonplegade.com
Angebote dieses Erzeugers:

2011 Chateau Fonplegade 1,5 l - Magnum

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2011 Chateau Fonplegade - St. Emilion Grand Cru Classe

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