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Citran

33480, Avensan, FR

Westlich der AOC Margaux, die das Weinbaugebiet Haut-Médoc durchzieht, befindet sich der Ort Avensan. Zu dieser Gemeinde gehört das Château Citran, das im Norden der Gemeindegemarkung liegt. Citran ist als Cru Bourgeois klassifiziert. Das bedeutet nicht, das die Weine grundsätzlich schlechter sind als Cru Classés- tatsächlich bedienen Cru-Bourgeois-Weine eine große Bandbreite an Geschmäckern, da sie über das ganze Médoc und Haut-Médoc verteilt sind, oft zu einem guten Preis/Genussverhältnis. Es gibt sogar eine Alliance (Vereinigung) von Cru Bourgeois Weingütern, denen aber nicht alle Güter angehören (müssen). Citran entschied sich in jüngerer Zeit wohl dagegen, denn es ist im Mitgliederverzeichnis nicht zu finden. Das Château kann auf eine lange Geschichte zurück blicken: Das Herrenhaus des Anwesens gilt als eines der ältesten im Bordeaux. Die Familie Donissan betrieb das Weingut unglaubliche 600 Jahre lang. Erste Zeugnisse des Engagements der Familie deuten auf das 13. Jahrhundert hin. Im 19. Jahrhundert wechselte das Weingut mehrfach den Besitzer. Nach einen relativ kurzen Zwischenspiel mit einem gewissen Monsieur Clauzel, kaufte die Familie Miailhe im Jahre 1945 den Betrieb. Jean Miailhe war im Jahr 1962 Mitglied des Syndicat de Cru Bourgeois. Bis Ende der 1980er Jahre wurden größere Renovierungen und Modernisierungen vorgenommen. Ab dem Jahre 1987 war Citran neun Jahre lang unter japanischer Führung, die ebenfalls große Investitionen tätigte.

Mitte der 90er Jahre versprach ein erneuter Verkauf eine größere Stabilität hinsichtlich des Besitzers. Die Taillan-Gruppe, ein Großhändler im Bereich alkoholischer Getränke, erwarb das Weingut. Hinter dieser anonymen Unternehmergruppe steht unter anderem Jacques Merlaut, Spross einer Bordelaiser Familie, die eine ganze Reihe Châteaux im Bordelais besitzt und zum sogenannten „Korkadel“ der Region gehört. Jacques‘ Tochter Bernadette Villars und deren Mann verstarben im Jahre 1992 durch einen Unfall. Dieses tragische Unglück stellte ihre Tochter Claire vor die Herausforderung, einerseits mit Trauer und Verlust fertig zu werden, und andererseits das Management eines Weingutes zu übernehmen (damals allerdings Château Chasse-Spleen). Heute ist Claire Villars-Lurton verheiratet, Mutter dreier Kinder und Chefin aller Güter der Familie. Dazu gehören neben Citran, Camensac, Haut-Bages-Libéral und Ferrière. Die Leitung auf Citran selbst hat die Nichte Claires, Céline Villars-Foubet übernommen. Sie ist verantwortlich für die über 100 Hektar Reben, die in zwei große Stücke aufgeteilt sind. Eines davon liegt direkt um das Château herum, das andere etwas oberhalb des Dorfes Avensan. Die Parzellen sind hauptsächlich mit Cabernet Sauvignon und Merlot bepflanzt, neuerdings auch mit einem kleinen Anteil an Cabernet Franc. Das Château arbeitet mit zweierlei Bodentypen, einem sandig-kiesigen Boden und einem Boden aus Kalkmergel. Trotz seiner Ausmaße ist Château Citran darauf bedacht, einen qualitativ hochwertigen Weinbau zu betreiben. Auch hier wird von Hand gelesen, die Beeren werden einmal im Weinberg selektiert und noch einmal am Sortiertisch vor dem Entrappen. In etwa einem Drittel der Weinberge wird biologischer Weinbau betrieben. Zu Verkostungen und der Kreation der Cuvée zieht man den Önologen Eric Boissenot hinzu. Der Wein reift etwa 15 Monate in Eichenholzfässern, von denen ein Drittel jährlich erneuert werden. Neben seinem Grand Vin, produziert das Weingut noch einen Zweitwein Moulins de Citran.

  • gegründet:
    13. Jahrhundert
  • bewirtschaftete Fläche:
    100ha
  • Besitzer:
    Familie Villars-Lurton
  • Webseite
    www.citran.com